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                              Gers­ten­korn beim Kind (Hor­deo­lum)

                              Wie kommt es zu die­ser run­den, har­ten Schwel­lung am Au­gen­lid, die so­wohl Ba­bys und Kin­der als auch Er­wach­se­ne tref­fen kann? Und was kann man da­ge­gen tun?

                              Gerstenkorn
                              ©
                              GettyImages

                              Ein Gers­ten­korn (auch Ur­se­li oder Gritt­li ge­nannt) ist oft Fol­ge ei­ner Lid­rand­ent­zün­dung, tritt aber auch ohne die­se auf. Da­bei han­delt es sich um eine aku­te, eit­ri­ge Ent­zün­dung ei­ner klei­nen Drü­se am Au­gen­lid­rand (Haar­wur­zel­drü­se oder Haar­balg ei­ner Wim­per). Das Zen­trum der Ent­zün­dung liegt in­nen oder aus­sen. Der di­rek­te Kon­takt mit dem eit­ri­gen Se­kret ist an­ste­ckend.

                              Wie ent­steht ein Gers­ten­korn am Auge?


                              Die Ent­zün­dung ei­ner der Drü­sen am Lid­rand wird durch Bak­te­ri­en (v.a. Sta­phy­lo­kok­ken, sel­te­ner Strep­to­kok­ken) her­vor­ge­ru­fen, die ganz nor­mal un­se­re Haut und Schleim­häu­te be­sie­deln. Sie ge­lan­gen bei­spiels­wei­se durch das Rei­ben der Au­gen mit un­ge­wa­sche­nen Hän­den an die Lidrän­der.

                              Es ent­steht eine klei­ne Ei­ter­an­samm­lung (Ab­zess) an ei­ner Talg­drü­se (Zeisdrü­se) oder Schweiss­drü­se (Moll­drü­se) aus­sen (Hor­deo­lum Ex­ter­num) oder ei­ner Talg­drü­se (Mei­bom­drü­se) in­nen (Hor­deo­lum In­ter­num).

                              Wie vie­le Sta­phy­lo­kok­ken-In­fek­tio­nen tre­ten Gers­ten­kör­ner ver­mehrt bei Men­schen auf, de­ren Im­mun­sys­tem noch un­er­fah­ren oder nicht stark ge­nug ist, um die Er­re­ger so­fort beim Kon­takt mit dem Kör­per zu be­kämp­fen. Des­halb kom­men Gers­ten­kör­ner auch sehr oft bei Kin­dern vor. Wenn Gers­ten­kör­ner wie­der­holt auf­tre­ten oder meh­re­re gleich­zei­tig vor­han­den sind, soll­ten Be­trof­fe­ne un­be­dingt ei­nen Arzt auf­su­chen. Dann ist das Im­mun­sys­tem wo­mög­lich auf­grund ei­ner an­de­ren Er­kran­kung ge­schwächt. Nicht sel­ten steckt in sol­chen Fäl­len ein Dia­be­tes mel­li­tus als Ur­sa­che da­hin­ter.

                              Wel­che Sym­pto­me ver­ur­sacht ein Gers­ten­korn?


                              Die Ent­zün­dung ist schmerz­haft, aber harm­los. Zu­erst tut das das Auge beim Schlies­sen weh, dann kann sich das Au­gen­lid rö­ten und an­schwel­len. Im Be­reich der Bin­de­haut bzw. des Lid­ran­des bil­det sich zu­nächst eine Ei­ter­pus­tel, die et­was juckt und drückt. Das ei­gent­li­che Gers­ten­korn ist oft erst beim Um­klap­pen des Lids zu se­hen. Im wei­te­ren Ver­lauf zieht sich die Ent­zün­dung wie ein Korn auf die be­fal­le­ne Drü­se zu­rück und bil­det ei­nen klei­nen, als weis­ses Knöt­chen er­kenn­ba­ren Ei­ter­herd, der „reift“ und sich nach ei­ni­ger Zeit selbst öff­net und sei­nen eit­ri­gen In­halt ent­leert. Da­durch lässt auch der Schmerz nach. Das Gan­ze heilt dann in­ner­halb von ein bis zwei Wo­chen ab.

                              Wann ist eine ärzt­li­che Un­ter­su­chung an­ge­bracht?


