Beim Kinderwagenkauf

Der richtige Kinderwagen

Robust soll er sein, möglichst variabel einzusetzen und natürlich sicher: An einen Kinderwagen werden hohe Ansprüche gestellt. Und bei der grossen Auswahl ist der Kinderwagenkauf oft schwieriger als ein Autokauf. Darüberhinaus ist ein Kinderwagen nicht billig - da kommt man mit Zubehör leicht auf über 1000,- Fr.

Umso wichtiger, dass die Kaufentscheidung bewusst gefällt wird:

 Checkliste für den Kinderwagenkauf 

Überlegen Sie sich zuerst genau, bei welchen Gelegenheiten Sie den Wagen am meisten brauchen (Einkaufen, Spazierengehen, Joggen), ob Sie ihn öfter mal im Auto mitnehmen müssen und wo Sie ihn am meisten nutzen werden. Sind Sie beispielsweise bei Spaziergängen viel auf Naturwegen unterwegs, sollten Sie auf eine sehr gute Federung und grosse Räder des Wagens, evtl. mit Luftbereifung, achten. Wollen Sie beim Joggen oder Inline-Skaten den Wagen vor sich herschieben, ist ein Baby-Jogger das Richtige. Grösse und Gewicht des Wagens sind wichtige Kriterien, wenn Sie oft mit Bus, Tram oder Bahn unterwegs sind, zu Hause einen Lift benutzen oder viele Treppen bewältigen müssen. Wer das Transportgerät öfter mal in den Kofferraum verstauen muss, sollte sich für ein leichtgewichtiges und leicht zusammenklappbares Modell entscheiden, den sogenannten Buggy. Wenn Sie einen Kombi oder Van fahren, können Sie den Kinderwagen wahrscheinlich ohne Umbau verstauen. Sonst ist es entscheidend,  wie leicht er sich zusammenklappen lässt. Manche Modelle sind so leicht, dass sie zusammengeklappt kaum mehr Platz als ein Regenschirm brauchen, eignen sich aber noch nicht für die Kleinsten, die noch nicht sitzen können.

Tipp: Fahren Sie mit dem Auto zum Kinderwagenkauf und probieren Sie verschiedene Modelle auf dem Parkplatz aus!

Kinderwagen mit ihrer durchgehenden Liegefläche (Erstlingswagen) eignen sich schon für die erste Ausfahrt mit dem Neugeborenen. Für die ersten Monate sind die Kinderwagen entweder mit einem festen, geräumigen Kinderwagen-Oberteil ausgerüstet oder mit einer weichen Tragtasche, in welcher sich das Baby leicht tragen lässt. So steht für das Baby auch in fremder Umgebung immer einen vertrautes Nest bereit. Je kleiner dieses „Nestchen“ ist, desto wohler fühlt sich Ihr Baby gerade in den ersten Wochen, aber die Seitenwände sollten wenigstens 22 cm hoch sein. Und probieren Sie aus, ob die Tasche sich auch von einer Person (die Sie selbst meistens sein werden!) bequem tragen lässt. Unser Tipp: Nehmen Sie 5 kg Bücher mit ins Geschäft! Die weiche Tragtasche ist weniger stabil, hat jedoch den Vorteil, dass sie später in einen warmen Sportwagen-Sack umgewandelt werden kann.  Es gibt auch Kinderwagen, die als Aufsatz eine Baby-Autoschale haben. Das ist praktisch für sehr kurze Strecken. Auf Dauer ist die abgeknickte Sitzhaltung für Ihr Baby aber nicht gut für seine Wirbelsäule, und deshalb raten Orthopäden von dieser Lösung eher ab.

Der Nachteil eines Kinderwagens ist, dass er Ihrem Baby nach spätestens 9 Monaten, wenn es sitzen kann, schon zu klein sein wird. Deshalb wird der klassische Liegewagen mit festem Kasten-Oberteil kaum mehr verlangt. Günstig - obwohl nicht billig - sind  Kombiwagen, die nach 6-8 Monaten in einen komfortablen Verdeck-Sportwagen zum Sitzen und Liegen umgebaut werden können. Aus einem Sportwagen kann Ihr Kind im Laufalter dann schnell selbst ein- und aussteigen. Er wird bis zu einem Alter von zwei bis drei Jahren gute Dienste tun. Gut ist, wenn die Kinder im Sportwagen sowohl in als auch gegen die Fahrtrichtung sitzen können. Wache Babys schauen sich gerne um. Müde Babys haben lieber Mami oder Papi im Blick. Das Rückwärtsfahren macht ihnen nichts aus. Ist der Sitz relativ hoch, sieht das Baby mehr - und ist auch den Abgasen nicht so sehr ausgesetzt . 10 cm machen da schon einen grossen Unterschied in der Luftqualität. Achten Sie auf verstellbare Fussstützen, die mitwachsen. Wenn Kinder ihre Füsse abstützen können, sitzen sie bequemer und rutschen sie weniger auf ihrem Sitz herum. Gurte zum Anschnallen sind unentbehrlich.

Das brauchen Sie für den Kinderwagen als zusätzliche Ausstattung:

  • Fusssack für den Sommer, Fellsack für den Winter
  • Regenschutz, Sonnendach oder -schirm für die Sportwagen-Variante
  • Eventuell ein Einkaufsnetz oder -korb im unteren Wagenbereich, denn Einkaufstaschen sollten nicht an den Schiebegriff gehängt werden, weil der Wagen dann zu leicht kippt.
Linktipp

In der swissmom-Linksammlung und im swissmom-Shopping finden Sie sicher das richtige Modell!

Kinderwagen sind teuer. Für stolze Grosseltern jedoch ist das vielleicht genau die richtige Geschenkidee für die Geburt ihres Enkels. Wer sich nichts schenken lassen kann und auch selbst nicht soviel Geld investieren will: Gute Kinderwagen sind sehr robust und es gibt deshalb oft die Möglichkeit, gebrauchte und gut erhaltene Modelle wesentlich billiger zu erstehen. In Anzeigenblättern oder am Schwarzen Brett von Kindergärten, Familienzentren oder Supermärkten sowie in Kinder-Secondhand-Läden können Sie manchmal fündig werden. Vielleicht kennen Sie aber auch Eltern, deren Sprössling gerade alt genug für einen Buggy geworden ist, und die ihren Kinderwagen solange verleihen, bis sie ihn für ein zweites Wunschkind wieder benötigen. Oder Sie schalten eine Suchanzeige im swissmom-Flohmarkt! Allerdings müssen Sie dafür als Forum-Userin registriert sein. Das ist kostenlos und dauert nur wenige Sekunden.

Apropos zweites Kind: Dann tut ein sogenannter Bocksitz für das ältere Kind gute Dienste. Allerdings muss man damit sehr vorsichtig manövrieren, denn durch den erhöhten Schwerpunkt wird der Wagen leichter kippen. Und bitte niemals den vollbesetzten Wagen allein irgendwo stehenlassen! Die Alternative dazu ist das Kiddy-Board, ein Brett mit Rollen zwischen Kinderwagen und schiebender Person, auf das sich das müde ältere Geschwisterkind stellen kann. Die Fussfreiheit beim Schieben wird dadurch allerdings eingeschränkt.

Letzte Aktualisierung: 08.2016, BH