Plazenta mit Nabelschnur
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Stammzellen aus dem Nabelschnurblut

Stammzellen sind sozusagen Nachfahren der Zellen, die sich aus der befruchteten Eizelle durch Teilung gebildet haben.

Das sind Zellen, deren genaue Endbestimmung noch nicht festgelegt ist. Je unreifer die Stammzellen sind, umso weniger festgelegt ist ihre Funktion, deshalb können sich aus den frühesten Stammzellen noch Zellen verschiedenster Organe entwickeln, z.B. rote oder weisse Blutkörperchen, Muskeln, Nerven oder Knochen.

Nach welchen Gesetzmässigkeiten das abläuft, wird derzeit überall auf der Welt erforscht.

Man unterscheidet adulte (=erwachsene) und embryonale Stammzellen.

  • Embryonale Stammzellen können sich noch in ganz unterschiedliche Gewebe entwickeln, da sie noch auf einer sehr frühen Entwicklungsstufe stehen. Sie sind fast endlos teilungsfähig. Diese Zellen werden aus Embryonen, die z.B. nach künstlicher Befruchtung nicht wieder eingepflanzt wurden, gewonnen. In der Schweiz ist diese Forschung möglich, wird aber streng kontrolliert. 
  • Adulte Stammzellen dagegen sind sehr teilungsfähige Zellen, die in einigen Organen des Körpers (z.B. im Knochenmark, in der Leber) sowie in der Plazenta und im Nabelschnurblut von Neugeborenen gefunden werden. Sie können sich noch in die verschiedenen Zellen des Blutes bzw. ihres speziellen Organs entwickeln und haben eine wichtige regenerative Funktion. Das wird bei der sogenannten Stammzelltherapie genutzt.

Stammzellen aus der Nabelschnur stehen in der Entwicklung zwischen den adulten und embryonalen Stammzellen. Sie können nicht mehr ohne weiteres jedes Gewebe bilden, aber sie sind andererseits noch besonders vital und flexibel, mehr als z.B. die Stammzellen des erwachsenen Knochenmarks.

Die Gewinnung des Nabelschnurblutes geschieht – natürlich nur mit Ihrem Einverständnis - gleich nach der Durchtrennung der Nabelschnur. Aufbewahrt wird die Probe bei ca. –200 Grad Celsius. Im Bedarfsfall werden die Zellen einfach wieder aufgetaut.

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Aufbewahrung:

  • In einer der Allgemeinheit zugänglichen (öffentlichen) Nabelschnurblutbank. Ihre Nabelschnurblutspende steht dann jedem Patienten zur Verfügung, der von seiner Gewebe-Typisierung her ungefähr passt. Abstossungsreaktionen kommen sogar etwas seltener vor als bei Knochenmarkstransplantationen, weil diese Stammzellen noch nicht so stark in ihren Oberflächen-Antigenen ausgeprägt sind. Öffentliche Nabelschnurblut-Banken gibt es z.B. an den Universitäten in Basel, Genf und Bern, am Kantonsspital Liestal und in verschiedenen Kliniken im Tessin.
  • In einer privaten Firma, die mit Ihnen einen Vertrag über die Lagerung der Blutprobe abschliesst. Die Kosten müssen Sie selbst tragen. Die eigenen Stammzellen stehen dann zur Verfügung, wenn Ihr Kind sie selbst einmal brauchen sollte. Diese Form der Transplantation wäre einerseits bei bestimmten Erkrankungen ideal, weil eine Abstossungsreaktion viel unwahrscheinlicher ist. Andererseits gibt es Erkrankungen wie z.B. bestimmte Formen von Blutkrebs, bei denen eine Transplantation mit den eigenen Stammzellen überhaupt nicht helfen würde, wenn die genetische Anlage zur Erkrankung  schon in den Stammzellen vorhanden ist.

Letzte Aktualisierung : 29-08-19, BH

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