Die Aufregung steigt

Aktuelles Gewicht: 63,2 kg    
Blutdruck: stabil (noch immer :-)

Die 30. SSW neigt sich bereits dem Ende zu und so ähnlich geht es mir im Moment auch mit meiner Geduld. Am liebsten würde ich ja alles auf einmal machen: Kleidli waschen und einräumen, meine Liste mit allen möglichen Baby-Utensilien abarbeiten, die Geburtsanzeige vorbereiten und den kleinen Julian schon mal im neuen Kinderwagen probeliegen lassen… aber da war ja noch was?

Ah ja, ich bin noch schwanger und arbeite nach wie vor 100%! Also bleibt mir wohl nur das allseits verhasste: „Eins-nach-dem-anderen-Prinzip.“ Und da „Julian in den Kinderwagen legen“ schon mal ausscheidet und auf Grund der Tatsache, dass wir die neue Wohnung noch nicht bezogen haben, auch Kleidli einräumen nicht in Frage kommt, nehme ich mir die Geburtsanzeige vor.

Muss allerdings kurz inne halten, weil ich die Beule auf meinem Bauch beobachten will – wenn ich bloss wüsste, welcher Teil vom Baby sich mir da entgegenreckt. Neuerdings spüre ich jetzt ganz deutliche Strampeleinheiten, wenn ich auf der linken Seite liege und meine Hand knapp über dem Becken unter den Bauch lege. Es scheint ein Füsschen oder Händchen zu sein, und manchmal denke ich, ich könnte es greifen, wenn ich meine Finger darum schliessen würde. Soll gemäss meiner FÄ aber nicht unbedingt empfehlenswert sein (Spielverderberin!).

Auf jeden Fall kann ich so hervorragend einschlafen. Es hat sich ohnehin herausgestellt, dass es mich ungemein beruhigt, einfach still zu sitzen und in meinen Bauch zu horchen. Dieses Abtauchen und sich etwas so Purem und Einfachem hinzugeben, ist für mich neu und höchst angenehm. In diesen Momenten spielt es keine Rolle, ob mein Tag angenehm oder stressig war, ob ich mich gerade aufgeregt habe, müde, traurig oder zufrieden bin. Vielleicht weil es so einfach ist und doch so viel bedeutet. Das erste Mal in meinem Leben muss ich nichts dafür tun, etwas so Grossartiges zu erleben – nur daliegen und abwarten.

So also und jetzt zur Geburtsanzeigen . Sind schon verdammt süss mit den Babyfotos und den niedlichen Sprüchen dazu. Sehe mir ein paar von denen an, die ich schon bekommen habe und muss sogar ein- zweimal schlucken, wenn ich die liebenden Worte dazu lese. Mein Gottimetli Sarah hatte ein Bild vorne drauf mit Fussabdrücken im Sand und darunter stand „She will never walk alone…“ Wunderschön finde ich.

Mmmmhhh, was könnte denn passen für unseren Sohnemann? Ein Foto von ihm soll unbedingt drauf sein, aber irgendwas muss da noch dazu. Ich gehe ein paar Zitate und Sprüche durch … muss wieder aufhören, bin zu emotional.

Vielleicht tanke ich einfach mal kurz frische Luft. Schnappe mir die leeren Pet-Flaschen und gehe Richtung Stedtli. Vor dem Kiosk steht der Pet-Container, und wenn ich schon mal da bin, lasse ich gleich noch den Lottozettel kontrollieren, vielleicht kaufe ich dann einfach eine Werbeagentur für die Geburtsanzeige. „Leider kein Gewinn“, holt mich die Dame hinter der Kasse zurück in die Realität. Aber was liegt denn da? Die Glückspost mit einem Foto von einer Mutter mit Baby und darunter der Titel: „Unser Julian ist ein kleines Wunder“. Na bitte, damit wird doch wohl etwas anzufangen sein :-)

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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