Letzter US-Termin vor der Geburt

Aktuelles Gewicht: 67,9 kg

Blutdruck: 118/72

SSW 39! Meine Schwestern, Gottimeitli Sarah, Göttibueb Jan und ich sind auf dem Weg ins Spital zum letzten US-Termin vor dem geplanten Kaiserschnitt. Und werden auch gleich wieder nach Hause geschickt :-) Eine Hebamme erscheint bei der Geburtsstation und teilt uns freundlich mit: „Wir mussten Ihren Termin leider auf den Nachmittag verschieben. Heute Morgen sind schon vier Bebes zur Welt gekommen und alle Ärzte sind im Einsatz.“

Ungewollt erhasche ich einen kurzen Blick in den sich gerade öffnenden Operationssaal, in dem eine Frau für den Kaiserschnitt vorbereitet wird. Eine Menge weiss gekleideter Menschen wuselt um sie herum. Für einen Moment sehe ich mich selber dort auf diesem Tisch liegen und bin doch ein bisschen aufgeregt dabei. Wir ziehen also wieder von dannen und machen uns einen schönen Tag.

Um 15:30 Uhr stehen wir erneut vor der Geburtsstation und werden auch sofort in Empfang genommen. Es wird ein CTG gemacht, ich muss Urin und Blut abgeben, eine junge Hebamme tastet den Bauch mit diesen speziellen Griffen ab als wolle sie Julian hochheben und dann müssen wir noch einmal warten. Die Ärztin kommt zusammen mit einer Assistenzärztin und bittet mich in ein anderes Behandlungszimmer, da dort ein US-Gerät steht, das auch funktioniert. Das letzte Mal, dass ich unser Baby auf dem Monitor sehe, ich muss schlucken.

„Alles in bester Ordnung. Dann sehen wir Sie am Donnerstagabend. Sie bekommen Blutverdünner und können dann wieder nach Hause gehen. Am Freitag um 08:00 Uhr finden Sie sich dann bitte zur Geburt ein. Wann genau Sie dran sind, können wir ihnen noch nicht sagen.“ Ok, das klingt, als würde ich mein Auto zur Werkstatt bringen, um die Reifen zu wechseln, aber schliesslich hatten die hier ja heute schon vier Babys vor 10:00 Uhr, da schleicht sich wahrscheinlich auch eine gewisse Routine ein.

Ich selber frage mich unterdessen, wie ich die letzten Tage am besten überstehen soll – das dauert ja noch ewig!!! So kurz vor Ende dieser traumhaften Schwangerschaft fällt es mir auch unheimlich schwer, nicht auf all zu hohem Niveau zu jammern. Von werdenden Eltern hört man immer nur den einen Wunsch: „Hauptsache gesund.“ Fragen die sich nicht, ob ihr Kind Haare haben wird, vielleicht eine Warze auf der Nase, wie gross und schwer es sein wird?

Tschuldige Juli, dabei bist du so ein fantastisches Baby und hast mir ganz wundervolle 10 Monate verschafft, die ich in vollen Zügen geniessen konnte. Es ist nur so, dass man ja immer etwas sucht, worüber man sich Gedanken machen kann und du wirst eine Mutter haben, die dieses Laster zu ihrer Königsdisziplin gemacht hat (an dieser Stelle bin ich mit meinen Gedanken ganz fest bei dir Mam, du weisst schon...:-)).

Und nun werde ich ein Bad nehmen, meinen Spitalkoffer zum tausendsten Mal auspacken und kontrollieren, ob ich an alles gedacht habe und abwarten.... wie immer.

Ich wünsche allen Mitschwangeren weiterhin eine unvergessliche Zeit, bald eine gute Geburt und für alles, was da kommen mag, genügend Energie :-) In diesem Sinne!

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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