Produkttest: Dyson AirWrap Haarstyler

Neueste Dyson Technologie für die Haare

Dass Dyson inzwischen nicht mehr nur extrem leistungsstarke und futuristische Staubsauger, sondern auch Luftbefeuchter, Ventilatoren und andere Haushaltsprodukte produziert, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Auch im Haarstyling hat sich Dyson schon seit längerer Zeit einen Namen gemacht. Der Supersonic Haartrockner ist unter Beautybloggern und Influencern im Haarbereich schon längst zu einem „Holy Grail“ Produkt ernannt worden. Deshalb war mein Interesse für den allerneusten Coup aus dem Hause Dyson, den AirWrap Haarstyler, auch enorm gross, und ich habe mich sehr gefreut, ihn für ein paar Monate auf Herz und Nieren testen zu dürfen.

Der Dyson Airwrap verspricht, „durch eine Kombination eines kleinen und leistungsstarken digitalen Motors mit angewandter Aerodynamik den Coanda-Effekt zu erzielen“, was mich erstmal verunsichert, denn ich hatte eigentlich vor, meine Haare zu trocknen, nicht einen Düsenjet zu fliegen. Dieser „Coanda-Effekt“ soll aber simultanes Stylen und Trocknen unter Einsatz von Luft, jedoch ohne extreme Hitze ermöglichen. Das klingt doch sehr vielversprechend!

Zubehör und Modelle

Im Lieferumfang des „Dyson AirWrap Complete“ sind in der von James Dyson persönlich entwickelten Aufbewahrungsbox aus edlem braunen Leder neben dem Styler, also dem Hauptteil, einem Trocknungsaufsatz, der dem Dyson Supersonic sehr ähnlich sieht, allerdings viel kleiner ist, einer Anti-Rutschmatte sowie einer Filterreinigungsbürste die folgenden Aufsätze enthalten:

  • 30 mm AirWrap Lockenaufsatz: Diesem Aufsatz verdankt der Dyson AiWrap seinen Namen, und er kann wohl als das „Herzstück“ des Komplettsets angesehen werden. Der konische, leicht gerillte Aufsatz zieht die Haare automatisch an und wickelt sie auf, nur durch Luft. Durch den oben bereits erwähnten Coanda-Effekt wird die Luft so geleitet, dass die Haare an den Lockenaufsatz gezogen werden. Haarklammern, Handschuhe oder aufwändige Aufwickeltechniken sind also überflüssig. Da zwei Aufsätze im Set enthalten sind, die die Locken entweder links- oder rechtsherum aufwickeln, können die Haare auf beiden Seiten vom Gesicht weggedreht werden, um einen symmetrischen Effekt zu erzielen.
  • 40 mm AirWrap Lockenaufsatz: Die innovativen Lockenaufsätze gibt es auch noch etwas grösser, um etwas grössere und lockerere Wellen zu kreieren.
  • Feste Smoothing Bürste: Diese Glättungsbürste verteilt die Luft entlang der Haarsträhnen, wodurch die Technik eines Stylisten nachgeahmt werden soll. Das Ergebnis soll ein geschmeidiges Styling mit weniger Frizz und weniger fliegenden Haren sein. Die Borsten dieses Aufsatzes sind sehr fest und eignen sich zum Bändigen von sehr widerspenstigem, krausem Haar.
  • Weiche Smoothing Bürste: Wer eher feines und dünnes Haar hat wie ich, greift wohl eher auf die weichere Bürste zurück. Auch sie kreiert ein geschmeidiges, abgerundetes Styling, ist dabei mit ihren weichen Borsten und kugelförmigen Enden aber besonders sanft zur Kopfhaut.
  • Runde Volumenbürste: Dieser Aufsatz benutzt als einziger der fünf Stylingaufsätze nicht den Coanda-Effekt. Die Luft strömt in die Haare und verleihen ihnen Form. Die Borsten umfassen die Haare dabei fest, um sie direkt beim Trocknen zu formen. Das soll ideal für kraftloses und feines Haar sein. Ich bin also gespannt.

Neben dem Komplettset, welches ich testen darf, gibt es auch noch das „Volume & Shape“ Set, in dem nur der Trocknungsaufsatz, die 30 mm Lockenaufsätze, die weiche Smoothing Bürste und die runde Volumenbürste enthalten sind, oder das „Smooth & Control“ Set, in  welchem nur der Trocknungsaufsatz, die 30 und 40 mm Lockenaufsätze und die feste Smoothing Bürste enthalten sind.

Nachdem ich die oben genannten Aufsätze also genau in Augenschein genommen habe, geht es nun ans Testen. Die 30 mm Lockenaufsätze und die feste Smoothing Bürste lege ich gleich zur Seite, weil ich grössere Wellen bevorzuge und sehr feines, kraftloses Haar habe. Diese beiden Aufsätze werde ich also nicht testen, sondern nur die 40 mm Lockenaufsätze, die weiche Smoothing Bürste und die runde Volumenbürste.

