Anzeige
  • Kinderwunsch
    • Schwangerschaft
      • Geburt
        • Wochenbett
          • Baby
            • Kind

              • Stillen
                • Krankheiten
                  • Familie
                    • Frau
                      • Erziehung
                        • Vater werden
                          • Gesund Leben
                            • Arbeit, Recht und Finanzen

                              Krankes Kind mit Husten
                              ©
                              Fotolia

                              Er­käl­tun­gen bei Ba­bys und Klein­kin­dern

                              In­ter­view mit Dr. Re­na­to Kai­ser


                              swiss­mom: Er­käl­tun­gen bei Klein­kin­dern und Ba­bys be­gin­nen häu­fig mit Schnup­fen, war­um?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser:  Er­käl­tun­gen sind aku­te In­fek­ti­ons­krank­hei­ten der Na­sen-, Hals- und Bron­chi­al­schleim­häu­te, die in ers­ter Li­nie durch Vi­ren ver­ur­sacht wer­den. Ge­ra­de Klein­kin­der und Ba­bys wer­den oft durch eine Viel­zahl von so ge­nann­ten Schnup­fen­vi­ren an­ge­steckt und zei­gen meist be­reits am nächs­ten Tag ers­te Sym­pto­me wie ver­stopf­te Nase und Nie­sen. Die Na­sen­se­kre­ti­on ist an­fangs wäss­rig, wird zu­neh­mend dick­flüs­si­ger und in­ner­halb we­ni­ger Tage schlei­mig-gelb­grün. Na­sa­le Spra­che, Hei­ser­keit und leich­tes Bren­nen der Au­gen (ohne sicht­ba­re Ent­zün­dungs­zei­chen) kön­nen auf­tre­ten. Hus­ten und Hals­schmer­zen sind häu­fi­ge Be­glei­ter­kran­kun­gen. Er­käl­tun­gen bei Klein­kin­dern und Ba­bys be­gin­nen tat­säch­lich mit ei­nem Schnup­fen. Das hat da­mit zu tun, dass Klein­kin­der und Ba­bys durch die Nase at­men und die Ein­tritts­pfor­te für die Er­re­ger in der Re­gel die Nase ist und sich von dort auf Ra­chen und Bron­chi­al­schleim­haut aus­brei­ten kön­nen.   

                              swiss­mom: Ver­stopf­te Atem­we­ge er­zeu­gen bei Klein­kin­dern häu­fig Un­wohl­sein, wie äus­sert sich das?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser: Die ver­stopf­te Nase macht dem Baby vor al­lem des­halb zu schaf­fen, weil die At­mung zu die­sem Zeit­punkt fast aus­schliess­lich durch die Nase ge­schieht. Das Baby hat dann gros­se Mühe beim Trin­ken, ist häu­fig un­ru­hig und „quen­ge­lig“ und rö­chelt häu­fig. Es er­staunt we­nig, dass ver­schnupf­te Ba­bys schlecht ein­schla­fen und nachts – zum Leid­we­sen der El­tern – häu­fi­ger auf­wa­chen.

                              Zur Per­son

                              Dr. Renato Kaiser

                              Renato Kaiser ist promovierter Apotheker und Geschäftsführer der Parcopharm SA in Baar. Er betreut für die Firma Iromedica die Produkte Entwicklung und -Pflege. Auch beschäftigt er sich seit Jahren intensiv mit der Naturheilkunde. Sein Spezialgebiet: Spagyrik, Heilmittel und Alchemia Medica. Dr. Kaiser ist auch Dozent der Naturärztevereinigung der Schweiz.

                              swiss­mom: Wie be­han­delt man ei­nen Schnup­fen bei Klein­kin­dern und Ba­bys?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser: Die ef­fi­zi­en­tes­te Art der Schnup­fen­be­hand­lung ist si­cher die An­wen­dung von Schleim­haut ab­schwel­len­den Schnup­fen­mit­teln. Dies ist dann sehr sinn­voll, wenn die Nase völ­lig ver­stopft ist und das Baby gros­se Mühe beim Trin­ken hat oder nachts schlecht schläft. Ba­bys und Klein­kin­der brau­chen un­be­dingt spe­zi­ell auf sie ab­ge­stimm­te Schnup­fen­mit­tel. Den mo­der­nen Do­sier­sys­te­men ist da­bei si­cher der Vor­zug zu ge­ben (z.B. Na­sivin pur 0.01% Do­sier­trop­fer für Säug­lin­ge, Na­sivin pur 0.025% Do­sier­spray für Klein­kin­der). Zu be­ach­ten ist, dass Schleim­haut ab­schwel­len­de Schnup­fen­mit­tel grund­sätz­lich nicht län­ger als 5 – 7 Tage an­ge­wen­det wer­den soll­ten. Al­ter­na­tiv kön­nen Na­sen­trop­fen oder –sprays auf der Ba­sis von Salz­lö­sun­gen (Koch­salz, Meer­salz oder Em­ser­salz) an­ge­wen­det wer­den. Salz­lö­sun­gen ha­ben ei­nen leicht ab­schwel­len­den Ef­fekt und lö­sen vor al­lem zä­hen Schleim. Die An­wen­dung ist be­den­ken­los und auch nicht ein­ge­schränkt. Nicht ge­eig­net sind äthe­ri­sche Öle, etwa Eu­ca­lyp­tus­öl oder Men­thol und Kam­pher. Sie kön­nen Rei­zun­gen und so­gar Atem­not ver­ur­sa­chen.

                              swiss­mom: War­um sol­len El­tern ei­nen Schnup­fen be­han­deln und Ihr Kind gut be­ob­ach­ten?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser: Die Be­hand­lung des Schnup­fens ist sinn­voll, nicht nur da­mit das Baby oder Klein­kind wie­der eine freie Nase hat, son­dern weil durch Schleim­haut ab­schwel­len­de Mit­tel die Ver­bin­dungs­gän­ge zu Ne­ben­höh­len und Mit­tel­ohr frei wer­den. Da­durch wird auch die Ge­fahr der Ent­wick­lung ei­ner Ent­zün­dung der Ne­ben­höh­len (Si­nu­si­tis) und des Mit­tel­ohrs (Oti­tis me­dia) durch Bak­te­ri­en und Vi­ren deut­lich ge­senkt. Eine ver­stopf­te Nase beim Säug­ling kann also durch­aus zu ei­nem erns­ten Pro­blem füh­ren. Die El­tern soll­ten ihr Baby oder Klein­kind gut be­ob­ach­ten.

                              swiss­mom: Wie äus­sern sich die Sym­pto­me ei­ner Mit­tel­ohr­ent­zün­dung?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser: Die Mit­tel­ohr­ent­zün­dung tritt häu­fig im Säug­lings- und Klein­kind­al­ter auf. Sie wird meist durch Bak­te­ri­en ver­ur­sacht. Die ty­pi­schen Sym­pto­me sind hef­ti­ge Oh­ren­schmer­zen, Schwin­del und Fie­ber. Wei­te­re Sym­pto­me sind all­ge­mei­nes Krank­heits­ge­fühl, Hör­min­de­rung und Kopf­schmer­zen. Ba­bys mit Mit­tel­ohr­ent­zün­dung sind un­ru­hig, wei­ner­lich, trin­ken schlecht und grei­fen sich oft ans Ohr. Im Ver­lauf der Mit­tel­ohr­ent­zün­dung kann es zum Ein­reis­sen des Trom­mel­fells kom­men mit plötz­li­cher Schmerz­lin­de­rung und Ei­tern des Ohrs kom­men. El­tern soll­ten bei An­zei­chen ei­ner Mit­tel­ohr­ent­zün­dung den Arzt auf­su­chen.

                              swiss­mom: Was tun, wenn das Kind noch zu­sätz­lich hus­tet oder be­kommt Fie­ber?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser: Bei leich­tem Hus­ten oder leich­ter Tem­pe­ra­tur (bis 38 °C) soll­te man sich kei­ne all­zu gros­sen Sor­gen ma­chen. Wird das Kind aber durch ei­nen tro­cke­nen Hus­ten vom Schlaf ab­ge­hal­ten oder tritt Fie­ber auf (mehr als 38 °C), soll­ten El­tern mit ih­rem Klein­kind un­be­dingt zum Arzt ge­hen –  dies auch, wenn die Klei­nen das Trin­ken ganz ver­wei­gern und der All­ge­mein­zu­stand sich deut­lich ver­schlech­tert. 

                              swiss­mom: Dür­fen El­tern mit ei­nem Kind, wel­ches er­käl­tet ist, auch et­was an die fri­sche Luft?

                              Dr. Re­na­to Kai­ser: Selbst­ver­ständ­lich. Falls das Kind kein Fie­ber hat, kann man ohne wei­te­res mit ihm auch mehr­mals am Tag spa­zie­ren ge­hen. Das tut ihm gut und ist bei fast je­dem Wet­ter mög­lich. Das Kind ist ein­fach ent­spre­chend der Wit­te­rung an­zu­zie­hen (nicht zu warm, nicht zu dünn). Bei Tem­pe­ra­tu­ren von un­ter 10 Grad mi­nus emp­fiehlt es sich, da­heim zu blei­ben. Fri­sche Luft tut also gut! 

                              Letzte Aktualisierung: 06.11.2019, AS

                              Mehr zum The­ma

                              Ak­tu­el­les

                              kurz&bündigkurz&bündig
                              11/17/2021
                              Frau bekommt Impfung mit Spritze

                              Zwei­fach imp­fen?

                              Wenn es käl­ter wird, steht die nächs­te Grip­pe­sai­son be­vor. Auch die Co­ro­na-Zah­len stei­gen wie­der. Wer ge­gen Co­vid-19 …

                              Un­se­re Emp­feh­lun­gen

                              Neu­es­te Ar­ti­kel

                              Unsere Partner

                              Anzeige
                              Anzeige