Junge kratz sich am Kopf

Was Sie über Kopfläuse wissen müssen

Zum Schulanfang, aber auch nach den Ferien tauchen sie immer wieder auf - die Läuse. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn die Kinder Mützen tragen, haben Kopfläuse ein leichtes Spiel, von Mensch zu Mensch verbreitet zu werden. Wie erkennen Sie, ob Ihr Kind Läuse hat? Und was können Sie tun, um die Plagegeister wieder loszuwerden?

Wie erkennt man, dass ein Kind Läuse hat?

Kontrollieren Sie die Köpfe Ihrer Kinder regelmässig und beobachten Sie, ob eines Ihrer Kinder sich immer wieder am Kopf kratzt. Suchen Sie den behaarten Kopf, den Bereich hinter den Ohren und die Augenbrauen nach Kopfläusen ab. Dabei ist wichtig: Lebende Läuse sieht man selten, sie sehen aus wie kleine Fruchtfliegen, einfach ohne Flügel. Die Eier oder Nissen hingegen sind auffällig sichtbar und von Schuppen leicht dadurch zu unterscheiden, dass sie sich nicht abstreifen lassen. Die eiförmigen Nissen (Eihüllen) haften fest an den Haaren.

Die Nissen sind oval, länglich, ca. 0.8 mm lang und haben einen Durchmesser von ca. 0.3 mm. Anfangs sehen sie weisslich glänzend aus, später gelblich bis braungelb. Die Eier werden vom Weibchen mit einem stark haftenden, wasserunlöslichen Kitt am Kopfhaar festgemacht. Darum können sie mit einer einfachen Haarwäsche nicht entfernt werden. Meist werden sie in der Nähe des Kopfbodens abgelegt, ein Ei über dem anderen wie eine Perlenschnur. Oft kleben die Eier oder Nissen auch am Haaransatz hinter den Ohren, bei den Schläfen und im Nacken. Dort juckt es dann auch am meisten.

Was tun, wenn das Kind Läuse hat?

  • Informieren Sie die Lehrperson und/oder BetreuerInnen über den Lausbefall Ihres Kindes.
  • Befallene Kinder sollen nicht in die Krippe, den Kindergarten oder in die Schule gehen, bis eine Lausbehandlung vorgenommen wurde.
  • Die Schulen und Behörden müssen Informationsblätter an alle Eltern verteilen, damit die Kinder beobachtet werden und allenfalls mit entsprechenden Lausmitteln behandelt werden. Nur so lässt sich eine ständige Wiederansteckung (Pingpong-Effekt) vermeiden.
  • Behandeln Sie die Kopfläuse nach Vorschrift mit einem Mittel aus dem Fachhandel und kontrollieren Sie die Haare immer wieder. Am besten verwenden Sie dazu einen sehr engzinkigen Läusekamm.

Wie wird eine Lausbehandlung durchgeführt?

Läuse können nicht durch blosses Haarewaschen entfernt werden. Sie müssen mit chemischen Mitteln aus dem Fachhandel abgetötet bzw. erstickt werden. Wenden Sie die chemischen Mittel immer auf nassem, aber handtuchtrockenem Haar an. Benutzen Sie Gummihandschuhe, achten Sie darauf, dass der Raum gut belüftet ist und decken Sie die Augen des Kindes mit einem Lappen ab.

Kämmen Sie das Haar Strähne für Strähne mit einem Läusekamm. Den Kamm zwischen dem Auskämmen immer wieder an einem Taschentuch oder Küchenpapier gründlich abwischen. Zum Schluss wird das Haar gründlich ausgewaschen. Bei manchen Mitteln darf das Haar im Anschluss an die Behandlung nicht gefönt werden.

Kämmen Sie nach der Behandlung die Haare mindestens zweimal pro Woche, besser täglich, mit einem Läusekamm Strähne für Strähne, um allenfalls noch vorhandene Nissen oder Eier zu entfernen. Hat Ihr Kind lange Haare, empfiehlt es sich, nach der Haarwäsche eine Spülung zu verwenden, damit das Kämmen nicht zu einer qualvollen Prozedur wird. Nach ca. 8 Tagen muss bei den meisten Präparaten die Behandlung wiederholt werden, da möglicherweise Larven nachgeschlüpft sind. Dieser Aufwand lohnt sich, um einen erneuten Befall zu vermeiden.

