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                              Mutter mit Baby vor dem Laptop
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                              GettyImages

                              Ba­bys kön­nen früh ge­zielt han­deln


                              Neu­es aus der Ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gie: Schon im Al­ter von vier Mo­na­ten kön­nen Säug­lin­ge ihre Au­gen­be­we­gun­gen prä­zi­se kon­trol­lie­ren. Und mit sechs Mo­na­ten ist das Ge­hirn von Ba­bys weit ge­nug ent­wi­ckelt, da­mit die­se durch Blick­be­we­gun­gen ziel­ge­rich­te­te Hand­lun­gen durch­füh­ren kön­nen.

                              Mit „Eye-Tra­ckern“ (d.h. Ge­rä­te zur Mes­sung von Blick­be­we­gun­gen) ver­folg­ten die For­scher die Au­gen­be­we­gun­gen von Säug­lin­gen, mit de­nen die­se ei­nen Com­pu­ter steu­ern konn­ten. Nach dem ge­ziel­ten Be­trach­ten ei­nes ro­ten Punk­tes auf dem Bild­schirm wur­de ih­nen 0,6 Se­kun­den spä­ter ein Ton und ein wech­seln­des Tier­bild prä­sen­tiert. Sechs bis acht Mo­na­te alte Säug­lin­ge lern­ten sehr schnell, mit ih­rem Blick auf den ro­ten „Knopf“ das Tier­bild ab­zu­ru­fen. Und sie be­ka­men da­von nicht ge­nug: In­ner­halb ei­ner Mi­nu­te hol­ten die sechs Mo­na­te al­ten Säug­lin­ge das Bild mit ih­rem Blick rund 15 mal. Das er­ga­ben Un­ter­su­chun­gen ei­nes For­scher­teams des Bern­stein Fo­kus Neu­ro­tech­no­lo­gie (BFNT) Frank­furt, des Frank­furt In­sti­tut for Ad­van­ced Stu­dies (FIAS) und der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt.

                              Das For­scher­team konn­te be­wei­sen, dass Kin­der ihre Au­gen­be­we­gun­gen schon mit etwa vier Mo­na­ten prä­zi­se kon­trol­lie­ren. In den Ex­pe­ri­men­ten zeig­te sich, dass die Kin­der die­se Mög­lich­kei­ten auch ge­zielt nut­zen: Schon nach we­ni­gen Durch­gän­gen blick­ten die Kin­der auf die Stel­le des Bild­schirms, wo das neue Tier­bild er­schei­nen soll­te, noch be­vor es tat­säch­lich da war. Selbst auf ei­nem Bild­schirm mit zwei iden­tisch aus­se­hen­den ro­ten Knöp­fen fan­den sie schnell her­aus, bei wel­chem das Tier­bild er­scheint und schau­ten ge­zielt dort­hin – den Zu­sam­men­hang schei­nen sie so­gar schnel­ler und prä­zi­ser er­fasst zu ha­ben als eine Kon­troll­grup­pe von er­wach­se­nen Ver­suchs­per­so­nen, die den glei­chen Test mach­ten.

                              Die Ar­bei­ten ge­ben neue Ein­bli­cke in die früh­kind­li­che Ent­wick­lung des Ge­hirns. Das Eye-Tracking er­mög­licht den For­schern, ziel­ge­rich­te­te Hand­lun­gen von Säug­lin­gen noch vor der Ent­wick­lung von Fein­mo­to­rik und Spra­che zu un­ter­su­chen. „Da­mit kann die kind­li­che Ent­wick­lung frü­her als bis­her un­ter­sucht wer­den“, er­klärt Tri­esch und er­war­tet dar­aus Per­spek­ti­ven für wei­te­re Ar­bei­ten zur Ge­hirn­ent­wick­lung: „Un­ter an­de­rem wol­len wir wis­sen, ob sich die­se Me­tho­de auch für noch jün­ge­re Säug­lin­ge eig­net.“

                              Bis­her wur­den ge­ziel­te Hand­lun­gen von Säug­lin­gen durch an­de­re Be­we­gun­gen re­gis­triert, etwa durch Zei­gen oder durch Drü­cken ei­nes Schal­ters. Die Fein­mo­to­rik der Arme und Bei­ne ent­wi­ckelt sich aber erst im Al­ter von acht bis zehn Mo­na­ten so­weit, dass die Kin­der sol­che Be­we­gun­gen kön­nen. Da­her wa­ren Un­ter­su­chun­gen in frü­he­rem Le­bens­al­ter nicht mög­lich.

                              Aus der For­schung: Wang Q et al.: PLoS ONE 7(2): e30884. doi:10.1371/jour­nal.pone.0030884, 2012

                              Letzte Aktualisierung: 02.03.2021, BH
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