Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

In der Schwangerschaft ist erstens die Darmtätigkeit aufgrund der Hormonumstellung verlangsamt und zweitens der Druck der Gebärmutter auf die Blutgefässe gesteigert. Das führt häufig zu Verstopfung und bei etwa der Hälfte aller werdenden Mütter sogar zu Hämorrhoiden. Es handelt sich hierbei um juckende und stechend schmerzende Krampfadern in der Aftergegend, die in manchen Fällen stark hervortreten oder bluten. Die Darmentleerung kann dadurch unangenehm oder sogar schmerzhaft sein. In den allermeisten Fällen bilden sich die Hämorrhoiden nach der Geburt jedoch schnell wieder zurück.

Sollten Sie bereits Hämorrhoiden haben, empfehlen sich die bewährten Massnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Verstopfung, nämlich u. a. eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, vor allem Wasser und verdauungsfördernder Kräutertee, sowie regelmässige Bewegung wie Schwimmen und Schwangerschaftsgymnastik. Das ist generell gut für den Kreislauf und regt die Verdauung an. Schwangere sollten grundsätzlich alles vermeiden, was zu einem erhöhten Druck im Beckenbereich führt, also schweres Heben und Pressen. Gezieltes Training von Becken- und Schließmuskulatur kann sich ebenfalls positiv auf Verdauungs- und gezielt Hämorrhoidialleiden auswirken. Eine einfache Übung ist das Zusammenpressen der Beckenmuskulatur: Hierzu zehnmal täglich Scheide und After fest zusammenpressen und nach einer kurzen Haltephase wieder entspannen. Dies kann zudem einer Blasenschwäche und Harninkontinenz vorbeugen.

Als natürliche Massnahme haben sich Sitzbäder mit lauwarmem Kamillentee, einem Aufguss aus Hamamelisrinde oder -blättern, Eichenrinde oder Breitwegerichblättern bewährt. Auch Lavendelöl im Bad tut wohl. Bei starkem Juckreiz empfiehlt sich eine Eispackung. Dazu nimmt man eine Tiefkühlpackung Erbsen, mit einem Tuch umwickelt. Sie können immer wieder eingefroren und zur Kühlung (aber natürlich nicht mehr zum Verzehr!) verwendet werden! Reinigen Sie den Afterbereich nur mit weichem Toilettenpapier und milden, seifenfreien Produkten.

Zusätzlich kann Ihnen Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin eine Salbe oder Zäpfchen zur Linderung von Schmerzen oder Juckreiz verschreiben. Die üblichen Hämorrhoidenmittel (z.B. Sulgan, Isochinol, Hametum, Procto-Glyvenol) haben sich in der Schwangerschaft als unbedenklich erwiesen. Abgeraten wird von Phenol(-derivaten), z.B. Policresulen, wie auch von Dobesilat wegen seiner Wirkung auf die Blutbildung.

Auch an anderen Stellen, insbesondere an den Beinen oder im Scheidenbereich, können sich Krampfadern bilden.

Letzte Aktualisierung : 05.2016, BH

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