In leichteren Fällen kann die Entfernung auch ohne chemische Mittel, einfach mit einer Haarspülung (Conditioner) und dem Lauskamm gelingen. Erst wenn eine lebende Laus, Nissen (Eihülle) oder Eier gefunden wurden, soll ein chemisches Mittel angewandt werden. Finden Sie nur eine einzelne Nisse oder ein Ei, sollen Sie wachsam bleiben und nach eventuellen Läusen Ausschau halten.

Diese Mittel helfen gegen Kopfläuse

Verschiedene Insektizide sind im Handel erhältlich, z.B. Lindan oder Malathion, Permethrin oder Pyretrine. Diese wirken bei der Laus als Nervengift. Leider können solche Mittel an Wirksamkeit verlieren, da die Laus resistent wird. Mögliche Schädigungen des Menschen werden immer wieder diskutiert. Alternativen zu Permethrin sind beispielsweise Dimethicon (Dimeticone), Cyclometicon und Allethrin. Sie sollen die Atemöffnungen der Läuse verstopfen und so gleich effektiv sein wie chemische Insektizide. Beachten Sie stets die Packungsbeilage der verwendeten Mittel.

Schwangere und Stillende, Säuglinge, Kleinkinder oder Personen, die an Epilepsie oder anderen vorbestehenden Krankheiten leiden, müssen vor der Anwendung den Arzt oder Apotheker konsultieren. Für diese Patientengruppen empfiehlt sich ein Produkt mit Dimethicon.

So können Sie einem erneuten Befall vorbeugen

  • Weidenrindenshampoo, Shampoo mit Kokosöl, Eukalyptus- und Thymianöl oder auch einige Tropfen Lavendelöl im Nacken können bei Kindern im Kindergartenalter (oder bei Kindern ab 2 bis 3 Jahren mit langem, dichten Haar) prophylaktisch angewendet werden, um einen Lausbefall zu vermeiden.
  • Es ist sinnvoll, lange Haare zusammenzubinden.
  • Wenden Sie auf keinen Fall vorbeugend chemische Mittel an, denn so werden nur Resistenzen erzeugt.
  • Nach einem Befall während mindestens einem Monat zweimal wöchentlich mit dem Lauskamm auf die Jagd gehen, d.h. nasse Haare mit einer Haarspülung (Conditioner) nach der Haarwäsche behandeln. Die Haare normal kämmen und dann Strähne für Strähne mit dem Läusekamm das Haar durchsuchen. Streichen Sie mit dem Lauskamm mit leichtem Druck entlang der Kopfhaut. Arbeiten Sie bei gutem Licht und achten Sie besonders auf Nissen.
  • Läuse sind kleine Vampire und benötigen Blut zum Überleben. Darum ist es nicht notwendig, Bettwäsche, Mützen, Schals oder Kuscheltiere zu waschen und Polstersessel oder Autositze staubzusaugen. Bei einem starken Lausbefall ist es manchmal beruhigend, die Bettwäsche zu waschen. Die Läuse sterben jedoch während dem Waschprozess nicht ab.
  • Nichtbetroffene Familienmitglieder sollen genauso sorgfältig kontrolliert werden wie betroffene. Eine Übertragung von Kopf zu Kopf ist um ein Vielfaches wahrscheinlicher als über Gegenstände.

Lausbefall ist keine Frage von Körperhygiene

Eltern ist es oft peinlich, dass ihre Kinder Läuse haben, aber die Parasiten schrecken auch vor einer gepflegten Haarpracht nicht zurück. Läusebefall ist daher keine Schande und hat nichts mit Hygiene zu tun. Häufiges Haarewaschen, Bürsten und Kämmen und auch das Wechseln von Kopf- und Halsbedeckung können einen Lausbefall nicht verhindern. Lange Haare bieten günstige Bedingungen für das Einnisten von Kopfläusen, aber die Haarlänge hat wenig Einfluss darauf, ob jemand mit Läusen angesteckt wird. Nur bei Haaren, die kürzer als 2 cm sind, können Läuse sich nirgends festhalten.

