Der Kopf juckt!

Hilfe - der Kopf juckt!

Zum Beginn des Kindergartenjahres oder zum Schulanfang, aber auch nach den Ferien tauchen sie immer wieder auf - die Läuse. Gerade in der kalten Jahreszeit, in der man sich wieder mit Mützen und dicken Jacken schützt, haben Kopfläuse ein leichtes Spiel, von Mensch zu Mensch verbreitet zu werden. Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen sind dabei besonders häufig epidemieartig betroffen.

Es gibt drei Lausarten, die den Menschen als Wirt benutzen: die Kopf-, die Kleider- und die Filzlaus. Sie gehören mit der Krätzmilbe, der Haarbalgmilbe und den Bettwanzen zu den ständigen Hautparasiten des Menschen. Läuse können nur mit Menschenblut überleben, ohne den Mensch als Wirt sterben sie ab und können sich auch nicht vermehren. Sie sind streng artspezifisch, d.h. sie haben immer nur einen Wirt. Eine Katzenlaus lebt nur auf Katzen und die Menschenlaus wechselt höchstens von Mensch zu Mensch. In den Kopfhaaren findet man nur Kopfläuse, die Kleiderlaus findet man nur auf unbehaarten Stellen am Körper und auf Innenseiten von Kleidern, die Filzlaus bleibt in den Schamhaaren, den Achselhaaren, auf Wimpern und Augenbrauen.

Warum Kopfläuse seit den 60er Jahren wieder vermehrt auftreten, ist unbekannt. Eins ist zumindes klar: Läuse stellen heute kein Gesundheitsproblem dar, da durch Läuse übertragbare Krankheiten nicht mehr aufgetreten sind. Das Wohlbefinden jedoch leidet bei einem Lausbefall durch den starken Juckreiz beträchtlich. 

Die Laus schreckt auch vor sauberen, gepflegten Kinderköpfen nicht zurück. Auch tägliches Haare waschen schützt nicht vor Läusen. Lange Haare bieten günstige Bedingungen für das Einnisten von Kopfläusen, aber die Haarlänge hat wenig Einfluss darauf, ob jemand mit Läusen angesteckt wird. Nur bei Haaren, die kürzer als 2 cm sind, können Läuse sich nirgends festhalten.

Lausbefall bekommen Kinder vor allem da, wo Gruppen zusammenkommen. Die Läuse werden durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf verbreitet. Läuse springen weder von den Bäumen, noch können sie von einem Haustier übertragen werden. Läuse sitzen nicht in der Spielecke des Kindergartens und warten bis die Kinder morgens endlich kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Kopfhaar (am liebsten im Nacken-, Ohr- und Schläfenbereich) oder in anderen behaarten Regionen des Körpers (Barthaare, Achselhaare und Augenbrauen, Schambehaarung).

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die nur beim Menschen als Parasit vorkommen. Sie ernähren sich ausschliesslich von Blut. Sie sind ungefähr 3 mm lang und besitzen drei kräftige Beinpaare, die alle mit Klammern versehen sind. Läuse können einer 2000-fachen Zugkraft ihres Körpergewichtes standhalten. Ihr Körper ist äusserst stark gebaut. Kopfläuse lassen sich also nicht einfach zerdrücken. Um eine Laus zu zerstören, muss man schon gezielte Druckkraft mit den Fingernägeln aufwenden.

Hartnäckig sind die weissen Eier der Läuse. Das sind längliche, ovale Eier, 0.8 mm lang und und mit einem Durchmesser von ca. 0.3 mm. Die Eier werden vom Weibchen mit einem stark haftenden, wasserunlöslichen Kitt am Kopfhaar festgemacht. Darum können die Eier oder Nissen (Eihüllen) mit einer einfachen Haarwäsche nicht entfernt werden. Die Eier werden meist in der Nähe des Kopfbodens abgelegt, ein Ei über dem anderen wie eine Perlenschnur. Oft kleben die Eier oder Nissen auch am Haaransatz hinter den Ohren, bei den Schläfen und im Nacken. Dort juckt es dann auch am meisten. Im Gegensatz zu Kopfschuppen haften Nissen oder Eier haften fest am Haar und können nicht abgestreift werden. Anfangs sehen sie weisslich glänzend aus, später gelblich bis braungelb. Ein Weibchen kann bis zu 300 Eier legen. Innerhalb von acht Tagen schlüpfen die Larven aus. In weiteren acht Tagen sind die Läuse geschlechtsreif und ein bis zwei Tage später legen sie die ersten Eier. Je wärmer und feuchter, desto schneller geht die Entwicklung voran. 

Die Laus ist ein Parasit, d.h. sie lebt vom Menschen, ohne ihm aber einen Nutzen zu bringen. Sie ernährt sich alleine vom Menschenblut. Ohne Menschenblut überlebt eine Laus kaum länger als 48 Stunden. Etwa jede zweite Stunde saugt die Laus Blut, ungefähr 10 bis 30 Minuten lang. Von Zeit zu Zeit scheidet die Laus Fäkalien aus, diese können beim Wirt zu einer Sensibilisierung und zu allergischen Reaktionen führen. Die gerinnungshemmende Substanz im Speichel der Laus und die Fäkalien können Juckreiz verursachen. Durch Kratzen entstehen Infektionen und durch die allergische Reaktion kann es Ekzeme geben. 

Newsticker

Winterzeit = Läusezeit: Die Brutzeiten von Kopfläusen sind länger als bisher angenommen. Einige Insekten schlüpfen einer neuen Studie zufolge erst nach 14 Tagen oder später. Der Läusenachwuchs kann deshalb die gängigen Behandlungsempfehlungen (Läuse-Shampoo nach sieben bis zehn Tagen wiederholen) überleben. Die bisherige Empfehlung stammt aus den 1920er und 1930er Jahren und geht von einer Brutzeit von sieben bis zehn Tagen aus. Neu wird jetzt eine dritte Behandlung empfohlen, um auch die letzten aus den Nissen geschlüpften Läuse zu erfassen, bevor die weiblichen Tiere beginnen, neue Eier zu legen. (swissmom Newsticker, 26.1.2014)

Letzte Aktualisierung: 09.2017, BH / AS