Es zieht im Bauch!

Aktuelles Gewicht: ca. 60 kg    
Blutdruck: normal

Hilfe! Bin nun in der 7. SSW (was für mich „erst“ bedeutet) und frage mich praktisch bei allem, was ich tue, ob das als Schwangere noch in Ordnung ist. Angefangen bei meinem nächsten „Coiffeur“-Termin. Möchte mir die Haare färben (genau, die ersten grauen Häarchen sind da…). Dann muss ich zu einem Kundenanlass - ein Fussballspiel!. Genau das richtige, um nicht angerempelt zu werden. Zu guter Letzt ein Wochenende in Berlin mit meinem Mann. Fieberhaft lese ich im Internet nach, was es mit einer Haartönung auf sich hat und finde zum Glück heraus, dass es offenbar unbedenklich ist. Im Büro finde sehe ich ausserdem, dass ich eine VIP-Einladung zum Cup-Final (FCB:GC, was ein Match) und somit einen gemütlichen Sitzplatz haben werde, puuhhhh. Über das Wochenende in Berlin mache ich mir später Gedanken.

Aber was ist das? Plötzlich zieht es in meiner Leistengegend, als ob jemand seine Fingerspitzen permanent in die Haut drücken würde. Das hat mir noch gefehlt. Autsch, hallo? Ok, ruhig bleiben, nicht durchdrehen, ist sicherlich alles in Ordnung. Nein, ist es nicht, das Ziehen hört nicht auf und ich schnappe mir mein Natel, gehe im Büro auf die Toilette und rufe in der Notfallstation der hiesigen Frauenklinik an. Besetzt, war ja klar. Falls irgendjemand von Euch schon mal versucht hat, auf dem WC ein „geheimes“ Telefonat zu machen, wisst ihr bestimmt, dass das Besetztzeichen das Letzte ist, was man hören will. So ab acht Minuten Klopause muss man sich nämlich entweder einen hässlichen Durchfall einfallen lassen oder sehr souverän mit den fragenden Blicken umgehen können. Bin erstens eine schlechte Lügnerin (wirklich!) und zweitens nicht souverän genug. Verlege also meinen Anruf auf nach der Arbeit.

Um 17:00 Uhr habe ich dann auch gleich eine nette Dame am Apparat. Ich beschreibe meine Symptome und sie sagt vollkommen emotionslos: „Wenn Sie sofort kommen, müssen Sie mit einer längeren Wartezeit rechnen. Ich würde das allerdings schon kurz einer Ärztin zeigen, könnte ein Hinweis auf eine EILEITERSCHWANGERSCHAFT sein.“ Ach du Scheisse, sage ich halblaut vor mich hin. Zwei Sekunden später sitze ich im Tram und versuche, möglichst nicht auszusehen, als hätte ich Todesangst.

In der Notfallstation angekommen, werde ich begrüsst, muss Urin abgeben und dann warten, sehr lange warten. Nach über zwei Stunden in einem Wartezimmer voller Elternzeitschriften mit süssen Babybildern und keinem einzigen Artikel zu: „Eine Eileiterschwangerschaft kommt selten bis nie vor“, kommt eine Arzthelferin und meint, dass sie gerade einen dringenden Notfall hätten und ich mich noch gedulden müsse.

Nach vier Stunden werde ich ins Untersuchungszimmer gerufen. Eine deutsche Ärztin gratuliert mir herzlich zur Schwangerschaft und meint aufmunternd: „Na dann schauen wir uns das Kliiine mal an.“ Sie macht einen vaginalen Ultraschall mit diesem dildoartigen Gerät und sieht, dass alles soweit am richtigen Platz ist. Meine Unterleibsschmerzen kommen von der Dehnung der Mutterbänder und sind absolut normal. Den Stein, der mir vom Herzen fällt, könnte man als „Findling“ ausstellen.

Wie schnell man sich doch verändert! Normalerweise halte ich es kaum aus, auch nur 10 Minuten auf einen Bus zu warten. Die vier Stunden im Wartezimmer waren ganz einfach selbstverständlich :-).

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

Newsletter
Schwangerschaft

Hilfreiche Tipps und nützliches Wissen zu Ihrer aktuellen Schwangerschaftswoche. Jetzt anmelden!