Die Übertragung erfolgt praktisch immer durch direkten Kontakt von Kopf zu Kopf, vor allem da, wo Gruppen zusammenkommen. Läuse springen weder von den Bäumen, noch können sie von einem Haustier übertragen werden. Sie sitzen nicht in der Spielecke des Kindergartens und warten bis die Kinder morgens endlich kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Kopfhaar (am liebsten im Nacken-, Ohr- und Schläfenbereich).

Wissenswertes über Läuse

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die nur beim Menschen als Parasit vorkommen. Sie ernähren sich ausschliesslich von Blut. Sie sind ungefähr 3 mm lang und besitzen drei kräftige Beinpaare, die alle mit Klammern versehen sind. Läuse können einer 2000-fachen Zugkraft ihres Körpergewichtes standhalten. Ihr Körper ist äusserst stark gebaut. Kopfläuse lassen sich also nicht einfach zerdrücken. Um eine Laus zu zerstören, muss man schon gezielte Druckkraft mit den Fingernägeln aufwenden.

Etwa jede zweite Stunde saugt die Laus Blut, ungefähr 10 bis 30 Minuten lang. Ohne Menschenblut überlebt sie kaum länger als 48 Stunden. Von Zeit zu Zeit scheidet die Laus Fäkalien aus. Diese können beim Wirt zu einer Sensibilisierung und zu allergischen Reaktionen führen. Die gerinnungshemmende Substanz im Speichel der Laus und die Fäkalien können Juckreiz verursachen. Durch Kratzen entstehen Infektionen und durch die allergische Reaktion können sich Ekzeme bilden.

Ein Weibchen kann bis zu 300 Eier legen. Innerhalb von acht Tagen schlüpfen die Larven. Nach weiteren acht Tagen sind die Läuse geschlechtsreif, ein bis zwei Tage später legen sie die ersten Eier. Je wärmer und feuchter, desto schneller geht die Entwicklung voran.

Es gibt drei Lausarten, die den Menschen als Wirt benutzen: die Kopf-, die Kleider- und die Filzlaus. Sie gehören mit der Krätzmilbe, der Haarbalgmilbe und den Bettwanzen zu den ständigen Hautparasiten des Menschen. Läuse können nur mit Menschenblut überleben, ohne den Menschen als Wirt sterben sie ab und können sich auch nicht vermehren. Sie sind streng artspezifisch, d.h. sie haben immer nur einen Wirt. Eine Katzenlaus lebt nur auf Katzen und die Menschenlaus wechselt höchstens von Mensch zu Mensch. In den Kopfhaaren findet man nur Kopfläuse, die Kleiderlaus findet man nur auf unbehaarten Stellen am Körper und auf Innenseiten von Kleidern, die Filzlaus bleibt in den Schamhaaren, den Achselhaaren, auf Wimpern und Augenbrauen.

Warum Kopfläuse seit den 60er Jahren wieder vermehrt auftreten, ist unbekannt. Eins ist zumindest klar: Läuse stellen heute kein Gesundheitsproblem dar, da durch sie übertragbare Krankheiten nicht mehr aufgetreten sind. Das Wohlbefinden jedoch leidet bei einem Lausbefall durch den starken Juckreiz beträchtlich.

Newsticker

Winterzeit = Läusezeit: Die Brutzeiten von Kopfläusen sind länger als bisher angenommen. Einige Insekten schlüpfen einer neuen Studie zufolge erst nach 14 Tagen oder später. Der Läusenachwuchs kann deshalb die gängigen Behandlungsempfehlungen (Läuse-Shampoo nach sieben bis zehn Tagen wiederholen) überleben. Die bisherige Empfehlung stammt aus den 1920er und 1930er Jahren und geht von einer Brutzeit von sieben bis zehn Tagen aus. Neu wird jetzt eine dritte Behandlung empfohlen, um auch die letzten aus den Nissen geschlüpften Läuse zu erfassen, bevor die weiblichen Tiere beginnen, neue Eier zu legen. (swissmom Newsticker, 26.1.2014)

Kopfläuse