Multiple Sklerose der Mutter: Risiken für das Kind?

Das Risiko für körperliche Fehlbildungen beim Kind ist im Vergleich zu gesunden Frauen nicht erhöht. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind später ebenfalls an MS erkranken wird, durch die geringe erbliche Komponente bei der Krankheitsentstehung etwas grösser.

Eine humangenetische Beratung kann diesbezügliche Fragen beantworten, aber nicht die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft abnehmen. Offensichtlich lassen die medizinischen Erkenntnisse einen erheblichen persönlichen Entscheidungsspielraum zu, da MS durch eine Schwangerschaft sowohl symptomlindernd wie auch symptomverstärkend beeinflusst wird. Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett sowie das Säuglings- und Kleinkindalter sind bei all der damit einhergehenden Freude auch mit starken Belastungen und körperlicher Anstrengung verbunden.

Möchte ein Elternpaar bei bestehender MS-Diagnose eine Familie gründen bzw. vergrößern, so sollten Sie bei Ihren Überlegungen langfristig bedenken, wie Sie die Versorgung des Nachwuchses und eine evtl. Betreuung der Mutter organisieren können. Auch wenn man im Familienverbund sicherlich bereit sein wird, sich gegenseitig zu helfen, so haben doch Kinder ihre ganz eigenen Bedürfnisse, die von der Situation eines akuten MS-Schubs der Mutter losgelöst zu betrachten sind.

Stand: 06/12, BH

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