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                              Vater mit Zwillingen im Arm

                              Pa­pas vol­ler Ein­satz ist ge­fragt 


                              "Zwei El­tern, zwei Kin­der, ein Kom­bi, ein Rei­hen­haus", so hat­ten Till­mann Schul­ze und sei­ne Frau die Sa­che mit der Fa­mi­li­en­pla­nung vor­ge­se­hen. Als sich in der zwei­ten Schwan­ger­schaft her­aus­stell­te, dass es Zwil­lin­ge wer­den, war der Schock gross. Da wa­ren kei­ne Gross­el­tern in der Nähe, die Un­ter­stüt­zung bie­ten konn­ten. Die Sor­ge, ob al­les gut ge­hen wür­de, war be­trächt­lich. Schon in der ers­ten Schwan­ger­schaft hat­te die Mut­ter meh­re­re Wo­chen im Spi­tal lie­gen müs­sen, das Baby kam den­noch ei­nen Mo­nat zu früh. Wie wür­de das mit Zwil­lin­gen sein, wo doch eine Zwil­lings­schwan­ger­schaft oh­ne­hin mehr Ri­si­ken mit sich bringt?

                              Eine aus­führ­li­che Un­ter­su­chung nahm den El­tern die Sor­gen nicht. Im Ge­gen­teil: Die ein­ei­igen Zwil­lin­ge teil­ten sich eine Pla­zen­ta, wo­mit ein Ri­si­ko für das Fet­ofe­ta­le Trans­fu­si­ons­syn­drom be­stand, zu­dem hat­te ein Zwil­ling nur zwei an­stel­le von drei Na­bel­schnur­ge­fäs­sen. Die Angst be­glei­te­te die El­tern bei je­der der eng­ma­schig an­ge­setz­ten Kon­trol­len, bis die Zwil­lin­ge in der 36. Schwan­ger­schafts­wo­che per Kai­ser­schnitt kern­ge­sund zur Welt ka­men. Auch wenn am Ende doch al­les gut ge­gan­gen ist, ganz spur­los ist die­se Zeit nicht an den El­tern vor­bei­ge­gan­gen: "Mit dem The­ma Schwan­ger­schaft as­so­zi­ie­ren wir auch heu­te noch Angst, Ban­gen und Hof­fen", sagt Till­mann Schul­ze. 

                              Al­les an­de­re als ro­sig also, der An­fang, vor al­lem auch, weil da nicht all­zu vie­le Leu­te wa­ren, mit de­nen Schul­zes ganz of­fen über ihre an­fäng­lich nicht ge­ra­de po­si­ti­ven Ge­füh­le re­den konn­ten. Heu­te blickt Till­mann Schul­ze mit Dank­bar­keit zu­rück. Dank­bar, drei ge­sun­de Töch­ter zu ha­ben. Dank­bar, dass die Zwil­lin­ge nicht viel zu früh zur Welt ge­kom­men sind und ih­nen des­halb vie­le Sor­gen und Schwie­rig­kei­ten er­spart ge­blie­ben sind. Dank­bar, dass sei­ne Frau und er die in­ten­si­ve ers­te Zeit ge­mein­sam ge­meis­tert ha­ben. Dank­bar auch, ei­nen Ar­beit­ge­ber zu ha­ben, der ihm nicht nur sag­te, die Fa­mi­lie hät­te Prio­ri­tät, son­dern dies auch so mein­te und ihm er­mög­lich­te, zu Hau­se zu sein, wenn er dort ge­braucht wur­de. Voll­kom­men un­kom­pli­ziert spran­gen Ar­beits­kol­le­gen ein, wenn es da­heim "brann­te". Till­mann Schul­ze ist über­zeugt: "Ein Job mit fi­xen Prä­senz­zei­ten oder Schicht­ar­beit hät­te un­se­re Be­zie­hung mas­siv be­las­tet, un­se­re Ner­ven wä­ren noch viel öf­ter blank ge­le­gen."

