Sexualität in der Schweiz
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Sexualität in der Schweiz

Die Sexualität junger Menschen ist im Allgemeinen gesund – dies ist das Fazit einer gross angelegten Studie zum sexuellen Verhalten junger Erwachsener in der Schweiz. Die Studie wurde durchgeführt vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (IUMSP) des Universitätsspitals Lausanne in Zusammenarbeit mit dem UniversitätsSpital Zürich.

7142 junge Menschen im Alter zwischen 24 und 26 Jahren beantworteten im zweiten Halbjahr 2017 einen Online-Fragebogen zu ihrer Sexualität. Die Studie wurde von einer Forschergruppe des IUMSP/CHUV, des nationalen Forschungszentrums LIVES der Universität Lausanne und des Universitätsspitals Zürich durchgeführt. «Insgesamt haben die meisten jungen Erwachsenen in der Schweiz eine gesunde Sexualität», resümiert Prof. Joan-Carles Suris vom IUMSP, Leiter der vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanzierten Studie.

Zum Zeitpunkt der Befragung befanden sich 75% in einer stabilen Beziehung, die sie durchschnittlich im Alter von 22 Jahren eingingen. 95% der Befragten hatten in ihrem Leben bereits mindestens einen Sexualpartner, 86% hatten ausschliesslich sexuelle Kontakte zum jeweils anderen Geschlecht. Das Durchschnittsalter des ersten sexuellen Kontakts lag bei knapp 17 Jahren. Fast alle Befragten haben bereits Oralverkehr (96%) und vaginale Penetration (95%) praktiziert. 49% der Männer und Frauen gaben an, Analsex gehabt zu haben. Nur eine sehr kleine Minderheit gab an, Sex in Gruppen zu praktizieren oder Medikamente zu nehmen, um die sexuelle Leistungsfähigkeit zu steigern.

Das Internet beeinflusst das Verhalten

Durch das Aufkommen des Internets hat sich in den letzten Jahrzehnten auch die Sexualität verändert. Mehr als die Hälfte der jungen Leute, d.h. 62% der Männer und 44% der Frauen, haben bereits eine Dating-Plattform genutzt. 48% der Männer und 43% der Frauen trafen sich mit einer Online-Bekanntschaft. 36% der Befragten hatten bereits Online-Kontakte mit erotischem Inhalt (28% der Frauen). 35% der Männer und 22% der Frauen hatten Sex mit jemandem, den sie zuerst online kennengelernt hatten.

Verhütung

93% der Befragten verhüten beim ersten Geschlechtsverkehr, meistens mit einem Kondom. «Es ist erfreulich zu sehen, dass ein so hoher Anteil junger Erwachsener verhütet, auch wenn natürlich eine Rate von 100% wünschenswert wäre», sagt Prof. Brigitte Leeners, Leitende Ärztin der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie am UniversitätsSpital Zürich (USZ). Beim letzten Geschlechtsverkehr waren Kondome (54%) und die Pille (45%) die gebräuchlichsten Verhütungs- und Schutzmethoden. Fast die Hälfte aller Frauen hat bereits die Pille danach genommen. Obwohl Kondome relativ häufig eingesetzt werden, wurde schon bei 10% der Befragten eine sexuell übertragbare Infektion (STI) diagnostiziert. Insgesamt haben 45% der jungen Menschen einen HIV-Test durchführen lassen.

Frauen gaben häufiger als Männer an, sexuelle Kontakte gehabt zu haben, ohne diese wirklich gewünscht zu haben (53%, gegenüber 23% bei den Männern). Als Erklärung hierfür führten die meisten Befragten an, sie hätten damit eine gute Beziehung zu ihrem Partner aufrechterhalten wollen. 16% der Frauen berichteten, sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung erlebt zu haben, verglichen mit 2,8% der Männer. Eine kleine Minderheit der Befragten (3,7% bei Männern, 2,8% bei Frauen) tauscht sexuelle Gefälligkeiten gegen Geld, Geschenke oder Vergünstigungen aus.

Quelle: Medienmitteilung des USZ, 6.9.18:
Barrense-Dias Y, Akre C, Berchtold A, Leeners B, Morselli D, Suris J-C. Sexual health and behavior of young people in Switzerland. Lausanne, Institut universitaire de médecine sociale et préventive, 2018

Newsticker

Anti-Baby-Pillen gratis | 04.04.2017

Auf den Philippinen sollen mehrere Millionen arme Frauen die Antibabypille und anderen Verhütungsmittel künftig gratis erhalten. Präsident Rodrigo Duterte begründete seine Politik damit, dass mit besserer Familienplanung auch die Armut besser bekämpft werden könnte. Nach einer Studie der Vereinten Na­tionen ist der Inselstaat das einzige Land in der Region, in der die Zahl der Teenager-Schwangerschaften noch steigt. Verhütungsmittel werden von der katholischen, zutiefst gläubigen Bevölkerung weitgehend abgelehnt. Nach Schätzungen könnten mindestens sechs Millionen Frauen die Hilfen in Anspruch neh­men.

Letzte Aktualisierung : 11-09-18, BH

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