Was beeinflusst das Baby vor der Geburt?

Was das Kind im Mutterleib lernt und fühlt

Nach den Erkenntnissen der modernen Entwicklungspsychologie, besonders der pränatalen (vorgeburtlichen) Psychologie, wird die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes bereits kurz nach der Zeugung beeinflusst.

Man weiss heute nämlich, dass das ungeborene Kind ein aufmerksamer Mensch ist; es kann sehen, hören, erleben, schmecken und auf einem einfachen Niveau im Mutterleib sogar lernen. Am wichtigsten aber ist, dass es schon fühlen kann und ein Erinnerungsvermögen hat. Deswegen wirkt sich alles mehr oder weniger stark aus, was dem Kind in den neun Monaten zwischen Empfängnis und Geburt widerfährt. Ab dem Augenblick der Zeugung werden alle positiven aber auch traumatischen Ereignisse in irgendeiner Weise gespeichert – und Studien haben gezeigt, dass diese später abrufbar sind. Bereits nach der Befruchtung kommt es zu Interaktionen zwischen dem Kind und seiner Umwelt, vor allem mit seiner Mutter.

Zwar können diese Vorgänge gleich nach der Befruchtung von der Mutter noch nicht wahrgenommen werden. Aber sie können bereits jetzt positiv oder negativ beeinflusst werden. Positiv beispielsweise dann, wenn sich beide Eltern ein Kind gewünscht haben, wenn die Beziehung der Eltern harmonisch ist. Negativ können sich die Angst, schwanger zu werden, Gewalteinwirkung, Ablehnung und Suchtmittel auswirken.

Das Ungeborene reagiert aber nicht nur auf sehr starke Emotionen wie Liebe und Hass, sondern auch auf so fein abgestufte und komplexe Gefühlszustände wie Zweifel und Unentschiedenheit. Das, was das Ungeborene fühlt und wahrnimmt, formt seine Einstellung und seine Erwartungen an sich selbst. Ob es sich später als glücklich oder traurig, angriffslustig oder feige, sicher oder angstgepeinigt erlebt und sich auch entsprechend verhält - all das hängt zum Teil davon ab, was für Botschaften es in Bezug auf sich selbst im Mutterleib erhalten hat.

Auch ein Erwachsener erlebt belastende Erfahrungen, aber er hat Zeit genug, um Abwehrmechanismen und Reaktionen zu entwickeln. Ein Ungeborenes kann das nicht. Starke Emotionen der Mutter treffen es unmittelbar und graben sich in seine Psyche ein. Das ist der Grund, warum diese sich auch im späteren Leben stark bemerkbar machen können.

Natürlich wird sich nicht jede flüchtige Angst und Sorge, nicht jeder Zweifel auf das Kind auswirken. Normaler Stress und seelische Hochs und Tiefs, wie sie jeder Mensch kennt, schaden dem Ungeborenen nicht - im Gegenteil muss es lernen, dass es unterschiedliche Gefühle gibt. Es braucht keine Mutter, die immer nur gut gelaunt ist. Aber es braucht ein zumutbares Mass an Stress, Irritation und Einschränkung und genügend Erfahrung von Sicherheit, Wohlbehagen und Entspannung. Erst wenn negative Gefühle die gesamte Schwangerschaft beherrschen, wird das Kind davon beeinflusst.

Wie fühlt sich ein Kind, wenn...

... es erwünscht ist?

... es abgelehnt wird?

... die Mutter sich ihr Kind einverleibt?

... die Mutter überlastet ist?

... die Mutter beginnt, sich selbst zu zerstören?

... der Vater das Kind ablehnt?

... die Beziehung der Eltern harmonisch ist?

... der Vater brutal ist?

... die Mutter fremdgeht?

... die Mutter gestresst ist?


Wissen

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Letzte Aktualisierung: 04.2016, BH