Frau hat die Hände auf dem Bauch; Frühschwangerschaft

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Die Schmerzen sind ziehend, pochend, stechend, stumpf oder krampfartig und können vom Becken bis zum Rippenbogen spürbar sein – schon ist man da als werdende Mutter in Alarmbereitschaft. Zum Glück sind diese Bauchschmerzen meist ganz harmlos und nur durch Anpassungen des Körpers an die Schwangerschaft verursacht. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, umso intensiver sind in der Regel die Beschwerden.

Zu Beginn der Schwangerschaft signalisiert bei manchen Frauen ein leichtes Ziehen im Unterleib, dass sie in anderen Umständen sind: Die befruchtete Eizelle nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein. Gleich darauf entwickelt sich die Plazenta und durchdringt mit ihren wurzelähnlichen Zotten die Gebärmutterwand. Neue Blutgefässe zur Versorgung des Embryos werden gebildet; empfindliche Frauen registrieren die verstärkte Durchblutung im Becken.

Das hilft!

Was kann man bei harmlosen Bauchschmerzen tun? Viele hilfreiche Tipps zur Linderung finden Sie unter den verschiedenen Schwangerschaftsbeschwerden!

Starke und krampfartige Schmerzen können von den sogenannten Mutterbändern ausgehen. Die beiden flexiblen Muskelfaserbänder stabilisieren die Gebärmutter im Becken. Dies kann starke Schmerzen im seitlichen Unterleib auslösen, vergleichbar mit einer Muskelzerrung.

Verdauungsprobleme sind eine weitere Ursache für Leibschmerzen. Verstopfung und Blähungen, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Magenbrennen (Sodbrennen) werden durch die hormonellen Einflüsse in der Schwangerschaft verursacht. Vor allem das Hormon Progesteron verlangsamt die Aktivität im Magen-Darm-Trakt. Mit fortschreitender Schwangerschaft wird es im Bauch zudem immer enger und die umliegenden Organe werden zusammengedrückt. Bewegungen und Tritte des Kindes verursachen ebenfalls schmerzhafte, aber harmlose Bauchschmerzen.

Schliesslich können auch echte oder unechte Wehen zu einem harten Bauch führen und unangenehme Schmerzen verursachen. Übungswehen können schon ab der 20. Schwangerschaftswoche spürbar sein. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin um Rat.

Plötzlich einsetzende, starke Unterleibsschmerzen können grundsätzlich auch auf Komplikationen hinweisen und müssen ernst genommen werden. Das gilt vor allem dann, wenn weitere Symptome wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder Blutungen hinzukommen. Dann kann unter Umständen eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter vorliegen (Eileiter-, Eierstock-, Gebärmutterhals- oder Bauchhöhlenschwangerschaft) und/ oder eine Fehlgeburt drohen. In der Spätschwangerschaft sind Plazentakomplikationen oder ein Gebärmutterriss gefürchtet. Weitere schwangerschaftsbedingte Komplikationen, die Bauchweh verursachen können, sind das HELLP-Syndrom (eine Sonderform der Präeklampsie).

Schliesslich können natürlich auch Erkrankungen, die gar nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben, vorliegen: Blinddarm-, Gallenblasen- und Bauchspeicheldrüsenentzündung, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sowie Erkrankungen der Harnwege, z.B. Nierenbeckenentzündung oder Harnsteine.


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Letzte Aktualisierung: 01.2017, BH