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                              Baby trinkt aus dem Schoppen
                              ©
                              GettyImages

                              Zu­cker­was­ser nimmt den Schmerz beim Imp­fen


                              Wenn die nächs­te emp­foh­le­ne Imp­fung für das Baby an­steht, schau­dert es vie­le El­tern schon, denn meist wird der klei­ne Piks mit hef­ti­gem Schrei­en und Stram­peln quit­tiert. Und Papa und Mama tut das Herz weh, wenn sie se­hen, dass ihr Kind Angst hat. Da­bei gibt es of­fen­bar ei­nen ein­fa­chen Trick, um dem Kind Leid zu er­spa­ren, ha­ben US-ame­ri­ka­ni­sche For­scher her­aus­ge­fun­den: Eine Zu­cker­lö­sung kann Säug­lin­gen den Schmerz beim Imp­fen neh­men!

                              Be­kom­men Säug­lin­ge vor der Imp­fung eine Zu­cker­lö­sung (24-pro­zen­tig, Haus­halts­zu­cker) zu trin­ken, ha­ben sie we­ni­ger Schmer­zen an der Impf­stel­le als Impf­lin­ge, die nur Was­ser er­hal­ten, be­leg­ten die Wis­sen­schaft­ler aus Penn­syl­va­nia mit ih­rer Stu­die. Der schmerz­re­du­zie­ren­de Ef­fekt mach­te sich so­gar bei ei­ner Impf­se­rie aus drei In­jek­tio­nen be­merk­bar.

                              In die Stu­die wur­den 83 Kin­der im Al­ter von zwei und vier Mo­na­ten ein­be­zo­gen. Alle Säug­lin­ge wur­den drei­mal ge­impft: zu­nächst mit ei­nem Fünf­fach-Impf­stoff, drei Mi­nu­ten spä­ter ge­gen Hib (Ha­emo­phi­lus in­flu­en­zae Typ b) und nach wei­te­ren zwei Mi­nu­ten ge­gen Pneu­mo­kok­ken. 38 Kin­der er­hiel­ten vor der Impf­se­rie eine 24-pro­zen­ti­ge Zu­cker­lö­sung (Sac­cha­ro­se), die an­de­ren 45 nur Was­ser als Pla­ce­bo. Alle Ba­bys be­ka­men zu­sätz­lich ih­ren ge­wohn­ten Schnul­ler zur Be­ru­hi­gung.

                              Er­geb­nis: In der Grup­pe mit Zu­cker­lö­sung wa­ren die Schmer­zen nach je­der In­jek­ti­on ge­rin­ger als in der Pla­ce­bo-Grup­pe. Be­ur­teilt wur­den die Schmer­zen an­hand ei­ner Ska­la von 0 bis 5 Punk­ten, wo­bei zum Bei­spiel Schrei­en, Stram­peln und Mi­mik als Grad­mes­ser dien­ten. Kurz nach Ende der Impf­se­rie wa­ren die Re­ak­tio­nen bei den mit Zu­cker­lö­sung ver­sorg­ten Säug­lin­gen so­gar fast auf null ge­sun­ken, wäh­rend sie in der Pla­ce­bo-Grup­pe noch deut­lich re­gis­triert wer­den konn­ten. Nach An­ga­ben der Wis­sen­schaft­ler be­wirk­te die Gabe der Zu­cker­lö­sung ei­nen um rund 80 Pro­zent ge­rin­ge­ren Schmerz.

                              War­um der Zu­cker schmerz­lin­dernd wirkt, wird in der Stu­die nicht er­klärt. Doch ist seit län­ge­rem be­kannt und wur­de auch in an­de­ren Ex­pe­ri­men­ten be­legt, dass Zu­cker als En­er­gie­trä­ger für das Ge­hirn Sub­stan­zen ak­ti­viert, die un­ter an­de­rem schmerz­lin­dernd wir­ken. Gleich­wohl ra­ten die For­scher ab­schlies­send, zu­sätz­lich zur Zu­cker­lö­sung auch die be­währ­ten Mass­nah­men beim Imp­fen an­zu­wen­den oder durch ein El­tern­teil an­wen­den zu las­sen: näm­lich den Säug­ling eng hal­ten, strei­cheln und ab­len­ken.

                              Quel­le: Lin­da A. Hat­field et al.: Pe­diatrics 121, 2008, S. 327-334

                              Letzte Aktualisierung: 14.04.2021, BH
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