Gotti Fäbi

Aktuelles Gewicht: 62,4 kg     
Blutdruck: stabil

Die 27. SSW geht zu Ende und es ist allerhöchste Zeit für einen Brief an Gotti Fäbi. Meine jüngere Schwester hat sich selbst zur künftigen Patentante von Julian ernannt und damit sind Thomas und ich auch bestens zufrieden. Götti wird sein Bruder und mein Schwager Peter und auch diese Wahl ist kein Zufall. Wenn es auch abgedroschen klingt: „Sie sind die besten für diesen Job!“

Liebes Fäb

Die Nachricht von meiner SS hat dich mitten ins Herz getroffen und so sehr gefreut, dass keine einzige der dicken Freudentränen aufzuhalten war, auch nicht mit: „Sorry Ste, aber i fröie mi eifach so, cha leider grad nüd mache, mues eifach hüüle...“

Seitdem bekomme ich kleine Reminder, wenn eine neue SSW beginnt (in Anbetracht der SS-Demenz sehr willkommen), du hältst geduldig die Hand auf meinen Bauch, um „Erstkontakt“ zu knüpfen, interessierst dich für jede noch so kleine Veränderung, die sprichwörtlich in mir vorgeht und manchmal beschämst du mich fast mit all der Ehrfurcht und dem aufrichtigen Stolz für mich als werdendes Mami. Kinder sind für dich selber noch kein Thema – ich verweise auf eine Aussage vor einigen Jahren: „Wenn ich es nicht schaffen sollte, einen Hund zu gebären, wird das wahrscheinlich nichts“ – dennoch bist du mit dem Herzen so nah dran, dass Julian dich wahrscheinlich auf Anhieb erkennen wird, wenn er da ist.

Wie bei Nadine’s Kids wird er lernen, dass kurze klare Befehle (wie bei einem Hund) am wirkungsvollsten sind, dass man schneller sprechen lernt, wenn man Worte wie „Gynäkologenstuhl“ einfach über die Lippen bringt, und wie sehr man sich als Kind freuen kann, wenn das eigene Tagesgeschäft darin besteht, sich zu entscheiden, ob man pupsen, schreien, schlafen oder essen will.

Aber das Allerwichtigste ist, dass du wie niemand anderes zeigen kannst, was es heisst, über alle Massen zu lieben. Der Sinn für Familie und alles was dazugehört ist so eine Art Berufung für dich und obwohl uns das Leben immer mal wieder zeigt, dass man gerade innerhalb der Familie nicht nur Tage erlebt, an denen einem die Sonne zum A…… heraus scheint, bist du noch keinen Millimeter davon abgerückt, dass man füreinander einstehen muss und jeder sich das Recht herausnehmen darf, so zu sein, wie er ist.

Ich freue mich darauf, mit dir und Baby im Café zu sitzen, Kuchen zu essen und darüber zu philosophieren, dass ich jetzt tatsächlich eine „Mam“ bin. Und natürlich auch darauf, dass du immer Verständnis haben wirst, wenn wir das Café fluchtartig verlassen müssen, weil ich mein Kind nicht beruhigen kann und alle uns anstarren. Es wird herrlich, Fäb!

„Schwestern aus Zufall, Freundinnen aus Liebe.“

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...