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                              Ausfluss aus den Augen
                              ©
                              GettyImages

                              Bin­de­haut­ent­zün­dung


                              Rote, trä­nen­de und ju­cken­de Au­gen kön­nen Sym­pto­me ei­ner Bin­de­haut­ent­zün­dung sein. Ba­bys und Klein­kin­der sind sehr an­fäl­lig, denn ihr na­tür­li­cher Ei­gen­schutz muss sich erst noch ent­wi­ckeln. Je­des zehn­te Baby lei­det in den ers­ten Le­bens­mo­na­ten min­des­tens ein­mal un­ter ei­ner Bin­de­haut­rei­zung.

                              Wie ent­steht ein "ro­tes Auge"?


                              Als Bin­de­haut be­zeich­net man die fei­ne, durch­sich­ti­ge Schleim­haut, die die In­nen­sei­ten der Au­gen und den vor­de­ren Teil des Aug­ap­fels be­deckt. Sie bil­det da­bei den Bin­de­haut­sack. Im ge­sun­den Zu­stand ist sie von win­zi­gen Blut­ge­fäs­sen durch­zo­gen, die kaum sicht­bar sind.

                              Wenn die­se Schleim­haut durch äus­se­re Ein­flüs­se oder Er­re­ger über­reizt wird, kommt es zu­nächst zu ei­ner Bin­de­haut­rei­zung, dann Bin­de­haut­ent­zün­dung (Kon­junk­ti­vi­tis). Das kann durch Ein­flüs­se wie Fremd­kör­per (z.B. Staub, Russ), che­mi­sche Rei­ze (z.B. chlor­hal­ti­ges Schwimm­bad-Was­ser), Zug­luft, Käl­te, grel­les Licht, All­er­ge­ne (z.B. Tier­haa­re, Haus­staub) und Krank­heits­er­re­ger (meist Vi­ren, sel­te­ner Bak­te­ri­en) aus­ge­löst wer­den. Aus­ser­dem kann eine  Bin­de­haut­ent­zün­dung auch als Be­gleit­erschei­nung an­de­rer Krank­hei­ten, wie z.B. Ma­sern und Her­pes, auf­tre­ten.

                              Eine ein­sei­ti­ge Bin­de­haut­ent­zün­dung spricht auf je­den Fall für ei­nen Fremd­kör­per als Ur­sa­che.

                              Neu­ge­bo­re­ne ha­ben häu­fig ein harm­lo­ses „Schmier­au­ge“ in den ers­ten Le­bens­ta­gen. Ist es nach ei­ner Wo­che noch nicht ver­schwun­den, kann eine Ent­zün­dung un­ter der Ge­burt die Ur­sa­che sein, wenn die Mut­ter mit Bak­te­ri­en wie Go­no­kok­ken, Her­pes­vi­ren oder Chla­my­di­en in­fi­ziert ist und die­se an das Kind wei­ter­ge­ge­ben hat (Neu­ge­bo­re­nen­kon­junk­ti­vi­tis). Eine wei­te­re häu­fi­ge Ur­sa­che im Säug­lings­al­ter ist ein ver­stopf­ter Trä­nen­ka­nal.

                              An­ste­ckend ist nur die in­fek­tiö­se, also durch Bak­te­ri­en und Vi­ren aus­ge­lös­te Bin­de­haut­ent­zün­dung (Kon­junc­tivi­tis epi­de­mi­ca oder Au­gen­grip­pe).

                              Eine Au­gen­grip­pe wird meist durch Ade­no­vi­ren aus­ge­löst und kann zu­sätz­lich die Horn­haut be­fal­len. Die Kei­me wer­den durch Schmier- oder Tröpf­chen­in­fek­ti­on mit dem Au­gen­se­kret über die Hän­de oder Ge­gen­stän­de (wie Hand­tü­cher) über­tra­gen. Die Be­schwer­den be­gin­nen ein bis zwei Wo­chen nach der An­ste­ckung.

                              Bei Ver­dacht auf eine an­ste­cken­de Bin­de­haut­ent­zün­dung soll­ten Sie im­mer ei­nen Arzt auf­su­chen. Bei An­ste­ckungs­ge­fahr soll­te Ihr Kind selbst­ver­ständ­lich zu Hau­se blei­ben und nicht in die Kita, den Kin­der­gar­ten oder die Schu­le ge­hen.

