Humangenetische Beratung

Die humangenetische Beratung

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind ein erhöhtes Risiko für eine angeborene Erkrankung (z. B. eine körperliche Fehlbildung, eine erbliche Stoffwechselerkrankung oder eine Chromosomenstörung) haben könnte, sollten Sie darüber mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin sprechen, der/die Sie eventuell an eine humangenetische Beratungsstelle überweisen wird. Auch bei Blutsverwandtschaft zwischen den Partnern, Medikamenteneinnahme, Strahlenbelastung, Drogen usw. in der Schwangerschaft kann eine humangenetische Beratung sinnvoll sein. In der Regel wird auch nach mehr als zwei Fehlgeburten eine humangenetische Abklärung bei beiden Partnern durchgeführt.

Ein klassischer Fall für eine genetische Beratung wäre beispielsweise, wenn es in Ihrer Familie Personen mit einer bestimmten körperlichen Fehlbildung, geistigen Behinderung oder einer möglicherweise erblich bedingten Erkrankung gibt. Es kann auch sein, dass Sie bereits ein Kind mit einer bestimmten angeborenen Erkrankung haben und jetzt wissen möchten, wie gross das Risiko ist, ein weiteres betroffenes Kind zur Welt zu bringen. Bei vielen Krankheiten ist das Wiederholungsrisiko in derselben Familie gering, bei einigen liegt es allerdings bei 25 oder gar 50 Prozent.

Bei einer genetischen Beratung werden Sie nicht nur über Risiken aufgeklärt, sondern auch kompetent über die Möglichkeiten der vorgeburtlichen und nachgeburtlichen Diagnostik informiert. Das nehmen auch sehr viele Frauen in Anspruch, die keine Auffälligkeiten in der Familie haben, aber wegen ihres höheren Alters (über 35 Jahre) an eine Pränataldiagnostik denken.

Die Beratung steht Ihnen sowohl vor als auch nach den verschiedenen vorgeburtlichen Tests zur Verfügung. Vergessen Sie bitte nicht, dass die endgültige Entscheidung über jedes weitere Vorgehen bei Ihnen und Ihrem Partner liegt, falls bei Ihrem ungeborenen Kind ein auffälliger Befund erhoben wird oder Ihnen weitere Tests empfohlen werden.

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH