Ärztin hört Brust mit Stethoskop ab

Angeborene Herzfehler

Das Herz ist einer der wichtigsten Muskeln, denn es muss das Blut durch den Körper pumpen. An diesem lebensnotwendigen System kann es in der vorgeburtlichen Entwicklung zu Fehlbildungen kommen. Die empfindlichste Zeit der Herzentwicklung liegt zwischen dem 14. und 60. Tag nach der Befruchtung. Ca. eines von 100 Kindern kommt mit einem Herzfehler zur Welt, das sind in der Schweiz jedes Jahr 800 Babys. Am häufigsten ist ein Loch in der Scheidewand zwischen den beiden Herzkammern (VSD).

Verschiedene Störungen können zu einer Fehlbildung führen: Mütterliche Infektionen mit Röteln, ein schlecht eingestellter mütterlicher Diabetes, bestimmte Medikamente und übermässiger Alkoholkonsum in der Schwangerschaft erhöhen die Wahrscheinlichkeit dafür, ein Kind mit einem Herzfehler zur Welt zu bringen. Auch Chromosomenstörungen wie das Down Syndrom können einen angeborenen Herzfehler verursachen. Zudem ist das Risiko erhöht, wenn bereits ein Familienmitglied einen angeborenen Herzfehler hat. In etwa 85 Prozent der Fälle findet sich jedoch kein eindeutiger Grund.

Schwere Herzfehler können durch eine spezielle Ultraschalluntersuchung schon vor der Geburt entdeckt werden. Ist der Herzfehler schwerwiegend, sollten Sie Ihr Kind an einem Krankenhaus zur Welt bringen, in dem es schnell und reibungslos versorgt und eventuell rasch operiert werden kann.

Viele weniger schwere Herzfehler fallen dagegen erst nach der Geburt durch ein Herzgeräusch auf.

Bei einigen herzkranken Kindern ist keine Operation nötig. Leider ist das eher die Ausnahme. Ein Viertel der Kinder muss gleich nach der Geburt operiert werden. Bei den meisten anderen Kindern entwickelt sich eine Herzschwäche und es sind eine oder mehrere Operationen notwendig. Die meisten Kinder können heute aber erfolgreich behandelt werden und haben eine gute Lebenserwartung. 90% erreichen das Erwachsenenalter, bleiben aber lebenslang chronisch krank. Deshalb gibt es viele Selbsthilfegruppen von Betroffenen und speziell auch von Eltern herzkranker Kinder.

Weitere Informationen:www.herzkids.ch


Wissen

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Newsticker

Sensor schlägt Alarm | 12.03.2018

Ein winziger Sensor wird nach dem Blasensprung über den offenen Muttermund an der Wange des noch ungeborenen Kindes befestigt und liefert während der Geburt kontinuierlich Informationen über die Sauerstoffsättigung im fetalen Blut. Dieses einfache Verfahren (Pulsoxymetrie) ist aber auch nach der Geburt noch hilfreich. Es kann einen grossen Teil der angeborenen Herzfehler, die für etwa 6 % aller Todesfälle im Säuglingsalter verantwortlich sind, so früh entdecken, dass lebensrettende Massnahmen schnell eingeleitet werden können. Nach einer amerikanischen Studie wird dadurch die Säuglingssterblichkeit erheblich gesenkt. Auch eine Studie am Universitäts-Kinderspital Zürich mit über 3000 Neugeborenen konnte den Nutzen eindrücklich nachweisen.

„herzkids“ ist online | 02.01.2018

Jetzt gibt es endlich auch in der Schweiz eine Webseite für Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern. Denn die Zahl der überlebenden Herzkinder, besonders derer mit schweren angeborenen Herzfehlern, steigt stetig an. Am Kinderspital Zürich beschäftigt man sich seit 2004 im Rahmen von verschiedenen Forschungsprojekten mit der Entwicklung von operierten Herzkindern. Mit der neuen Webseite sollen Eltern und Angehörige umfassend informiert, aufgeklärt und unterstützt werden. Und: Den Eltern, die durch die Teilnahme an den Studien erst Forschung und Fortschritt ermöglicht haben, soll damit etwas zurückgegeben werden. www.herzkids.ch

Angeborene Herzfehler