                              Sym­pto­me ei­ner Bin­de­haut­ent­zün­dung


                              • ge­rö­te­te Au­gen mit prall ge­füll­ten Blut­ge­fäs­sen

                              • bren­nen­de, ju­cken­de und trä­nen­de Au­gen

                              • Schmer­zen

                              • „Fremd­kör­per-Ge­fühl“ im Auge (et­was „kratzt“ beim Zwin­kern), das Kind reibt häu­fig am Auge

                              • mor­gens häu­fig ver­kleb­te Li­der durch eit­ri­ges oder schlei­mi­ges Se­kret (eit­ri­ge Kon­junk­ti­vi­tis)

                              • ge­schwol­le­ne Lidrän­der

                              • even­tu­ell sind die Au­gen des Kin­des sehr licht­scheu

                              Be­hand­lung ei­ner Bin­de­haut­ent­zün­dung


                              Die wich­tigs­te Re­gel bei Bin­de­haut­ent­zün­dun­gen oder Au­gen­grip­pe: Fin­ger weg! Das Rei­ben am Auge sorgt nicht nur für Schmer­zen, son­dern ver­zö­gert auch den Hei­lungs­ver­lauf. Bei ei­ner in­fek­tiö­sen Bin­de­haut­ent­zün­dung führt das Rei­ben zu­dem für eine Aus­brei­tung der Bak­te­ri­en so­wie zu ei­ner er­höh­ten An­ste­ckungs­ge­fahr durch Schmier­in­fek­ti­on. Ach­ten Sie also dar­auf, dass Ihr Kind mög­lichst we­nig an das ent­zün­de­te Auge fasst. Aus­ser­dem soll­ten Sie Ihr Kind dazu an­hal­ten, sich be­son­ders häu­fig die Hän­de zu wa­schen, um das An­ste­ckungs­ri­si­ko ge­ring zu hal­ten. Das gilt üb­ri­gens auch für Sie, wenn Sie das er­krank­te Auge bei Ih­rem Kind be­han­deln.

                              So rei­ni­gen Sie die ent­zün­de­ten Au­gen:


                              • Ist ein Fremd­kör­per im Auge für die Ent­zün­dung ver­ant­wort­lich, ver­su­chen Sie die­sen be­hut­sam zu ent­fer­nen. Nut­zen Sie da­für zum Bei­spiel den Zip­fel ei­nes sau­be­ren Ta­schen­tuchs: Bit­ten Sie Ihr Kind, nach oben zu schau­en und zie­hen Sie gleich­zei­tig sanft das un­te­re Au­gen­lid nach un­ten. Mit dem Ta­schen­tuch­zip­fel soll­ten Sie nun den Fremd­kör­per ent­fer­nen kön­nen. Trau­en Sie sich das nicht zu oder schaf­fen es nicht, ge­hen Sie zu ei­nem Au­gen­arzt.

                              • Ver­kleb­te Lidrän­der und Wim­pern rei­ni­gen Sie am bes­ten mehr­mals am Tag mit ei­nem Mull­tup­fer: Tau­chen Sie ihn in lau­war­mes, ab­ge­koch­tes Was­ser oder eine schwa­che Koch­salz­lö­sung und wi­schen Sie ihn vor­sich­tig vom äus­se­ren Au­gen­win­kel zum in­ne­ren.

                              Der Arzt wird Ih­nen zur Be­hand­lung der Bin­de­haut­ent­zün­dung wahr­schein­lich Au­gen­trop­fen oder eine Au­gen­sal­be ver­schrei­ben, die zur Ent­zün­dungs­ur­sa­che pas­sen und in ih­rer Zu­sam­men­set­zung für Ba­bys und Klein­kin­der un­be­denk­lich sind. Soll­te die Bin­de­haut­ent­zün­dung durch Bak­te­ri­en ver­ur­sacht sein, kön­nen die ver­schrie­be­nen Au­gen­trop­fen auch ein An­ti­bio­ti­kum ent­hal­ten.

