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                              Frühgeborenes mit Sonde
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                              Shutterstock

                              Früh­chen – die lang­fris­ti­ge Ent­wick­lung


                              Nor­ma­ler­wei­se soll­te ein Baby nach etwa 38 bis 42 Schwan­ger­schafts­wo­chen zur Welt kom­men. Dann ist sei­ne Ent­wick­lung im Mut­ter­leib ab­ge­schlos­sen. Ba­bys, die zu früh auf die Welt kom­men, brau­chen Zeit, um das Ver­säum­te nach­zu­ho­len. Sie sind vier, sechs oder so­gar noch mehr Wo­chen jün­ger als an­de­re Kin­der, die ter­min­ge­recht ge­bo­ren wur­den – und das macht am An­fang des Le­bens eine Men­ge aus. Je­der ein­zel­ne Tag im Schutz der Ge­bär­mut­ter ist wich­tig für die Ent­wick­lung des Ba­bys. Dort kön­nen wich­ti­ge Ent­wick­lungs­pro­zes­se des Ge­hirns bes­ser statt­fin­den als im Brut­kas­ten auf ei­ner In­ten­siv­sta­ti­on.

                              Um die kör­per­li­che (und spä­ter geis­ti­ge) Ent­wick­lung der Früh­ge­bo­re­nen bes­ser ein­schät­zen zu kön­nen, gibt es das "kor­ri­gier­te Al­ter". Da­für zieht man die Zeit von der tat­säch­li­chen Früh­ge­burt bis zum ur­sprüng­lich er­rech­ne­ten Ge­burts­ter­min vom Le­bens­al­ter ab. Wenn ein Baby also fünf Wo­chen zu früh auf die Welt ge­kom­men ist, hat es acht Wo­chen nach sei­ner Ge­burt erst das Le­bens­al­ter von drei Wo­chen er­reicht - und ist des­halb mit reif­ge­bo­re­nen drei­wö­chi­gen Neu­ge­bo­re­nen in sei­ner Ent­wick­lung ver­gleich­bar.

                              Hier fin­den Sie die Ver­gleichs­wer­te:

                              Das „kor­ri­gier­te Al­ter“ hilft Früh­ge­bo­re­nen-El­tern zu ver­ste­hen und ih­rer Um­welt zu er­klä­ren, war­um ihr Baby noch so klein ist und be­stimm­te Mei­len­stei­ne (Köpf­chen he­ben, grei­fen, krab­beln usw.) noch nicht er­reicht hat. Und ganz ge­las­sen blei­ben: Selbst bei Kor­rek­tur des Le­bens­al­ters kön­nen sich Früh­ge­bo­re­ne im­mer wie­der vor­über­ge­hend lang­sa­mer ent­wi­ckeln - und spä­ter wie­der auf­ho­len.

                              Früh­chen sind näm­lich kei­nes­wegs Spät­ent­wick­ler. Vie­le wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en zei­gen, dass sich ge­sun­de Früh­ge­bo­re­ne nor­ma­ler­wei­se im sel­ben Tem­po ent­wi­ckeln wie um den Ter­min ge­bo­re­ne Kin­der. Die Ent­wick­lungs­schrit­te fin­den nur um so vie­le Wo­chen spä­ter statt, wie sie zu früh zur Welt ka­men. Sie krab­beln, so wie an­de­re Kin­der auch, durch­schnitt­lich mit sie­ben bis acht Mo­na­ten - nach kor­ri­gier­tem Al­ter - und lau­fen mit etwa 12 Mo­na­ten.

                              Den­noch ist es ge­ra­de bei Früh­chen wich­tig, ihre al­ters­ge­rech­te Ent­wick­lung im­mer wie­der zu über­prü­fen, da­mit man sie mit ge­eig­ne­ten The­ra­pie­mass­nah­men för­dern und all­fäl­li­ge De­fi­zi­te recht­zei­tig aus­glei­chen kann. Ver­pas­sen Sie bit­te kei­nen der Vor­sor­ge­ter­mi­ne! Die Un­ter­su­chun­gen soll­ten bei Früh­ge­bo­re­nen im­mer ent­spre­chend des tat­säch­li­chen Ge­burts­ter­mins ge­legt wer­den, wie bei an­de­ren Kin­dern auch. Be­ur­teilt wird das Kind dann al­ler­dings nach sei­nem kor­ri­gier­ten Al­ter.

                              Wie gut sich ein Kind ent­wi­ckelt, hängt - ab­ge­se­hen vom Ge­burts­ter­min - noch von wei­te­ren Fak­to­ren ab:

                              • Ob es zum Zeit­punkt der Ge­burt al­ters­ge­mäss ent­wi­ckelt war oder ob es für die ent­spre­chen­de Schwan­ger­schafts­wo­che schon zu klein war (in­trau­te­ri­ne Wachs­tums­ver­zö­ge­rung).

