Grippe-Alarm

Aktuelles Gewicht: 65,1 kg
Blutdruck: 90/50

Ich kann es kaum erwarten, dass Julian endlich auf die Welt kommt und ich Gelegenheit habe, mich bei ihm zu bedanken, dass er mir eine so unbeschwerte Schwangerschaft ermöglicht.

Bin in der 34. SSW und befinde mich gerade mit Thomas in einem Wellness-Hotel in Österreich. Gotti Fäbi und ihr Freund sind mit von der Partie. Natürlich fällt Skifahren für mich flach, aber da Juli so gut mitmacht, kann ich mich im Dampfbad und der Biosauna austoben. Zu meiner sehr positiven Überraschung stelle ich auch fest, dass ich es mit meinem 9-Monatsbauch zum ersten Mal – seit ich 16 war – schaffe, mich im Spiegel zu betrachten, ohne spontan über eine Schönheitsoperation nachzudenken. Eine Schwangere im Spa-Bereich scheint zudem auch hier die Leute dazu zu animieren, mir viel Glück zu wünschen und sich nicht all zu breit zu machen, damit ich auch ja bequem liegen kann. Muss wahrscheinlich nicht extra erwähnen, dass es ein ganz wundervoller Tag ist.

Allerdings haben die ganzen wohltuenden Dämpfe nicht exakt die Auswirkung auf mein Wohlbefinden, wie ursprünglich angenommen. Meine Nase geht zu, der Hals beginnt zu schmerzen und in meinem Kopf fühlt es sich an, als würde Wasser kochen. Gehe hoch ins Zimmer und lege mich ein bisschen hin. Wird nicht wirklich besser. Aber was tun? Mein Mann hat Nasenspray dabei, weil er auch etwas angeschlagen ist, aber ob ich das nehmen darf? Im Internet überschlagen sich mal wieder die Meinungen und am Schluss meiner Recherchen weiss ich lediglich, dass man tatsächlich süchtig sein kann nach Nasenspray.

Dann also Apotheke. „Ohne Rezept würde ich Ihnen lieber nur etwas Homöopathisches mitgeben“. Nee, auf diese Kügelchen verzichte ich, das hilft bei mir erst, wenn die Grippe sich längst selber verabschiedet hat. Rufe im Spital an und frage nach, ob das Nasenspray von Thomas für Schwangere geeignet ist. Ist er! Hätt ich gleich machen sollen. Was für eine Erleichterung wieder durchatmen zu können.

Wieder zu Hause angekommen, entscheide ich mich aber dennoch, im Büro Bescheid zu sagen, dass ich mich einen Tag auskuriere. Und wieder bedanke ich mich innerlich bei Julian. Es ist gerade mal Mittag und ich fühle mich leicht verstört vor lauter Langeweile. An alle werdenden Mamis, welche lange vor dem Geburtstermin „liegen“ müssen: Ihr seid verdammt tapfer!! Im Fernsehen läuft zwischen der Werbung Assi-TV und schlafen geht auch nicht so recht, etwas lesen strengt mich irgendwie zu sehr an und anfangen für den bevorstehenden Umzug zu packen, kann/soll ich auch nicht.

Was bleibt sind meine Gedanken und damit kann ich mich immer beschäftigen, ob ich will oder nicht. Einmal angefangen, merke ich schnell, dass es noch so einiges gibt, worüber ich nachdenken muss. Das Blöde ist jeweils nur, dass dieser Mechanismus nicht so leicht wieder abgestellt werden kann, wenn er einmal in Gang ist. Wollte eigentlich nur ein bisschen schwelgen und mir im Geiste schon mal den Stubenwagen mit Baby-Inhalt vorstellen, bin aber leider schon beim ersten Elternabend in der Schule, zu hohen Rechnungen, den Veränderungen zwischen Thomas und mir, der richtigen Erziehung und und und angekommen und habe zu meiner angeschwollenen Nase nun auch noch einen wirren Kopf. Morgen gehe ich wieder arbeiten!

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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