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                              Familie schlafend im Bett

                              Wan­zen im Bett?


                              Die Pa­ra­si­ten im Schlaf­zim­mer ha­ben nichts mit man­geln­der Hy­gie­ne zu tun. Wan­zen, ihr Eier und Lar­ven wer­den ein­fach ein­ge­schleppt - auf Bü­chern, Bil­dern und Mö­beln vom Floh­markt und - im­mer mehr - im Ge­päck von Ur­lau­bern, Fern­tou­ris­ten und Welt­rei­sen­den.

                              In ih­rem neu­en Zu­hau­se - das kann die Berg­hüt­te ge­nau­so sein wie die Lu­xus­vil­la - macht es sich Cimex lec­tu­la­ri­us (die Bett­wan­ze) dort be­quem, wo es nicht weit bis zur nächs­ten Fut­ter­stel­le ist: in den Rit­zen des Lat­ten­rosts, den Fal­ten der Ma­trat­ze oder hin­ter der Bo­den­leis­te ne­ben dem Bett. Im Schutz der Dun­kel­heit krab­beln die fla­chen, meist vier bis acht Mil­li­me­ter lan­gen, hell- bis dun­kel­brau­nen In­sek­ten fast blind, aber blitz­schnell aus ih­rem Ver­steck, im­mer der Wär­me nach. Etwa dop­pelt so gross keh­ren sie dort­hin zu­rück - jetzt voll­ge­so­gen mit dem Blut ih­res ah­nungs­lo­sen Op­fers. Nach ei­ner Blut­mahl­zeit kön­nen Bett­wan­zen bis zu ei­nem hal­ben Jahr ohne Nah­rung aus­kom­men.

                              Das Op­fer merkt den Stich selbst nicht, wird sich aber kurz dar­auf un­be­wusst im Schlaf krat­zen und wahr­schein­lich am nächs­ten Tag über eine An­zahl ju­cken­der Quad­deln wun­dern. Ty­pisch ist die so­ge­nann­te Wan­zen­stras­se, denn Wan­zen ste­chen oft mehr­mals hin­ter­ein­an­der, weil sie nicht im­mer so­fort ein Blut­ge­fäss fin­den. Die Sti­che sind un­ge­fähr so gross wie der Na­gel des klei­nen Fin­gers und zei­gen sich meist an Ar­men und Bei­nen. An­hand der Sti­che kön­nen selbst Haut­ärz­te nicht zu­ver­läs­sig sa­gen, ob Bett­wan­zen, Flö­he oder Mos­ki­tos die Übel­tä­ter wa­ren. Ein an­geb­lich für Wan­zen cha­rak­te­ris­ti­scher Ge­ruch soll erst bei ex­trem star­kem Be­fall wahr­nehm­bar sein.

                              Die Sti­che kön­nen sich un­ter­schied­lich aus­wir­ken. Man­che Be­trof­fe­ne mer­ken nichts, an­de­re re­agie­ren ex­trem stark. Even­tu­ell ent­wi­ckelt sich eine Re­ak­ti­on auch erst, wenn sie län­ge­re Zeit re­gel­mäs­sig ge­sto­chen wer­den. Bei emp­find­li­chen Men­schen kann es zu ei­ner star­ken Über­re­ak­ti­on mit Quad­deln und star­kem Juck­reiz (Ur­tika­ria) bis hin zum sel­te­nen ana­phy­lak­ti­schen Schock kom­men. Eine Lin­de­rung kön­nen juck­reiz­stil­len­de Sal­ben und Gels brin­gen, bei ei­ner bak­te­ri­el­len Ent­zün­dung durch Auf­krat­zen even­tu­ell mit ei­nem An­ti­bio­ti­kum kom­bi­niert.

                              Klei­ne schwar­ze Kot-Tup­fen oder Blut­fle­cken auf dem La­ken oder an der Ta­pe­te und Häu­tun­gen sind ein wich­ti­ger Hin­weis auf die An­we­sen­heit von Bett­wan­zen. Fei­ne Rit­ze, Ver­scha­lun­gen, Pa­pier- und Buch­blät­ter, Lüf­tungs­schäch­te, Ja­lou­si­en­käs­ten und Ta­pe­ten sind sehr be­liebt – und na­tür­lich das Bett und die Ma­trat­ze selbst. In­ner­halb der ein­jäh­ri­gen Le­bens­span­ne legt das Weib­chen un­ge­fähr 500 Eier. Je wär­mer die Um­ge­bung, umso schnel­ler schlüp­fen die Lar­ven; un­ter gu­ten Be­din­gun­gen (Kör­per­tem­pe­ra­tur) ent­steht eine Wan­zen­pla­ge. Küh­le und leich­ter Frost lässt zwar die Ak­ti­vi­tä­ten ge­rin­ger wer­den, ab­ge­tö­tet wer­den die Bett­wan­zen da­durch aber nicht.

                              Bei ers­ten An­zei­chen für ei­nen Be­fall muss dem Trei­ben der blut­saugen­den In­sek­ten ein Ende be­rei­tet wer­den. Lei­der gibt es kei­ne be­währ­ten Haus­mit­tel. Emp­feh­lun­gen wie Kle­be­strei­fen um Bett­pfos­ten wi­ckeln, Wä­sche und Bett­zeug häu­fig bei über 60°C wa­schen und im Tumb­ler trock­nen, häu­fig staub­saugen, ein im­prä­gnier­tes Mos­ki­to­netz ver­wen­den, ei­nen lan­gärm­li­gen Py­ja­ma an­zie­hen – das kann hel­fen, muss aber nicht.

                              Am bes­ten be­auf­tra­gen Sie ei­nen Schäd­lings­be­kämp­fer. Der muss dann durch­schnitt­lich drei­mal im Ab­stand von etwa zwei Wo­chen kom­men. Ei­ner­seits sind man­che Wan­zen­po­pu­la­tio­nen heu­te ge­gen das ver­schie­de­ne Mit­tel im­mun, an­de­rer­seits las­sen sich die Eier, aus de­nen die nächs­te Ge­nera­ti­on schlüpft, nur schwer ver­nich­ten.

                              Die gute Nach­richt zu­letzt: Im Ge­gen­satz zu Ze­cken oder Stech­mü­cken über­tra­gen Wan­zen nach heu­ti­gem For­schungs­stand aus­ser­halb der Tro­pen kei­ne Krank­hei­ten.

                              Letzte Aktualisierung: 16.01.2020, BH
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