SS-Pic’s Teil II

Aktuelles Gewicht: 63,3 kg    
Blutdruck: stabil

Bin mit meiner Schwester, besser bekannt als Gotti Fäbi, zum Babybauchshooting in Bern unterwegs. Hatte einen relativ stressigen Tag und daher auch nicht wirklich Zeit für Haare und Make-up (ich hoffe, er kriegt das irgendwie hin mit Licht und Schatten oder so…).

Bei Jan im Studio angekommen, begrüsst mich ein top-sympathischer Mitdreissiger in breitem Bärndütsch, da fühl ich mich doch gleich ganz wie zu Hause. Er zeigt mir den Raum, indem die Fotos entstehen werden und ich bin begeistert! Es gibt eine kleine Nostalgie-Ecke mit diesen „Schabbi-Schick-Möbeln“, ein paar Sessel und Hocker im Burlesque-Stil und eine Kammer über und über beladen mit Tüchern, Masken, Schmuck, Korsagen, Federn und vielem mehr, was das Frauenherz begehrt. Fäbi hat sich schon ein neckisches Mieder geschnappt plus einer Perlenkette und raunt mir zu: „Ok, Ste, ich muss hier unbedingt Fotos von mir machen lassen, das ist der absolute Wahnsinn!“ Jan freut sich und sagt: „Gut, dann kannst du sonst auch mal deine Accessoires bereitstellen und das Outfit anziehen, welches du vorgesehen hast.“ Gut, denke ich mir, das ist einfach.

Ich verschwinde in der Garderobe und tauche in Unterwäsche wieder auf. Er sieht mich an und meint: „Gott sei Dank! Ich habe schon befürchtet, ich müsste so ein olles Shooting mit Babysachen auf dem Bauch drapiert oder aufwändigen Schwangerschaftsklamotten schiessen. Natur pur, so ist es am einfachsten.“ Ich bin auch erleichtert, dass er nicht vor den Kopf gestossen ist und kurze Zeit später stecken wir mitten drin im „Posen“.

Es stellt sich heraus, dass Models vielleicht doch auch hart arbeiten müssen, denn nach einigen Minuten in derselben Haltung beklage ich mich schon über die ersten Rückenschmerzen. Alsbald bin ich denn auch ganz nackt und muss anhand der Testaufnahmen feststellen, dass ein bisschen Retusche wohl noch das ein oder andere Problemzönchen ausbessern muss. Das Ganze macht aber irre Spass und wir versuchen meinen Babybauch immer aufwändiger in Szene zu setzen. Balletposen, zusammengekauert, von vorne, von der Seite, von oben (geht gar nicht, sehe aus wie eine Wasserleiche) und zu guter Letzt natürlich noch als Bauchkuss-Foto mit Fäbi.

Ich fühle mich sehr weiblich und ungezwungen, was sich bei den fertigen Bildern insofern rächt, als dass auf dem ein oder anderen die Hand, welche die Scham verdecken sollte doch etwas zu locker am Ziel vorbeigeschossen ist…das will dann wohl auch niemand von der Verwandtschaft im Fotobuch sehen.

Nach fast zwei Stunden sind alle Bilder im Kasten und ich körperlich am Ende :-) Julian hat sich ganz brav zurückgehalten und kaum gewehrt gegen die verkrümmten Posen. Als nächstes ist er mit Posieren dran und ich werde mit Freuden hinter der Kamera stehen…

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...