Anzeige
  • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
      • Geburt
        • Wochenbett
          • Baby
            • Kind

              • Stillen
                • Krankheiten
                  • Familie
                    • Frau
                      • Erziehung
                        • Vater werden
                          • Gesund Leben
                            • Arbeit, Recht und Finanzen

                              Monat9 BNL Kolumne Babyneid

                              9. Mo­nat - "Von Flucht­ver­su­chen und Baby Neid"


                              Hat er nicht ge­ra­de erst an­ge­fan­gen zu krab­beln? Jetzt zieht sich Emil be­reits an sei­nem Bett und dem Lauf­stall hoch und steht auf sei­nen zwei Füss­chen, als hät­te er das schon im­mer ge­tan. Es dau­ert nicht mehr lan­ge, und er wagt sei­ne ers­ten Schrit­te. Wahr­schein­lich ist ihm klar ge­wor­den, dass er so schnel­ler vor sei­nem gros­sen Bru­der weg­lau­fen kann. Apro­pos weg­lau­fen, Emil hat in die­sem Mo­nat auch sei­nen ers­ten Flucht­ver­such von zu Hau­se un­ter­nom­men, der in ei­nem klei­nen Un­fall en­de­te. Ich war ge­ra­de da­bei, bei­de Kin­der an­zu­zie­hen um das Haus zu ver­las­sen. Ju­li­us stand draus­sen vor der Tür und Emil sass auf dem Fuss­bo­den im Ein­gang. Die Tür war of­fen, und ich woll­te nur noch kurz Emil’s Müt­ze aus der Schub­la­de in der Gar­de­ro­be ho­len und auf­bre­chen. In dem Mo­ment, in dem ich mich um­dre­he um die Schub­la­de zu öff­nen, krab­belt Emil in Win­des­ei­le auf die Haus­tür zu, um sich dann mit ei­nem wag­hal­si­gen Hecht­sprung die klei­ne Stu­fe vor dem Haus hin­un­ter­zu­stür­zen und auf dem Ge­sicht zu lan­den. Gott­sei­dank sind alle mit ei­nem Schre­cken da­von ge­kom­men, und Emil aus­ser­dem noch mit ein paar Schürf­wun­den auf dem Na­sen­flü­gel, der Wan­ge und der Schlä­fe. Nach drei Ta­gen war al­les wie­der ver­heilt, und ich weiss jetzt, dass man ihn nicht mal mehr den Bruch­teil ei­ner Se­kun­de aus den Au­gen las­sen darf.

                              Zu Zeit herrscht in un­se­rem Freun­des- und Be­kann­ten­kreis ein re­gel­rech­ter Ba­by­boom. Jede zwei­te Freun­din ist ent­we­der schwan­ger oder hat ge­ra­de ein Baby zur Welt ge­bracht. Ich freue mich selbst­ver­ständ­lich rie­sig für sie, habe aber auch ein ganz neu­es Ge­fühl in mir ent­deckt, dass ich so noch nicht kann­te und auch nie für mög­lich ge­hal­ten hät­te: Baby Neid! So­bald mir eine Freun­din er­öff­net, dass sie schwan­ger ist oder mir Fo­tos Ih­res frisch ge­schlüpf­ten Neu­ge­bo­re­nen zeigt, kommt die­ses Ge­fühl in mir hoch und brei­tet sich ra­sant aus. Ob­wohl ein drit­tes Kind bei uns mo­men­tan noch nicht ein­mal zur Dis­kus­si­on steht, da wir mit den bei­den Jungs mehr als aus­ge­las­tet sind, kann ich mir schlecht vor­stel­len, all das nie mehr er­le­ben zu dür­fen. Ich glau­be, dass Kin­der­krie­gen süch­tig macht. Der Hor­mon­cock­tail, wel­cher durch die Schwan­ger­schaft und das Wo­chen­bett frei­ge­setzt wird, be­schert uns ein sol­ches Hoch, dass es schwer macht, da­von los zu kom­men. Die Fo­tos der Neu­ge­bo­re­nen mei­ner Freun­din­nen wir­ken dann wie die harm­lo­se Al­ko­hol­pra­li­ne, die ei­nen seit Jah­ren tro­cke­nen Al­ko­ho­li­ker wie­der rück­fäl­lig wer­den lässt. Viel­leicht soll­te ich schleu­nigst Aus­schau nach ei­ner Selbst­hil­fe­grup­pe für Ba­by­süch­ti­ge hal­ten, wenn ich nicht mit 17 Kin­dern en­den will. 

                              Ca­ro­li­ne Haf­ner schreibt in den ers­ten 8 Le­bens­wo­chen ih­res Emils wö­chent­lich, da­nach mo­nat­lich über Ihre Er­fah­run­gen als jun­ge Mut­ter. Fort­set­zung folgt...

                              Letzte Aktualisierung: 11.06.2021, swissmom-Redaktion
                              Anzeige
                              Anzeige