                              • Ob es gleich nach der Ge­burt op­ti­mal ver­sorgt wer­den konn­te (d.h. in ei­nem Pe­ri­na­tal­zen­trum ge­bo­ren wur­de)

                              • Ob es Kom­pli­ka­tio­nen gab, wie z.B. eine chro­ni­schen Lun­gen­er­kran­kung (bron­cho­pul­mo­na­le Dys­pla­sie)

                              • Ob es durch er­fah­re­ne, auf Neu­ge­bo­re­ne spe­zia­li­sier­te Kin­der­ärz­te nach der Ent­las­sung aus dem Spi­tal qua­li­fi­ziert wei­ter be­treut wird

                              • Ob es El­tern hat, die es ge­dul­dig för­dern, re­gel­mäs­sig The­ra­pi­en be­su­chen, Arzt- und Kon­troll­ter­mi­ne bei Fach­ärz­ten wahr­neh­men.

                              Wie lan­ge dau­ert es, bis ein Früh­ge­bo­re­nes den Rück­stand auf­ge­holt hat?


                              Was die Zu­kunft wirk­lich bringt, lässt sich auch bei Früh­ge­bo­re­nen, die sich gut ent­wi­ckeln, nur schwer vor­her­sa­gen. Aber im Durch­schnitt ha­ben Früh­ge­bo­re­ne nach etwa zwei Jah­ren in der kör­per­li­che Ent­wick­lung auf­ge­holt. Ab die­sem Zeit­punkt lässt sich kein gros­ser Un­ter­schied mehr zu an­de­ren Kin­dern fest­stel­len.

                              Bei der sprach­li­chen und geis­ti­gen Ent­wick­lung muss man mit et­was mehr Zeit rech­nen, etwa drei Jah­re. Sta­tis­tisch ha­ben Früh­ge­bo­re­ne im Ver­gleich zu reif ge­bo­re­nen Kin­dern et­was häu­fi­ger Schul­pro­ble­me wie z.B. Lern­stö­run­gen wie Lese-, Recht­schreib- und Re­chen­schwä­chen. Der In­tel­li­genz­quo­ti­ent bei Früh­ge­bo­re­nen liegt sta­tis­tisch leicht un­ter dem an­de­rer Kin­der. Aus­ser­dem nei­gen zu früh ge­bo­re­ne Kin­der eher zu ei­nem Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit (ADHS mit oder ohne Hy­per­ak­ti­vi­tät), Sprach­stö­run­gen und Ko­or­di­na­ti­ons­stö­run­gen (Dys­pra­xie). In­ter­es­sant: Kna­ben ha­ben dop­pelt so häu­fig Pro­ble­me. Das mag an der un­ter­schied­li­chen zeit­li­chen Ge­hirn­ent­wick­lung bei Kna­ben und Mäd­chen lie­gen, ähn­lich wie in der Pu­ber­tät.

                              Kin­der mit sehr ge­rin­gem Ge­burts­ge­wicht (un­ter 1.500 Gramm) wer­den wahr­schein­lich über ei­ni­ge Jah­re klei­ner als ihre Al­ters­ge­nos­sen sein. Man­che blei­ben so­gar ihr gan­zes Le­ben lang klein. Bei ei­ner deut­li­chen Wachs­tums­ver­zö­ge­rung kön­nen evtl. Hor­mon­be­hand­lun­gen hel­fen. Bei die­sen „ex­tre­men“ Früh­ge­bo­re­nen steigt auch das Ri­si­ko für Seh­stö­run­gen (egal ob zu­sätz­lich eine Früh­ge­bo­re­nen-Re­ti­no­pa­thie auf­tritt oder nicht) und Hör­pro­ble­me so­wie für eine mi­ni­ma­le ze­re­b­ra­le Dys­funk­ti­on (MCP) bzw. ze­re­b­ra­le Stö­rung.

                              Die so­zia­le Ent­wick­lung von Früh­ge­bo­re­nen


                              Früh ge­bo­re­ne Kin­der sind oft klei­ner als Gleich­alt­ri­ge, wer­den in den ers­ten Le­bens­jah­ren häu­fi­ger krank und die Sor­ge der El­tern ist bis­wei­len gross. Ge­ra­de beim Ein­tritt in den Kin­der­gar­ten oder in die Schu­le zeigt sich oft, wie tief die aus­ge­stan­de­ne Angst und die Sor­ge um das Kind sit­zen. Das Los­las­sen fällt be­son­ders schwer.

                              Das kann dazu füh­ren, dass ein über­be­hü­te­tes Kind bald eine be­son­de­re Rol­le in­ner­halb der Fa­mi­lie in­ne­hat und die Fa­mi­li­en­mit­glie­der her­um­kom­man­diert. Ver­lässt solch ein Kind je­doch den ge­schütz­ten Raum, fällt es ihm schwer, die­ses selbst­be­wuss­te Ver­hal­ten in frem­der Um­ge­bung um­zu­set­zen. Es muss - spä­tes­tens im Kin­der­gar­ten - erst müh­sam ler­nen, mit an­de­ren Kin­dern gleich­be­rech­tigt um­zu­ge­hen und zu ak­zep­tie­ren, dass es kei­ne Son­der­stel­lung ein­nimmt, nur weil es zier­li­cher und klei­ner als an­de­re ist.

                              kurz&bündigkurz&bündig
                              8/13/2017
                              Fruehgeborenes auf der Intensivstation

                              Früh­chen-Ent­wick­lung

                              Etwa eins von zehn Ba­bys kommt vor der 37. Schwan­ger­schafts­wo­che als Füh­ge­bo­re­nes auf die Welt - je frü­her, umso …
                              Letzte Aktualisierung: 08.11.2019, BH
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