Babykopf mit Milchschorf

Milchschorf und Kopfgneis

Milchschorf und Kopfgneis sind schuppige Hauterscheinungen, nicht zu verwechseln mit der Grindflechte (Impetigo contagiosa). Man nennt Milchschorf auch Säuglingsekzem, medizinisch endogenes oder atopisches Ekzem. Damit wird angedeutet, dass es sich um den ersten Ausdruck einer meist angeborenen Überempfindlichkeit der Haut handelt. Das Ekzem wird durch eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, wie Kuhmilch oder auch andere Nahrungsmittel, hervorgerufen. Der Name hat aber nichts mit einer möglichen Milchallergie zu tun, sondern deutet an, dass die Auflagerungen wie übergekochte Milch aussehen.

Milchschorf tritt im ersten Lebensjahr, v.a. zwischen der dritten Woche und dem dritten Monat auf. Als Ursache wird eine Überproduktion von Talg sowie ggf. zusätzliche Pilzinfektionen (Soor) diskutiert. Der Milchschorf beginnt in der Regel an den Wangen und breitet sich schnell auf Stirn, Hals, Arm- und Beinbeugen und nicht selten auch über die gesamte Haut aus. Auf der geröteten, schuppenden Haut bilden sich Knötchen, dann Bläschen, die stark jucken und nässen, sich entzünden können und dann verkrusten. Im Blut finden sich alle Merkmale einer Allergie. Auch auf der Kopfhaut bilden sich fettige, gelbglänzende Schuppen ("Gneis"), Krusten und scharf begrenzte Hautrötungen wechselnder Stärke. Eine Entfernung sollte unterlassen werden: Sie ist für Ihr Baby schmerzhaft, kann aber vor allem zu kleinen Wunden und nachfolgenden Entzündungen führen. In schweren Fällen bilden sich grossflächige Schuppen und Flecken von gelblich-brauner Farbe und es entsteht ein fettiger Schorf. Dann sollten Sie unbedingt Ihren Kinder- oder Hautarzt, Ihre Kinder- oder Hautärztin konsultieren  Meist aber heilt der Milchschorf innerhalb des ersten Lebensjahres, selten auch etwas später, von selbst aus.

Als Grundpflege wird gerne Harnstoffsalbe (Urea) verwendet, weil diese die Feuchtigkeit in der trockenen, gereizten Haut hält. Auch empfiehlt sich die Verwendung eines besonders sanften oder medizinischen Shampoos oder salizylhaltige Vaseline (2%ig). Bewährt haben sich zudem Teersalben, häufig in Kombination mit Kortison, was bei Kindern aber immer nur für kurze Zeit eingesetzt werden sollte, Ölbäder oder Fettsalben. Nässende Formen behandelt man mit entzündungshemmenden Umschlägen oder Lotionen. Vielen Kindern hilft bei Milchschorf die Einnahme von Nachtkerzenöl. Unter einer Langzeittherapie mit diesem Medikament bleibt die Haut häufig erstaunlich stabil. Nachtkerzenöl gibt es in Kapsel- oder Ölform. Kleineren Kindern, die mit der Einnahme von Kapseln Schwierigkeiten haben, kann das Öl mit etwas Saft verabreicht werden. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin darüber.

Allerdings kann Milchschorf ein erster Hinweis auf Neurodermitis  (atopisches Ekzem) sein. Diese entzündliche, allergisch bedingte Stoffwechselstörung der Haut befällt meist nach dem zweiten Lebensjahr vorwiegend die Gelenkbeugen und manchmal das Gesäss, in schweren Fällen auch Bauch und Rücken. Dazu gesellt sich häufig ein Bronchial-Asthma oder eine chronische Bronchitis. Hauptsymptom ist der quälende, vor allem nachts auftretende Juckreiz.

Finden sich keine Rötungen, sondern nur fettige Schuppen (seborrhoische Dermatitis), handelt es sich um Kopfgneis, der entfernt werden darf, z.B. durch eine sanfte Massage mit Vaseline. Waschen Sie danach den Kopf Ihres Babys mit einem sanften Shampoo. Sie können auch über Nacht etwas Babyöl, auch Mandelöl oder sogar mildes Olivenöl auf die betroffenen Stellen auftragen und das Öl zusammen mit den Schuppen am folgenden Morgen vorsichtig mit einer Babybürste ablösen und abwaschen.

Als vorbeugende Massnahme gegen Kopfgneis und Milchschorf ist regelmässiges Haarewaschen und tägliches sanftes Durchbürsten der Haare zu empfehlen. Das haben Babys sehr gerne, ausserdem wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt.

Es kann vorkommen, dass sich der Milchschorf auch auf Gesicht, Hals und Po ausdehnt oder umgekehrt dort zuerst auftritt und dann auf den Oberkörper übergreift. In schwereren Fällen und sich eine milde Salbe verschreiben lassen.

Wenn die Erkrankung zuerst an Po und Leistenfalte sichtbar wird, kann sie leicht mit einer Windel-Dermatitis verwechselt werden.

KriteriumMilchschorfKopfgneis
Beginn:erscheint meist nach dem 3. Lebensmonaterscheint etwa eine Woche nach der Geburt
Dauer:mehrere Monate bis zu 2 Jahre heilt in der Regel nach dem 3. Lebensmonat ab (kann aber auch bis ins Grundschulalter vorhanden sein)
Prognose: kann in ein chronisches, atopisches Ekzem übergehen (Neurodermitis)wird in der Regel nicht chronisch
Ursache:   multifaktoriellTalgproduktion durch mütterliche Hormone
Juckreiz:   kann sehr starken Juckreiz verursachen kaum Juckreiz
Krusten:harte Schuppenweiche, fetthaltige Schuppen
Therapie:juckreizstillende MassnahmenKrusten können durch Öle und Bäder abgelöst werden (mildes Babyshampoo)

Tabelle: wikipedia

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH