Insomnia

Aktuelles Gewicht: 62,2 kg
Blutdruck: scheint ganz ok

Es ist wirklich einsam, morgens um 04:00 Uhr im Wohnzimmer zu sitzen!

Bin in der 26. SSW und habe einen neuen Schlafrhythmus, der leider in keinster Weise kompatibel mit meinem gewohnten Ablauf ist. Abends schlafe ich meistens so zwischen 21:00 und 22:00 Uhr vor dem Fernseher ein und schleppe mich dann ins Bett. Da die linke Seitenlage ja die beste sein soll, kuschle ich mich entsprechend auf dem riesigen Stillkissen (Erbstück von meiner Schwester) ein und falle in einen fast schon komatösen Schlaf. Das geht so etwa drei Stunden gut bis zum ersten von gefühlten 25 Toilettengängen. Die ersten zweimal schlafe ich in der Regel ziemlich schnell wieder ein oder kann mir die Zeit damit vertreiben, Julian’s Tritte zu erfühlen.

Seit einigen Tagen ist aber um ca. 04:00 Uhr endgültig Schluss mit Schlaf. Heute ist so ein Tag resp. eine Nacht. Ich zappe mich durch Astro TV, Homeshopping, Assi-Doku’s und bleibe bei der Wiederholung von „Homeland“ hängen. Wirklich konzentriert bin ich allerdings nicht, denn erstens muss ich noch die 1000 Gedanken sortieren, die einem vorzugsweise dann durch den Kopf schiessen, wenn man mit niemanden reden kann – schlafen ja alle. Zweitens müssen alle dunklen Ecken im Wohnzimmer gescannt und gesichert werden, im Dunkeln ist alles irgendwie unheimlich, egal wie vertraut es auch sein mag.

Und drittens…OH MEIN GOTT! Ich fasse mir an den Bauch und da ist eine steinharte Beule auf der rechten Seite. Während ich noch versuche genaueres zu ertasten, wird der Bauch wieder weich und gleichmässig rund. Was war das denn? Neulich hab ich in einem Buch gelesen, dass werdende Mamis am liebsten einen Reissverschluss im Bauch hätten, um ständig nachsehen zu können, was Babylein gerade treibt. An alle Schwangeren da draussen: Falls ich jemals einen Wunsch freihaben sollte, gibt es diesen Reisverschluss für jede Frau :-)

Und schon wird mein Bauch wieder hart, gleiche Stelle. Ob Juli sein Füdli rausstreckt? Es ist halb fünf, zu früh, jemanden anzurufen. Huiiii, der Kleine ist noch nicht mal auf der Welt und ich sitze schon schlaf- und ratlos auf dem Sofa, das kann ja heiter werden.

Also gut, Internet. Nach einigen Forum-Einträgen ist klar: Beulen sind normal und es ist tatsächlich das Kind, das sich dreht oder eine Extremität von sich streckt. Was für eine krasse Erfahrung und warum habe ich noch nie eine Schwangere getroffen, die von diesem Phänomen berichtet hat? „Mein Kind dreht sich in meinem Bauch und ich kann dabei zusehen“ - das erwähnt man doch irgendwann mal nebenbei (!)

Ich für meinen Teil versuche diesen Moment so gut es geht zu speichern, damit ich nicht vergesse, wie sehr man es schätzen muss, das kleine Menschlein betrachten zu können, ohne dass die mühsame Bauchdecke einem die Sicht versperrt. Ausserdem bin ich ja dann auch nicht mehr allein nachts im Wohnzimmer…

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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