Baby in 3D

Aktuelles Gewicht: ca. 60.2 kg     
Blutdruck: stabil

Die 22. SSW hat angefangen und heute ist ein ganz besonders aufregender Tag: Ich habe einen Termin in der Frauenklinik Olten  für einen 3D-Ultraschall. Habe immer mal wieder davon gehört und erstaunliche Bilder im Netz gesehen. Mittlerweile weiss ich, dass auch meine FA durchaus ihr US-Gerät auf 3D umstellen kann.

Der grösste Unterschied liegt wohl in den Preisen, da man diese Bilder selber zahlen muss, wenn man zusätzlich zu den vorgegebenen Untersuchungsterminen einen solchen US machen will. In Olten kostet so ein Bild CHF 50.- (gemäss telefonischer Angabe), in einem anderen Kantonsspital CHF 150.-, und danach gibt es wohl nach oben keine Grenzen. In einem sehr renommierten, grossen Spital wurde mir am Telefon mitgeteilt: „Junge Frau, ich möchte ihnen den Preis für einen solchen US gar nicht erst nennen, einfach weil es so unverschämt viel ist. Ich gebe ihnen stattdessen doch lieber eine andere Klinik an, von der ich weiss, dass es um einiges günstiger ist als hier.“

Ich sitze also im Wartezimmer in der Frauenklinik Olten und versuche, mir die Zeit mit Prospekten zu den verschiedenen Geburtszimmern zu vertreiben. Grünes Zimmer mit Wanne, gelbes Zimmer mit Maya Hocker, oranges Zimmer mit Duftaromen und Sprossenwand(?). Wie auch immer, mich interessiert ja in erster Linie der Operationssaal. Aber es ist schon verblüffend, wie nah Wellness und Geburtsschmerzen sich heutzutage kommen. Wenn man sich diese einladende Badewanne im frühlingsgrünen Zimmer so ansieht und sich Klangschalenmusik und betörende Duftaromen dazu vorstellt, muss man aufpassen, das wirklich Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren: „It’s not a walk in the park!“

Oh, ich werde aufgerufen. Die Dame, welche mich in Empfang nimmt, ist hoffentlich Hebamme. Ihr Gesicht strahlt so viel Wärme, Vertrauen und innere Ruhe aus, dass ich mich sofort gut aufgehoben fühle. Sie bringt mich in ein Behandlungszimmer, das offenbar eigens dem Zweck dient, US-Untersuchungen durchzuführen. Neben dem eigentlichen US-Gerät mit Monitor hängt ein riesiger Flatscreen an der Wand. Ich beantworte ein paar Fragen zur SS, mache es mir auf der Liege bequem und schon bin ich mit Glibber eingeschmiert.

„So, dann wollen wir uns das kleine Schätzchen mal anschauen“ freut sich die FÄ (bin wegen der genauen Funktion immer noch unsicher) aufrichtig. Und da ist er schon, strampelt sozusagen vor mir im Fernsehen. Sie macht alle möglichen Messungen, weil sie findet, dass „Mamis einfach so viele Infos wie möglich haben sollten“ – danke, wunderbare Frau W., danke!

Zuerst macht sie normale 2D-Bilder und schreibt auch gleich auf das erste das Wort „Knabe“ und daneben das Wort „Penis“, noch Fragen? Nein. Jetzt kommt das Gewicht und die Grösse, dafür gibt es ja komplizierte Formeln und Tabellen. Unser Sohn ist im Moment jedenfalls 428 g schwer und 27,2 cm gross. Kaum hab ich diese grossartigen Baby-Daten verdaut, fragt mich Frau W., ob ich die Herztöne hören möchte. NATÜRLICH! Doppelt so schnell wie mein eigenes Herz, bin hin und weg.

Und das Beste kommt ja erst! Sie stellt das Gerät um und auf dem Bildschirm erscheint: Julian! Ich kann es kaum fassen - vor meinen Augen sehe ich das Innere von meinem Bauch und da drin ist ein Baby mit allem Drum und Dran. Ich bekomme haufenweise beeindruckende Bilder. Eins davon ist seit heute das neue WhatsApp-Hintergrundbild von Thomas! Für alle, die sich auch überlegen, einen 3D-US zu machen: „Tut es!“

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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