                              Au­gen­trop­fen aus pflanz­li­chen Ex­trak­ten ohne Kon­ser­vie­rungs­stof­fe sind bei Ba­bys und Klein­kin­dern zu­nächst oft die bes­te Al­ter­na­ti­ve. Die seit Jahr­hun­der­ten be­währ­te Heil­pflan­ze Eu­phra­sia (Au­gen­trost) „trös­tet“ ge­reiz­te und ge­rö­te­te Kin­der­au­gen. Au­gen­trost ist auch in vie­len ho­möo­pa­thi­schen Au­gen­trop­fen (D2 bis D6) ent­hal­ten, aus­ser­dem kann hel­fen He­par sul­fu­ris (D6), Pul­sa­til­la D6 oder Cal­ci­um sul­fu­ri­cum D6.

                              Heb­am­men emp­feh­len bei ei­ner Bin­de­haut­ent­zün­dung beim Baby, dass die stil­len­de Mut­ter dem Kind ei­ni­ge Trop­fen Mut­ter­milch di­rekt von der Brust in das ent­zün­de­te Auge träu­felt. Mut­ter­milch wirkt ent­zün­dungs­hem­mend und kann da­her die Hei­lung un­ter­stüt­zen.

                              Wie man Kin­dern Au­gen­trop­fen ver­ab­reicht


                              El­tern ha­ben oft Pro­ble­me, ih­ren Klein­kin­dern Au­gen­trop­fen zu ver­ab­rei­chen, da die sich meist weh­ren und an­fan­gen zu wei­nen. Be­son­ders wenn die Trop­fen im Auge bren­nen, ge­stal­tet sich das Ver­ab­rei­chen der Me­di­zin als schwie­rig. Nicht sel­ten knei­fen die Klei­nen ihre Au­gen ex­tra fest zu­sam­men. Am bes­ten träu­feln Sie die Au­gen­trop­fen dem lie­gen­den Kind di­rekt in den in­ne­ren Au­gen­win­kel bzw. die Lid­fal­te. Gibt man die Trop­fen bei ge­schlos­se­nen Au­gen, flies­sen sie nach dem Au­gen­öff­nen au­to­ma­tisch an die rich­ti­ge Stel­le. Da­nach kurz das un­te­re Lid leicht ab­zie­hen. Wich­tig ist nur, dass Ihr Kind nicht ge­ra­de mit dem Kopf wa­ckelt. Um das zu ver­hin­dern, soll­te es auft ei­nem klei­nen Kis­sen und im Na­cken leicht über­streckt auf dem Rü­cken lie­gen und Mama oder Papa le­gen eine Hand auf die Stirn. Wa­schen Sie sich vor­her und nach­her die Hän­de, um Kei­me nicht zu ver­schlep­pen.

                              We­gen Keim­ver­schlep­pung darf die Bin­de­haut nicht be­rührt wer­den. Das Auge darf auch nicht wei­ter ge­reizt wer­den, um schnell wie­der zu hei­len. Weil eine Bin­de­haut­ent­zün­dung häu­fig mit ei­ner Licht­emp­find­lich­keit ein­her­geht, soll­ten Sie die Woh­nung bzw. das Kin­der­zim­mer ein we­nig ab­dun­keln. Com­pu­ter- und Fern­seh­bild­schir­me blei­ben aus­ge­schal­tet. Im Frei­en soll­te Ihr Kind eine Son­nen­bril­le tra­gen. Sie schützt das an­ge­grif­fe­ne Auge vor UV-Strah­lung und Wind.

                              Zur Vor­beu­gung ei­ner Bin­de­haut­ent­zün­dung:


                              • Mit un­ge­wa­sche­nen Hän­den nicht ins Auge fas­sen

                              • Re­gel­mäs­si­ge Be­lüf­tung der Räu­me. Sauer­stoff­rei­che Luft wirkt wie ein na­tür­li­cher „Au­gen­be­feuch­ter“.

                              • Schüt­zen Sie die emp­find­li­chen Kin­der­au­gen vor der UV-Strah­lung im Som­mer, aber auch vor der star­ken Licht­re­flek­ti­on des Schnees im Win­ter durch eine gut sit­zen­de und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Kin­der-Son­nen­bril­le.

                              • Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr Kind z.B. im Auto kei­ne Zug­luft ab­be­kommt.

                              • Nut­zen Sie nur der­ma­to­lo­gisch ge­tes­te­te und ver­träg­li­che Ba­by­pro­duk­te.

                              Letzte Aktualisierung: 01.03.2021, BH
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