                              Dass es ohne sei­nen vol­len Ein­satz nicht ge­hen wür­de, war ihm be­reits wäh­rend der Schwan­ger­schaft be­wusst. Und so war es dann auch tat­säch­lich. Zwi­schen der Ver­sor­gung der Kin­der und der Ar­beit blieb an­fangs kein Raum für Hob­bys oder un­ge­stör­te Zei­ten als Paar, oft muss­te am Wo­chen­en­de oder spät abends Ar­beit nach­ge­holt wer­den, weil es nach ei­ner durch­wach­ten Nacht nicht mög­lich war, wie vor­ge­se­hen früh mor­gens ins Büro zu ge­hen. Teil­wei­se sei es "ein schmerz­haf­ter Spa­gat ge­we­sen", so­wohl der Fa­mi­lie, als auch der Ar­beit ge­recht zu wer­den, sagt Till­mann Schul­ze.

                              In­zwi­schen sind die Zwil­lin­ge zwan­zig Mo­na­te alt und vie­le Din­ge sind ein­fa­cher ge­wor­den. "Wir kom­men lang­sam wie­der zu­rück in die Nor­ma­li­tät", sagt der Zwil­lings­va­ter. Sei­ne Frau ar­bei­tet zu 40 % an ih­rer vor­he­ri­gen Stel­le und die Mög­lich­kei­ten, ei­nem Hob­by nach­zu­ge­hen, sind wie­der grös­ser. Zei­ten zu zweit sind aber noch im­mer sel­ten, vor al­lem auch, weil es nicht ge­ra­de ein­fach ist, ei­nen Ba­by­sit­ter zu fin­den, der sich die Be­treu­ung von Zwil­lin­gen und ei­ner Fünf­jäh­ri­gen zu­traut. Die Su­che nach "Er­satz­gross­el­tern" im lo­ka­len An­zei­ger blieb er­folg­los, so dass wei­ter­hin der eine Part­ner ein­sprin­gen muss, um dem an­de­ren eine Aus­zeit zu er­mög­li­chen. So kommt es dann, dass Till­mann Schul­ze am Mon­tag­mor­gen mit Freu­den ins Büro geht, nach­dem er sei­ner Frau ein frei­es Wo­chen­en­de er­mög­licht hat und in die­ser Zeit das Schlaf­zim­mer mit sei­nen drei un­ru­hig schla­fen­den Töch­tern ge­teilt hat. 

                              Und es kom­men neue Her­aus­for­de­run­gen hin­zu. Bringt er die Zwil­lin­ge in die Krip­pe, muss Till­mann Schul­ze auf­pas­sen, dass die Ers­te sich nicht aus dem Staub macht, wäh­rend er die Zwei­te aus dem Au­to­kin­der­sitz holt. Ass die ers­te Toch­ter so ziem­lich al­les, was man ihr vor­setz­te, ha­ben Schul­zes jetzt "zwei Motz­tan­ten" am Tisch, wie der Va­ter sagt und all­mäh­lich ma­chen sich auch ers­te Trotz­an­fäl­le be­merk­bar. Be­su­che im Schwimm­bad lie­gen nicht drin, weil die Gros­se noch nicht si­cher schwim­men kann und die Klei­nen in alle Him­mels­rich­tun­gen da­von­ren­nen, seit­dem sie mo­bil sind. Den­noch ist das Le­ben ins­ge­samt jetzt ein­fa­cher, die El­tern be­kom­men mehr Schlaf, was auch zur Fol­ge hat, dass sie we­ni­ger krank sind, weil das Im­mun­sys­tem wie­der bes­ser funk­tio­niert. 

                              Wie viel sich ver­än­dert hat, wird Till­mann Schul­ze be­wusst, wenn er in sei­nem Buch liest, das er über sein ers­tes Jahr als Zwil­lings­va­ter ge­schrie­ben hat. Ein Buch, das er nicht rück­bli­ckend ver­fasst hat, son­dern im­mer dann, wenn sich mit­ten im tur­bu­len­ten All­tag als frisch ge­ba­cke­ner Zwil­lings­va­ter eine Ge­le­gen­heit zum Schrei­ben bot. Ent­stan­den ist ein sehr ehr­li­cher Be­richt über die Hö­hen und Tie­fen ei­ner äus­serst in­ten­si­ven Pha­se des Fa­mi­li­en­le­bens. Till­mann Schul­ze ist froh, dass er das Buch dann ge­schrie­ben hat, als er und sei­ne Frau noch mit­ten in die­ser Pha­se steck­ten, denn, so sagt er: "Vie­les von dem, was da­mals war, ha­ben wir schon längst wie­der ver­ges­sen."

                              Wis­sen


                              Letzte Aktualisierung: 08.05.2016, TV

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