Schwangere in Wehen im Spital vor der Geburt

Körpereigene Betäubungsmittel: Die Endorphine

Endorphine sind morphiumähnliche körpereigene Stoffe, die schmerzlindernd bis schmerzhemmend wirken. Haben die Wehen eine bestimmte Intensität erreicht, werden automatisch Endorphine in grossen Mengen ausgeschüttet, die dem Wehenschmerzen entgegenwirken. Je stärker die Kontraktionen, desto mehr steigt der Gehalt an Endorphinen im Körper, und je natürlicher Ihre Wehen ablaufen, umso schneller geht die Produktion von Endorphinen voran, umso rascher tritt ihre Wirkung ein.

Dieser Vorgang ähnelt dem Effekt, der bei grosser sportlicher Anstrengung wie z. B. einem Marathon-Lauf einsetzt. Ab einem bestimmten Punkt werden grosse Mengen an Endorphinen freigesetzt, und so kann der Sportler seine Leistungsfähigkeit aufrechterhalten. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass Frauen mit guter Kondition, die während der Schwangerschaft regelmässig Sport treiben, mit den Wehen- und Geburtsschmerzen besser zurechtkommen. Bei den meisten Frauen scheint sich die Endorphin-Reaktion an einem bestimmten Zeitpunkt während der Geburt einzuschalten, von da an sind die Wehen immer noch anstrengend, aber erträglicher.

Umgekehrt wird unter Stress, in Angst- und Anspannungszuständen mehr Adrenalin freigesetzt, das sich negativ auf die Wehentätigkeit auswirkt. Die Wehen werden dadurch schwächer, aber gleichzeitig schwerer zu ertragen. Schon deshalb ist es extrem wichtig, die Geburt in einer entspannten und ruhigen Umgebung zu erleben.

Letzte Aktualisierung : 05.2016, swissmom-Team

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