                              Bei Ba­bys und klei­nen Kin­dern kann eine vor­sorg­li­che ärzt­li­che Be­ur­tei­lung nie­mals ver­kehrt sein, vor al­lem wenn die Schwel­lung am Auge stär­ker wird oder das Kind Fie­ber ent­wi­ckelt. Das Ri­si­ko der In­fek­ti­ons­aus­brei­tung auf den Trä­nen­sack, die Trä­nen­drü­sen oder gar den Aug­ap­fel (Or­bi­tal­phleg­mo­ne) und in die Blut­bahn (Sep­sis) ist bei Kin­dern we­sent­lich hö­her als bei Er­wach­se­nen. Manch­mal ist auch die Bin­de­haut auf­grund der Lid­in­fek­ti­on ent­zün­det und muss mit­be­han­delt wer­den.  

                              Bei Fie­ber, all­ge­mei­nem Krank­heits­ge­fühl oder ge­schwol­le­nen Lymph­kno­ten, wenn ein Gers­ten­korn am Auge län­ger als eine Wo­che dau­ert oder der Schmerz zu­nimmt, soll­ten Sie auf je­den Fall so­fort zum Arzt ge­hen. Es kann not­wen­dig sein, dass der Kno­ten durch ei­nen klei­nen Schnitt er­öff­net wer­den muss, da­mit der Ei­ter ab­flies­sen kann. Dies darf nur vom Arzt durch­ge­führt wer­den! Ver­su­chen Sie nie­mals, das Gers­ten­korn mit ei­nem spit­zen In­stru­ment auf­zu­ste­chen oder aus­zu­drü­cken. Die Ent­zün­dung könn­te sich aus­brei­ten!

                              Wie wird ein Gers­ten­korn be­han­delt?


                              Das Gers­ten­korn heilt fast im­mer von selbst. Un­ter­stüt­zen lässt sich die Hei­lung durch tro­cke­ne Wär­me, z.B. Rot­licht und Heiz­kis­sen. Manch­mal ver­ord­net der Arzt eine An­ti­bio­ti­ka-hal­ti­ge Au­gen­sal­be oder Au­gen­trop­fen.

                              Wel­che Haus­mit­tel hel­fen bei ei­nem Gers­ten­korn?


                              • War­me, tro­cke­ne Lid-Kom­pres­sen be­schleu­ni­gen die Hei­lung und das Auf­bre­chen des Gers­ten­korns. Wär­men Sie ei­nen sau­be­ren Wasch­lap­pen auf ei­nem Pfan­nen­de­ckel über ei­ner Pfan­ne mit heis­sem Was­ser.

                              • War­me, feuch­te Kom­pres­sen auf dem Au­gen­lid se­hen Fach­leu­te skep­tisch, weil sie das Ri­si­ko ei­ner Keim­ver­schlep­pung und so­mit ei­ner Aus­brei­tung der In­fek­ti­on er­hö­hen. Ge­eig­net sein soll über­brüh­ter Tee aus Au­gen­trost­kraut, Rin­gel­blu­men­blü­ten und Ha­ma­me­lis­blät­tern. Den Tee 5 Mi­nu­ten zie­hen las­sen, dann et­was ab­küh­len las­sen und mit ei­nem fri­schen, aus­ge­drück­tem Wat­te­bausch auf das Lid le­gen. Für Ka­mil­len­um­schlä­ge gilt das­sel­be.

                              • Aus der Ho­möo­pa­thie kön­nen Apis D12, Sta­phy­s­agria D12. Und Spa­gy­rik (Au­gen­trost und Wal­nuss­baum) hel­fen.

                              • Bei star­ken Schmer­zen wir­ken küh­le Au­gen­kom­pres­sen lin­dernd.

                              • Hy­gie­ne ist an­ge­sagt, denn die Über­tra­gung er­folgt durch eine Schmier­in­fek­ti­on vom be­trof­fe­nen Auge auf das ge­sun­de: Re­gel­mäs­si­ges Hän­de­wa­schen, Hand­tü­cher täg­lich wech­seln und Schorf und Se­kret aus den Au­gen mit Pa­pier­tü­chern weg­wi­schen.

                              • Kon­takt­lin­sen sind bei ei­nem Gers­ten­korn am Au­gen­lid un­güns­tig. Sie soll­ten lie­ber eine Bril­le tra­gen, so­lan­ge die In­fek­ti­on an­hält. Nach über­stan­de­ner In­fek­ti­on müs­sen die Kon­takt­lin­sen sorg­fäl­tig ge­rei­nigt wer­den, be­vor sie wie­der ein­ge­setzt wer­den.

                              Letzte Aktualisierung: 30.03.2022, BH

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