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Nicht mehr ganz junges Paar in Umarmung
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Wis­sens­wer­tes über na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung


Be­vor Sie sich für die na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung ent­schei­den, ist es wich­tig, dass Sie sich ein­ge­hend mit der sym­to­ther­ma­len Me­tho­de, ih­ren Vor­tei­len, aber auch ih­ren Nach­tei­len aus­ein­an­der­set­zen. Es han­delt sich hier­bei näm­lich nicht ein­fach um eine wei­te­re Me­tho­de zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, son­dern um das Er­ler­nen ei­nes be­wuss­ten Um­gangs mit der ei­ge­nen Frucht­bar­keit. Ob Sie dies als span­nend oder als her­aus­for­dernd emp­fin­den, ist in ers­ter Li­nie eine Fra­ge der per­sön­li­chen Ein­stel­lung. Was die eine Frau als Vor­teil be­trach­tet, ist in den Au­gen der an­de­ren ein Nach­teil. Aus die­sem Grund hier ei­ni­ge Denk­an­stös­se, die Sie bei Ih­rem per­sön­li­chen Ent­scheid un­ter­stüt­zen sol­len:

Kei­ne Ne­ben­wir­kun­gen


Ne­ben­wir­kun­gen, wie sie bei hor­mo­nel­len Ver­hü­tungs­mit­teln auf­tre­ten kön­nen, gibt es bei der sym­pto­ther­ma­len Me­tho­de nicht. Dies er­le­ben vie­le Frau­en als sehr po­si­tiv und sie fin­den es span­nend, zu er­le­ben, wie sich die ver­schie­de­nen Pha­sen des Zy­klus an­füh­len. Dazu kön­nen aber un­ter Um­stän­den auch Mens­trua­ti­ons­be­schwer­den ge­hö­ren, was für Frau­en, die zu­vor die Pil­le ein­ge­nom­men ha­ben, eine Um­stel­lung be­deu­tet, an die sie sich zu­erst wie­der ge­wöh­nen müs­sen. 

Lern­pro­zess 


Wer sich zum ers­ten Mal mit na­tür­li­cher Fa­mi­li­en­pla­nung aus­ein­an­der­setzt, ist zu Be­ginn mög­li­cher­wei­se ziem­lich ver­wirrt, denn es gibt da so ei­ni­ges zu ler­nen. Mit der Zeit wer­den das Tem­pe­ra­tur­mes­sen und die Be­ob­ach­tung des Zer­vix­schleims je­doch so selbst­ver­ständ­lich wie das Zäh­ne­put­zen und die Aus­wer­tung der Auf­zeich­nun­gen im Zy­klus­ka­len­der stellt kein Pro­blem mehr dar. Wich­tig ist, dass Sie sich Zeit neh­men für die­sen Lern­pro­zess, denn es liegt oft an man­gel­haf­tem Wis­sen, wenn zu ei­ner un­ge­plan­ten Schwan­ger­schaft kommt. 

Ver­ant­wor­tung tei­len


Wenn Sie sich für die sym­pto­ther­ma­le Me­tho­de ent­schei­den, liegt die Ver­ant­wor­tung für eine si­che­re Ver­hü­tung nicht nur bei Ih­nen al­lein. Es liegt eben­so an Ih­rem Part­ner wie an Ih­nen, dass an den frucht­ba­ren Ta­gen kein oder nur ge­schütz­ter Ge­schlechts­ver­kehr statt­fin­det. Vie­le Frau­en er­le­ben dies als ei­nen Vor­teil, vor al­lem, wenn der Part­ner mit der Zeit ein Ver­ständ­nis für die ver­schie­de­nen Pha­sen des weib­li­chen Zy­klus ent­wi­ckelt. Be­din­gung ist al­ler­dings, dass er den Ent­scheid voll und ganz mit­trägt, da­mit es nicht je­des Mal zu Dis­kus­sio­nen kommt, wenn un­ge­schütz­ter Sex nicht mög­lich ist. 

Si­cher­heit? Das liegt auch an Ih­nen


Bei kor­rek­ter An­wen­dung schützt die sym­pto­ther­ma­le Me­tho­de sehr zu­ver­läs­sig vor ei­ner un­ge­plan­ten Schwan­ger­schaft. Wird an den frucht­ba­ren Ta­gen gänz­lich auf Ge­schlechts­ver­kehr ver­zich­tet, liegt der Pearl In­dex bei 0.4. Wird wäh­rend der frucht­ba­ren Pha­se mit­hil­fe ei­nes Kon­doms ver­hü­tet, liegt er bei 0.6. Die Me­tho­den­si­cher­heit ist also sehr hoch. Ein Paar, das eine Schwan­ger­schaft nicht um je­den Preis ver­mei­den will, neigt aber mög­li­cher­wei­se dazu, die Re­geln nicht so ge­nau zu neh­men. So ent­schei­det man sich viel­leicht da­für, kurz vor den frucht­ba­ren Ta­gen un­ge­schütz­ten Ge­schlechts­ver­kehr zu ha­ben, im vol­len Wis­sen dar­um, dass Sper­mi­en un­ter güns­ti­gen Be­din­gun­gen bis zu fünf Tage im Kör­per der Frau über­le­ben kön­nen, um den Ei­sprung ab­zu­war­ten. Bei der An­wen­dungs­si­cher­heit wird für die sym­pto­ther­ma­le Me­tho­de des­halb ein Wert zwi­schen 1.8 und 2.3 an­ge­ge­ben. Wie si­cher die Me­tho­de ist, hängt also zu ei­nem gros­sen Teil von der kor­rek­ten An­wen­dung ab, doch dies ist bei an­de­ren Ver­hü­tungs­me­tho­den nicht an­ders. Wer die Pil­le nicht re­gel­mäs­sig ein­nimmt, kann auch nicht da­mit rech­nen, vor ei­ner un­ge­plan­ten Schwan­ger­schaft ge­schützt zu sein. 

Eig­net sich das wirk­lich für alle?


Vie­le Frau­en fin­den die na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung eine span­nen­de Sa­che, sind sich aber un­si­cher, ob sich die­se Me­tho­de auch für sie eig­net, da sie zum Bei­spiel Schicht ar­bei­ten, ei­nen un­re­gel­mäs­si­gen Zy­klus ha­ben oder noch stil­len. So­wohl die Ar­beits­grup­pe NFP als auch INER ver­tre­ten die An­sicht, dass na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung auch in sol­chen Si­tua­tio­nen an­ge­wen­det wer­den kann und bie­ten in ih­rer Li­te­ra­tur An­lei­tun­gen, wel­che Re­geln zu be­rück­sich­ti­gen sind. Da­mit Sie für sich sel­ber ei­nen fun­dier­ten Ent­scheid fäl­len kön­nen, soll­ten Sie sich un­be­dingt ver­tieft mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­set­zen.

Wenn sich der Kin­der­wunsch mel­det


Frau­en, die be­reits vor der Fa­mi­li­en­grün­dung na­tür­li­che Fa­mi­li­en­pla­nung an­wen­den, ken­nen ih­ren Zy­klus schon sehr ge­nau, wenn sie schwan­ger wer­den möch­ten. Dies ist na­tür­lich hilf­reich, wenn man die frucht­ba­ren Tage voll aus­schöp­fen möch­te. Die Auf­zeich­nun­gen kön­nen wert­vol­le Hin­wei­se lie­fern, wenn die Er­fül­lung des Kin­der­wun­sches auf sich war­ten lässt. 

Letzte Aktualisierung: 07.01.2021, TV
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