„Schatz, ich glaube, ich bin schwanger...“

Aktuelles Gewicht: 62.7 kg    
Blutdruck: 97/57

Es ist der 7. Mai und ich habe gerade herausgefunden, dass ich schwanger bin. Ein absolutes, mit nichts zu vergleichendes Glücksgefühl. Zwei Striche auf diesem kleinen Teststreifen und Deine Welt überschlägt sich – ein paar Mal. Schleiche zurück ins Bett… und wieder raus, da Thomas noch tief und fest schläft. Er soll es ja schliesslich geniessen können, und das geht bei einem Mann nunmal eher schlecht, wenn er die Augen erst seit zwei Sekunden offen hat und noch versucht, dir keine reinzuhauen, weil er soeben geweckt wurde. Dieses Hin und Her zwischen Badezimmer (muss ja auch immer wieder das Testresultat in Augenschein nehmen) und Schlafzimmer geht noch etwa 3 – 4 Mal. Dann endlich ist er - einigermassen - wach und ich kann es sagen: “Schatz, ich glaube, ich bin schwanger.“ Die Reaktion ist einfach perfekt. Ein glücklich gehauchtes „Wirklich?“, eine liebevolle Umarmung und ein zufriedenes Lächeln. Wir liegen noch ein Weilchen da und finden’s einfach klasse.

Auf dem Weg zur Arbeit fröhne ich meinem allmorgendlichen Ritual: Kaffee und eine Zigarette. Diese Gewohnheit lege ich am nächsten Tag bereits ab, weil Schwangerschaft und Zigaretten in meinem Kopf einfach so überhaupt nicht zusammenpassen. Was rede ich - passt auch in echt überhaupt nicht. So einiges kommt in den nächsten Wochen auf mich zu, das sich verändert. Und verdammt viel, von dem ich nicht die geringste Ahnung hatte. Ich wühle mich durch’s Internet (gefährlich, denn die schreiben vor allem, was alles schief gehen kann), frage meine Schwester, Mam, irgendwen, Hauptsache, er oder sie sagt etwas zum Thema „schwanger sein“. Im Büro muss ich mich wohl oder übel normal geben, was mir ganz gut gelingt, denn mir ist nicht übel und ich muss schon gar nicht ko…. Wäre das der Fall, könnte man fünf Frauen im gebärfähigen Alter beim besten Willen nicht mehr täuschen!

Mein Körper mutiert zu einer Schutzhülle für den Embryo (Gott, ich weiss nicht mal, ob man in dieser Phase Embryo sagt…) und ich beobachte einfach alles an mir. Ich kaufe mein Mittagessen im Reformhaus, trinke Tee, esse tagsüber Früchte, versuche mich zu schonen. Wahrscheinlich übertreibe ich das mit dem Schonen ein klitzekleines bisschen, denn ich habe das Gefühl, dass ich meinen Bauch beim Treppensteigen halten muss.

Zu meiner Erleichterung habe ich auf swissmomIhre aktuelle Schwangerschaftswoche entdeckt, dass jede SSW (richtig gelesen, ich benutze jetzt eine Abkürzung für das Wort Schwangerschaftswoche) einzeln und ziemlich gut verständlich beschrieben ist. Ich habe mich entschieden, dass mein Wochenwechsel jeweils der Montag sein müsste. Daher lese ich immer schon am Donnerstag, wie die nächste Woche wird.

Die magische Veränderung von einer Frau, die bei einer Schwangerschaft von Monaten spricht, zu einer Frau, die alles in Wochen rechnet, hat bei mir unmittelbar nach dem positiven Test eingesetzt. Ich hoffe, dass sich andere Frauen jetzt nicht im gleichen Masse über mich aufregen, wie ich mich über sie aufgeregt habe, wenn sie auf die Frage: „Wie weit bist Du?“ mit einem aufgeklärten: „In der 17 Woche.“ geantwortet haben.

Am 12. Mai (Vatertag) und am 14. Mai (Muttertag) haben wir die Familie eingeweiht – zu früh irgendwie. Dadurch ist der Druck rasant angestiegen, dass alles gut geht in den ersten drei Monaten. Ein bisschen anstrengend ist es ja schon, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben für etwas verantwortlich bin, das ich überhaupt nicht kontrollieren kann. Es ist immer bei mir und doch habe ich keinen Indikator dafür, wie es ihm geht. Die Lösung heisst Ultraschall und ich schwöre, wenn ich könnte, hätte ich so ein Gerät zu Hause. Warum gibt es dafür eigentlich keine App?! Am 1. Juli ist mein erster grosser FA Termin, bis dahin dauert es zwar noch eine halbe Ewigkeit, aber irgendwie kriege ich die Zeit schon rum…

Dies ist die erste Kolumne von Stefanie Besmens. Sie schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...