Frohe Weihnachten

Aktuelles Gewicht: 66,1 kg

Blutdruck: ausgeglichen

37. SSW. Hatte letzten Freitag meinen vorläufig letzten Arbeitstag und gehe erst Ende des Mutterschaftsurlaubs wieder ins Büro. War ein schwerer Abschied, tut aber auch verdammt gut, jetzt noch ein bisschen Zeit zu haben für mich.

Das Ding mit der Zeit zieht sich ohnehin wie ein roter Faden durch meine gesamte Schwangerschaft. Warten auf US-Termine, warten auf Kindsbewegungen, warten auf Ergebnisse und warten auf die Geburt. Seit letzter Woche hat dieses eine Warten aber zumindest ein sehr absehbares Ende. Thomas und ich waren im Spital zur Kaiserschnittbesprechung. Was bedeutet, dass nebst einer Routineuntersuchung (mein erstes CTG), vier verschiedene Personen, darunter zwei Hebammen, ein Assistenzarzt und die Oberärztin, uns über die Risiken eines geplanten Kaiserschnitts aufgeklärt haben. „Es handelt sich dabei um eine Operation“, „Sie sind danach weniger beweglich als bei einer natürlichen Geburt“, „bei Ihnen wären die Voraussetzungen geradezu perfekt für eine spontane Geburt“, „es ist eine Operation“, „nebenliegende Organe wie Blase oder Darm können verletzt werden“, „wegen der Schmerzen brauchen Sie keine Angst zu haben (hatte zu diesem Zeitpunkt bereits gesagt, dass mir Schmerzen keine Angst machen, mehrfach)“, „denken Sie einfach daran, es ist eine Operation“. Vier Stunden waren wir dort und haben zu guter Letzt tatsächlich den Termin für Juli´s Geburt bekommen: 10.01.2014!

Und jetzt sitze ich auf dem Sofa, höre das Mozart-Musikdöschen und muss ein bisschen weinen, weil ich mir vorstelle, wie Thomas seinen Sohn zum ersten Mal im Arm hält. Ich gehe hoch ins Kinderzimmer und schaue mir die ordentlich gestapelten Kleidli an, das Lammfell auf dem Boden, die kuschelweichen Plüschtierchen und das Bettchen. Meine Schwieger-Mami hat es für uns restaurieren lassen, Thomas' Oma hat bereits in diesem Bett gelegen, ich glaube, es ist von 1929 oder so. Am Anfang schläft der Kleine allerdings im Stubenwagen, in dem auch Thomas schon war. Dann gehe ich weiter ins Badezimmer, dort ist der Wickeltisch, die Windeln und alle möglichen Kleinigkeiten, von denen ich denke, dass sie wichtig sind – wir werden sehen :-)

Gut, alles an seinem Platz und erst 10:00 Uhr, dann kann ich ja jetzt....ja was denn eigentlich, oh Gott, mir ist langweilig!! Überall liest man, dass frischgebackene Mütter sich nur eines wünschen: Ein bisschen Zeit. Aber was ist mit all den Noch-nicht-Mamis, die zu viel davon haben, es kaum erwarten können, bis es endlich losgeht, das aber niemandem sagen dürfen, weil es doch „so wunderbar ist, noch einmal in sich zu gehen und sich auf das vorzubereiten, was kommt“?

Hand auf’s Herz, wir können uns doch eh nicht vorbereiten auf das, was kommt. Dann werde ich jetzt eben nochmal frühstücken, ein bisschen fernsehen und versuchen herauszufinden, wie sich Senkwehen anfühlen, hatte das bisher nämlich noch nicht. Ausserdem ist ja heute Heilig Abend und zum Glück ist das bei uns auch immer der Tag, an dem wir in einem Power-Shopping-Marathon die Geschenke kaufen gehen. So wäre dieser Tag zumindest ausgefüllt und der Countdown hat nur noch: 17 Tage.

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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