Berlin’s calling

Aktuelles Gewicht: 63,9 kg    
Blutdruck: stabil

Es ist kurz nach 06:00 Uhr. Ich sitze mit Gartenhandschuhen bewaffnet auf dem Sofa und versuche diese widerspenstigen Stützstrümpfe über meine Beine zu kriegen – verflucht knifflige Angelegenheit, wenn man noch den letzten Rest Schlaf in den Augen hat! Es sind diese strapsähnlichen Dinger, die man bis knapp unter den Po zieht. Die Beine sehen dann zwar supi schlank aus, aber dafür sammelt sich der abgequetschte Überschuss unvorteilhaft am Hintern, echt klasse.

Bin in der 32. SSW und heute fliegen Thomas und ich übers Wochenende nach Berlin, juhuuuu!!! Wir lieben die deutsche Hauptstadt und gehen jedes Jahr so zwei bis dreimal hin. Packe den letzten Rest Kleider zusammen und dann sind wir auch schon weg. Mit drei Stunden Verspätung (easyjet musste das kaputte Maschinchen gegen ein intaktes austauschen) landen wir in Berlin-Schönefeld und zu meiner positiven Überraschung muss ich feststellen, dass Schwangersein in Deutschland mit einem gewissen V.I.P. Status einhergeht. Ich werde extremst zuvorkommend behandelt. Überall werden mir Sitzplätze angeboten, der Begrüssungsdrink im Hotel ist frischer O-Saft, obwohl eigentlich nur Wasser und Prosecco bereitstehen, mein Koffer wird mir buchstäblich aus der Hand gerissen und jede Person, die mit mir spricht, wünscht mir am Schluss „alles Gute für Sie“.

Am witzigsten war die Dame in der Metro. Die Berliner haben eine urtypische offene, ehrliche und manchmal sogar ein bisschen schroff wirkende „Schnauze“. Auf jeden Fall sitzen wir in unserem Abteil und als die kesse Kontrolleurin vorbeikommt, finde ich natürlich nicht auf Anhieb die Fahrkarten. Sie sieht mich wissend an und meint:“ Keen Problem junge Dame, wenn man so dick iss, dann darf dett och mal watt lenger dauern“.

Ich fühle mich das ganze Wochenende über sehr wohl, sehr schwanger und sehr gut aufgehoben. Thomas und ich geniessen unsere Zweisamkeit und kommen dennoch nicht umhin, irgendwie schon ein bisschen zu dritt in Berlin zu sein. Wenn sich Julian in meinem Bauch bewegt, muss ich unwillkürlich lächeln und meine Ungeduld immer stärker unterdrücken. Es sind nur noch ein paar Wochen und dann ist er tatsächlich da und wir können diese wunderbare Stadt bald auch unserem Sohn zeigen. Datt wird ein Spass!

Der Rückflug ist dann sogar pünktlich und gestaltet sich, wie der restliche Aufenthalt, äusserst angenehm. Ich darf mit den „Speedy Boarding“ Passagieren zuerst einsteigen und das ärztliche Attest scheint reine Formsache zu sein.

Mit uns im Flieger ist eine Mutter mit ihrer ca. 2 Jahre alten Tochter und ich bin beeindruckt, wie sie Kind, Kinderwagen, Koffer, Handy und sich selber perfekt managed. Während ich sie so beobachte, frage ich mich, ob die Leute wohl auch noch so nett zu mir sind, wenn ich mit einem schreienden Baby irgendwo auftauche, ich selber bin es nämlich manchmal nicht…

Informationen zu Fliegen in der Schwangerschaft

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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