Schwangere fährt Auto

Autofahren

Eine normale Schwangerschaft schränkt die Fähigkeit zum Autofahren nicht unbedingt ein. Aber es kann doch sein, dass Ihre Reaktionsfähigkeit, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit im Verlauf der Schwangerschaft immer geringer werden. Viele Frauen machen die Erfahrung, dass kleine Blechschäden auf einmal viel leichter passieren. Kommen dann noch Übelkeit, Rückenschmerzen und andere Schwangerschaftsbeschwerden hinzu, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie wirklich immer selbst am Steuer sitzen müssen.

Vermeiden Sie - so gut es geht - den Stress im Strassenverkehr. Fahren Sie möglichst nicht in den Zeiten des Berufsverkehrs und lieber einen kleinen Umweg um Verkehrsknotenpunkte herum. Fahren Sie noch vorausschauender als sonst. Dann erkennen Sie Gefahren frühzeitig, können sich darauf einstellen und plötzliche Vollbremsungen vermeiden. Denn die mag Ihr Baby gar nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt: Plötzliches Bremsen und Beschleunigen, rasantes Durchfahren von Kurven und andere Schleudervorgänge treiben nicht nur Ihren Puls und Blutdruck in die Höhe, sondern auch den Ihres Babys - es reagiert mit starkem Herzklopfen und heftigem Strampeln. Stressig wird es auch, wenn Sie in Eile sind. Deshalb sollten Sie sich gerade während der Schwangerschaft vornehmen, immer früh genug loszufahren.

Wichtig

Entgegen anderslautenden Gerüchten sollten Schwangere niemals auf den Schutz des Airbags verzichten. Die Airbags sollten also keinsfalls ausgeschaltet werden. Ist man richtig angeschnallt, stellt der Airbag keine Gefahr dar für das Baby - ein Aufprall auf das Lenkrad wäre weitaus schlimmer.

Ein anderer wichtiger Aspekt sind die Stimmungsschwankungen, vor allem in der Frühschwangerschaft. Eine niedergedrückte Stimmung verlängert die Reaktionszeit, extreme Glücksgefühle machen übermütig und Unwohlsein steigert die Aggressivität. Alles Emotionen, die im Strassenverkehr nicht angebracht sind!

Informieren Sie sich, ob das Lenkrad in Ihrem Auto höhenverstellbar ist. Das Fahren mit dickem Bauch ist dann gleich viel angenehmer und sicherer.

Autofahrten können aber für Schwangere auch als Beifahrerin, egal ob vorne oder hinten, ziemlich anstrengend sein. Die Gefahr einer Thrombose ist erhöht, wenn Sie lange in abgeknickter Haltung sitzen. Ausserdem ist die Beckendurchblutung und damit die Sauerstoffversorgung Ihres ungeborenen Kindes im Sitzen vermindert. Deshalb sollten Sie lange Autofahrten (länger als sechs Stunden) zu Beginn und gegen Ende der Schwangerschaft am besten vermeiden. Wenn es irgendwie geht, sollten Sie besser mit der Bahn fahren. Sie können dann jederzeit aufstehen und herumlaufen.

Am günstigsten für eine Ferienreise ist die Zeit zwischen dem fünften und siebten Monat. Falls Sie jedoch unbedingt lange Strecken mit dem Auto zurücklegen müssen, legen Sie möglichst viele und regelmässige Pausen (mindestens alle zwei Stunden) ein. Die ergeben sich übrigens wie von selbst, wenn Sie unterwegs viel trinken.

Die Anschnallpflicht im Auto gilt ausnahmslos auch für Schwangere! Auf keinen Fall sollte aus Angst vor Verletzungen des ungeborenen Kindes auf den Gurt verzichtet werden. Dadurch werden nicht nur schwere Verletzungen von Mutter und Kind riskiert, sondern es kann im Schadensfall sogar zu einer Mitschuld an den Unfallfolgen und einer damit verbundenen Minderung des Schadenersatzes kommen. Es besteht die Möglichkeit, dass der unangeschnallten Schwangeren später eine Mitschuld an den Unfallfolgen gegeben werden könnte. Bei selbstverschuldeten Unfällen muss die Versicherung in einem solchen Fall wegen grober Fahrlässigkeit keine Leistungen erbringen.

Ein reiner Beckengurt ist nicht geeignet, es muss schon ein Dreipunktgurt sein. Vor der Abfahrt sollten Sie sich vergewissern, dass der Sicherheitsgurt bequem sitzt und nicht einschneidet. Der diagonale Schultergurt sollte zwischen Ihrer Brust und über dem Baby liegen, der Beckengurt so weit wie möglich unterhalb Ihres Bauches und nicht auf dem Baby gespannt sein. Meist reicht die Länge des Sicherheitsgurts. Der TCS und die bfu empfehlen für Schwangere eine spezielle Gurtführung (besafe), um das Ungeborene zu schützen.

Auto-Sichrheitsgurte für Schwangere

Die Sitzlehne des Fahrzeugs sollte möglichst senkrecht gestellt werden, bei maximal hoher Kopfstütze. Ein Stützkissen kann gegen Rückenschmerzen helfen.

Motorradfahren ist übrigens aus ärztlicher Sicht in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen.


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Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH