Mundfäule (Aphthen)

Mundfäule

Die sogenannte Mundfäule (Gingivostomatitis herpetica, Aphthen oder Aphten) ist eine Erkrankung, die häufig bei Kleinkindern auftritt. Aber auch Erwachsene bleiben nicht davon verschont! Ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter immer wiederkehrenden kleinen Mundgeschwüren.

Ursache ist eine Infektion mit dem Herpes simplex Virus vom Typ I (Herpes labialis). Die meisten Menschen tragen Herpesviren in sich. Aktiv werden die Viren jedoch meist nur, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Es entwickeln sich die v.a. an den Lippen lokalisierten typischen Herpesbläschen (Fieberbläschen oder Lippenherpes). Bei Kleinkindern, die sich zum ersten Mal infizieren, kommt es zur Mundfäule.

Die kleinen Geschwüre kommen familiär gehäuft vor. Eine wissenschaftliche Erklärung, warum sie bei manchen Kindern immer wieder auftreten, gibt es jedoch nicht. Eine Hypothese geht davon aus, dass es sich möglicherweise um eine fehlgeleitete Immunreaktion auf gewöhnliche Keime im Mund handelt. Kleine Aphthen heilen meist nach etwa 14 Tagen ab.

Neben einige Tage andauerndem hohem Fieber treten sehr schmerzhafte Bläschen an der Schleimhaut und dem Zahnfleisch auf. Sie sehen wie kleine Mondkrater aus: Ein weisses oder gelbliches vertieftes Loch ist mit einem roten Saum umgeben. Ihr Durchmesser beträgt nur wenige Millimeter. Auch der Gaumen oder die Zunge können betroffen sein. Zahnfleisch und Mundschleimhaut schwellen an und ein typischer Mundgeruch fällt auf. Als Folge der Schmerzen nehmen die betroffenen Kinder kaum noch Nahrung zu sich. Kinder mit Mundfäule sind ansteckend und sollten daher zu Hause behalten werden. Die Mundfäule ist solange ansteckend, bis die Bläschen in der Mundhöhle abgeheilt sind, ähnlich also dem später auftretenden Lippenherpes. Eine ähnliche Symptomatik gibt es bei der Hand-Fuss-Mund-Krankheit.

Während der Erkrankung sollten weiche, glatte, kühle Speisen wie Joghurt und gekühlte Getränke verabreicht werden. Scharfes, Heisses oder Saures wie Kirschen, Pflaumen, Ananas, Tomaten und Zitrusfrüchte und auch harte Speisen wie Zwieback, Kartoffelchips oder Nüsse verursachen zusätzliche Schmerzen und sind zu vermeiden. Schmerzlindernde Tinkturen und Mundspülungen, Gele oder Salben können die Beschwerden bessern. Das Fieber kann mit Medikamenten gesenkt werden. Nach etwa einer Woche ist die Erkrankung meist beendet.

Falls Ihr Kind jegliches an Nahrung verweigert und nichts trinken will, besteht die Gefahr der Austrocknung. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmässig Urin löst und falls Sie besorgt sind, suchen Sie umgehend Ihr Kinderarzt auf.

Leidet ein Kind häufig an Aphthen, sollte der Kinderarzt die Entzündungen im Mund untersuchen, um andere Grunderkrankungen oder Mangelerscheinungen wie etwa Herpesinfektionen, Hand-Mund-Fuss-Erkrankung, Colitis ulcerosa (eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Eisenmangel, Folsäuremangel oder Vitamin-B-Mangel auszuschliessen

Eltern mit Lippenherpes sollten weder Nuggi noch Sauger oder Löffel ihres Kindes ablecken. Küssen und Schmusen sind bei akuten Bläschen tabu.

Letzte Aktualisierung: 03.2018, BH