Julian Lennox Besmens

Geboren: 10.01.2014 um 10:08 Uhr

Grösse: 48cm

Gewicht: 3250g

SSW 40. Es ist der 10.01.2014 und wir sind unterwegs ins Kantonsspital Liestal. Nach dem Duschen habe ich meinen Bauch lange im Spiegel betrachtet und versucht, mir das Bild einzuprägen. Ein komisches Gefühl, dass nach all dem Warten tatsächlich heute der Tag sein soll, an dem wir unser Baby endlich im Arm halten werden – das Ende einer traumhaften Schwangerschaft und der Anfang eines neuen Lebens zu dritt.

Im Krankenhaus angekommen werden die Formalitäten erledigt und danach geht’s hoch zur Geburtsstation. Eine aufgestellte Hebamme nimmt uns in Empfang und führt uns ins „Kuschelzimmer“, in dem ein Sofa und ein Bett stehen sowie die typische Gebärzimmerinfrastruktur (Wickelstation, Wärmelampe, Waage, Badewanne). Ich bekomme ein sexy Nachthemd mit „hinten offen und so...“ und Stützstrümpfe. Eine zweite, ganz junge Hebamme stellt sich vor und erklärt mir alles ganz genau, was nun passiert. Ich bekomme einen Infusionszugang und dann erscheint auch schon der Oberarzt und stellt sich vor.

Thomas ist die ganze Zeit an meiner Seite und kümmert sich mit einer solch liebenden Hingabe um mich, dass mir vor Rührung fast die Tränen kommen. Fühle mich unglaublich gut aufgehoben.

Um 09:30 Uhr werde ich mitsamt Bett in den Operationssaal gefahren, dort umgelagert und für die „Sektio“ vorbereitet. Thomas bekommt in der Zwischenzeit OP-Klamotten. Etwa zehn verschiedene Personen, alle bereits mit Mundschutz und Häubchen, begrüssen mich und erklären, wer sie sind und was ihre Aufgabe sein wird. Dann wird meine Haut am Rücken unempfindlich gespritzt und ich bekomme die Periduralanästhesie – nichts gespürt, perfekt! Langsam breitet sich ein warmes Gefühl in meinen Beinen und dem Bauch aus und dann ist auch schon der Arzt da und fragt: „Haben sie das gespürt?“ Da ich fragen muss, was er meint, ist klar, dass die Betäubung wirkt.

Eine Art Vorhang wird vor meinem Bauch hochgezogen und jetzt darf auch Thomas reinkommen und sich neben mich setzen. „Wir fangen jetzt an.“ Die junge Hebamme erscheint wieder und erklärt mir in ruhigem Ton, dass jetzt die Bauchdecke desinfiziert wird. Und dann höre ich, wie der Arzt sagt: „Ich mache den Schnitt.“

Nach 40 SSW dauert es gerade mal fünf Minuten zwischen diesem Satz und dem ersten Schrei von unserem Kind. Meine Kehle schnürt sich zu, eine Träne rollt übers Gesicht und ich sehe, wie ein winziges Bündel Leben von der Hebamme in ein Tuch gewickelt werden. Ich sehe Thomas und in der nächsten Sekunde liegt Julian auf meiner Brust. Dunkle Haare, ein warmes weiches Gesichtchen...ich küsse ihn und werde überwältigt von einem Glücksgefühl, dass nur dieser eine perfekte Moment auszulösen vermag. Dann wird mir leider ein bisschen übel und sie müssen den Kleinen weg- und eine Kotzschale herbringen. Alles halb so schlimm, denn Julian geht mit Papa schon mal ins Kuschelzimmer.

Nachdem bei mir alles vernäht ist und all diese netten Menschen im OP mir gratuliert haben, werde ich auch ins Zimmer geschoben. Julian hat inzwischen ein Mützchen auf, ist in warme Tücher gehüllt und liegt bei seinem Vater auf der Brust. Die Hebamme legt ihn in meine Arme und zusammen mit Thomas betrachte ich meinen Sohn und empfinde nichts als pure Liebe.

Ich bleibe vier Tage im Krankenhaus und würde gerne die Gelegenheit nutzen, dem gesamten Team der Geburtsstation und der Wochenbettabteilung des Kantonsspitals Liestal zu danken. Die Hebammen waren einfach spitze und haben Julian und mir einen optimalen gemeinsamen Start ermöglicht – DANKE!

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens hat von der 6. Schwangerschaftswoche an über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft geschrieben. Hier geht es zur Übersicht.

Und so schnell vergeht die Zeit: Hier finden Sie den Bericht über Julian's zweiten Geburtstag...

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