40 mm AirWrap Lockenaufsatz

Natürlich beginne ich sofort mit den Lockenaufsätzen, denn diese Innovation hat mein Interesse auf Anhieb geweckt. Werden sich meine dünnen, kraftlosen Haare wirklich aus eigener Kraft um den Aufsatz wickeln und als perfekte, schwingende Locken wieder herauskommen?
Ich befolge die von Dyson auferlegten „goldenen Regeln“:
1.    Ich beginne mit feuchtem Haar, dass ich nach dem Waschen mit dem Trocknungsaufsatz etwas vorgetrocknet habe
2.    Nun setze ich den 40 mm Lockenaufsatz auf, bei dem der Pfeil nach links zeigt, ich beginne also auf meiner linken Seite.
3.    Ich wähle die heisseste Temperatur und die volle Power und halte eine Strähne an den Aufsatz. Und tatsächlich! Der Aufsatz zieht die Strähne an und wickelt sie ganz von alleine um sich herum.
4.    Vor dem Ausschalten und lösen der Locke muss jeweils für 10 Sekunden ein “Cold Shot” eingestellt warden, damit die Locke etwas abkühlen und sich somit festigen kann.
5.    Am Ende benutze ich noch ein Haarspray, um meine Lockenpracht zu fixieren.

2. Weiche Smoothing Bürste

Ein paar Tage später teste ich die weiche Smoothing Bürste, die ebenfalls den Coanda-Effekt nutzt, um die Haare beim Trocknen glatt und geschmeidig zu stylen. Auch hier trockne ich meine Haare mit dem Trocknungsaufsatz ein wenig vor, bevor ich den Aufsatz wechsle und mit dem Glätten beginne. Ich ziehe die Bürste von unten vom Ansatz bis in die Spitzen, wobei ich wirklich möglichst nahe am Ansatz beginne, um einen Volumeneffekt zu erzielen.
Die Bürste zieht nicht an den Haaren, gleitet eher durch, was sehr angenehm ist. Direkt am Ansatz, insbesondere im Nackenbereich, ist es jedoch etwas zu heiss und ich verbrenne mich fast. Das Resultat sind glatte, geschmeidige Haare, die aber nicht eng anliegen, wie es mit dem Glätteisen der Fall wäre.

3. Runde Volumenbürste

Zum Schluss teste ich noch die runde Volumenbürste, welche nicht den Coanda-Effekt nutzt, sondern die Haare mit den Borsten festhält und dadurch trocknet und formt. Diesmal beginne ich gleich mit handtuchtrockenem Haar, ohne die Haare mit dem Trocknungsaufsatz vorzutrocknen. Auch mit diesem Aufsatz ist es mir im Nackenbereich am Ansatz ein wenig zu heiss. Ausserdem ist das ganze Gerät mit dem Styler und dem Volumenbürstenaufsatz recht gross und liegt etwas schwer in der Hand. Ich komme damit nicht auf Anhieb zurecht und das Resultat ist sehr ähnlich wie mit der Glättungsbürste, da ich es nicht schaffe, die Bürste gleichzeitig durch das Haar zu ziehen und dabei zu drehen, um mehr Spiel im Haar zu erzeugen. Ich muss jedoch sagen, dass meine Haare sehr schnell trocken sind und sich schön geschmeidig anfühlen. Das Trocknen mit diesem Aufsatz scheint das Haar tatsächlich weniger zu schädigen als das Föhnen mit einem handelsüblichen Föhn.

Persönlicher Nutzen und Fazit

Ich hatte sehr grosse Erwartungen an dieses Gerät, und war anfangs auch extrem begeistert von der innovativen Technologie, insbesondere bei den Lockenaufsätzen.

Allerdings wurde schnell klar, dass ich nur die Hälfte der Aufsätze wirklich gebrauchen kann. Falls ich das Gerät kaufe, würde ich also auf jeden Fall die „Volume & Shape“ Variante wählen, wobei ich dann die kleineren Lockenaufsätze mit drin hätte, und eigentlich die grösseren bevorzuge.

Der Trocknungsaufsatz trocknet die Haare sehr schnell und scheinbar auch schonender als andere Haartrockner, das Gefühl hatte ich bei allen von mir getesteten Aufsätzen ebenfalls. Meine Haare haben während der Testzeit weniger Hitzeschäden erlitten und sehen sehr gesund und geschmeidig aus.

Ich glaube aber, dass dieses Gerät für meine feinen, kraftlosen und stylingresistenten Haare ein wenig übertrieben ist. Für sehr dicke, lange und widerspenstige Haare könnte es allerdings tatsächlich das „Holy Grail“ Produkt sein, dass es medial zu sein verspricht.

Letzte Aktualisierung : 15-02-20, CH