3. Monat - "Wellness für Mamas"

Und wenn man es dann endlich geschafft hat, den Kleinen eine Art Tag- und Nachtrhythmus anzugewöhnen, und die ersten Nächte hintereinander wieder durchschlafen konnte, dann werden sie plötzlich krank, und alles geht zurück auf Start.

Es tut mir leid, dass diese Kolumne immer mehr zu einem Jammer-Blog verkommt, aber diese Woche hat es uns alle ziemlich erwischt. Zuerst wurde bei Julius eine obstruktive Bronchitis diagnostiziert, zwei Tage später fing auch Emil fürchterlich an zu husten, dazu tränte sein Auge, und inzwischen hat sich auch bei mir ein heftiger Schnupfen festgesetzt. Jetzt müssen beide Kinder vier Mal am Tag inhalieren, Julius bekommt zusätzlich noch ein Kortison-haltiges Mittel und Emil antibiotische Augentropfen. Nachts wachen beide immer wieder mit heftigen Hustenanfällen auf und haben dann Mühe, wieder einzuschlafen. Am Schluss liegen wir dann alle zusammen in unserem Bett und keiner schläft. Wenn man zwei fiebrige Kinder im Bett hat, kann man sich übrigens die Wärmflasche sparen. Und die Heizung. Und die Bettdecke.

Die Hustenattacken lösen bei Emil leider auch oft einen Brechreiz aus, und er spuckt den kompletten Inhalt einer Schoppenflasche wahlweise über mich oder über das Sofa. Emil spuckt ja schon viel, wenn er nicht krank ist, aber jetzt nimmt das noch mal ganz neue Dimensionen an. Das Spucktuch ist zu meinem treuesten Accessoire geworden, inzwischen trage ich es sogar schon um den Hals, wenn Emil weit und breit nicht zu sehen ist. Wenn ich es dann aber am dringendsten brauche, ist es plötzlich wie vom Erdboden verschluckt und unauffindbar. Manche Dinge sind einfach unerklärlich... 

Um den Geruch von halbverdauter Milch wieder aus dem Kopf und vor allem aus der Nase zu bringen, will ich diese Woche mal ein bisschen über Wellness sprechen. Meiner Meinung nach sollten wir Mütter uns wenigstens einmal in der Woche ein ganz kleines bisschen Wellness gönnen, auch wenn wir die restlichen 6 Tage nur ein paar Sekunden unter die Dusche hüpfen, um dann meist ungekämmt und ungeschminkt aus dem Haus zu gehen.

Ich habe jetzt wieder mit Yoga angefangen. Zusätzlich zur Rückbildungsgymnastik gehe ich jetzt einen Abend in der Woche zum Bikram Yoga, und das tut mir richtig gut. Danach fühle ich mich wie neugeboren. Danach reibe ich dann meinen ganzen Körper, inklusive der Haare, mit reinem Kokosöl ein. In der Hoffnung, nicht ausgerechnet an diesem Abend einer hungrigen Affenbande über den Weg zu laufen, gehe ich dann mit meiner Kokosnussfahne nach Hause und lasse es über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen ist meine Haut dann zart wie ein Babypopo und meine Haare glänzen wieder.

Ausserdem habe ich mir ein Kaffee-Peeling selbst gemacht, aus Kaffeepulver, grobem Meersalz, braunem Zucker und Mandelöl. Das Koffein soll gegen Zellulitis helfen und den Kreislauf in Schwung bringen. Und für stillende Mütter, welche ihren Kaffeekonsum etwas reduzieren mussten, kommt der Kaffee so wenigstens noch äusserlich zum Einsatz und man muss auf den Duft nicht verzichten…

Übrigens kann man kleine Babies auch wunderbar zum Coiffeur oder zur Pedicure mitnehmen. Es hat dort sicher niemand etwas dagegen, wenn man sie zwischendurch stillt oder ihnen ein Fläschchen gibt, ansonsten fühlen sie sich im Arm der Mama doch sowieso am wohlsten. Ein Gutschein für eine solche Behandlung ist ein ganz tolles Geschenk für frischgebackene Mamis!

Wer gerne ab und zu ein Bad nimmt (und einen lieben Mann hat, der währenddessen auf die Kleinen aufpasst), kann während der Stillzeit die Brüste in der Badewanne leicht ausstreichen. Das Wasser nimmt dann nach und nach eine milchig-weisse Farbe an, und die Muttermilch kann ihre pflegenden und heilenden Eigenschaften entfalten. Die Enzyme der Muttermilch haben nämlich entzündungshemmende Eigenschaften, und ihr hoher Fettanteil sorgt für einen natürlichen Feuchtigkeitsausgleich. Man sagt ja, Kleopatra habe nur in Eselsmilch gebadet. Die gute Frau hat ganz offensichtlich nie gestillt!

Nach einem solchen Wellness-Tag übersteht man auch die schlimmsten, schlaflosen Nächte mit kränkelnden Kindern. Wir brauchen ja so wenig, um glücklich zu sein…

Caroline Hafner schreibt in den ersten 8 Lebenswochen Ihres Emils wöchentlich, danach monatlich über Ihre Erfahrungen als junge Mutter. Fortsetzung folgt...