Kaiserschnitt vs. Natürliche Geburt Teil 2

Aktuelles Gewicht: ca. 59.4 kg (bisschen abgenommen, aber alles normal)    
Blutdruck: 95/55

Auf meine Kolumne zum Thema Kaiserschnitt (19. SSW) habe ich postwendend ein paar Antworten und Kommentare bekommen, allen voran meine Mam und meine Freundin Kira. Selbstverständlich will ich Euch diese beiden Ansichten nicht vorenthalten – et voilà:

Mami (3 Töchter, 3 mal Kaiserschnitt):

„Ich wurde mit 22 schwanger, unreif, verängstigt, unwissend und unverheiratet. Ich erinnere mich, dass mein Hauptproblem darin bestand: Wie soll ich gleichzeitig lernen, ein Geschäft zu führen (meine Schwiegermutter war gütig aber sehr streng), heiraten (wegen der Leute) und dann noch spüren, wie schön eigentlich eine Schwangerschaft sein könnte. Was ich aber ziemlich klar vor Augen hatte, war: Ich wollte eine schnelle, reibungslose Geburt (meine Mutter hatte grad mal 1h und dies bei einer Steissgeburt bei mir, bin blau und ohne zu schreien auf die Welt gekommen!!!).

Dem war dann nicht so. Nach 13 sehr schmerzhaften Stunden hat mein damaliger Arzt entschieden – Kaiserschnitt und zwar schnell. Die Kaiserschnittbabys sind tatsächlich wunderschön, wobei Nadine für mich auch als normale Geburt bestimmt genau gleich schön gewesen wäre. Wird stark überbewertet - von wegen, dass die Kopfform schöner sei etc. Eine Zeitlang habe ich doch tatsächlich geglaubt, dass ich kein vollwertiges Mami sei, wenn ich nicht so „ring“ gebäre wie meine Mutter. Nach weiteren zwei Kaiserschnitten war es dann auch so, dass ich geradezu froh war, die Daten zu kennen. Für mich damals - auch geschäftlich gesehen - sehr vorteilhaft, weil sich die personellen Dinge besser regeln liessen. Fazit, mein liebes Steffi: Kaiserschnitt ist absolut die richtige Entscheidung.“

Kira (in der 24 SSW, erstes Kind)

  • Durchschnittlicher Spitalaufenthalt nach Kaiserschnitt: 6-7 Tage, bei natürlicher Geburt: 3-4 Tage
  • Du verpasst das schöne nervöse Kribbeln und die Stimmung, wenn's jederzeit losgehen kann
  • Du verpasst das Gefühl, wenn’s überstanden ist und Du als Belohnung das Baby auf die Brust nehmen kannst
  • Banal gesehen, unsere wichtigste Lebensaufgabe!
  • Die Frauen haben es vor tausenden von Jahren auch geschafft und das ohne Hebammen, Ärzte, PDA und Dammschnitt
  • Dammschnitt:  Also ich habe viel lieber dort unten eine Narbe als auf meinem schönen braunen Bikini-Bauch
  • Pro-Frau: Du darfst das Baby zuerst in die Arme nehmen - beim Kaiserschnitt darfst du dein Baby am Anfang nicht hochheben
  • Man fragt sich vielleicht ein Leben lang, was das für ein Gefühl ist, ein Kind zu gebären und kann niemals mit den anderen Frauen mitreden
  • Das Baby weiss am allerbesten, wann es bereit ist auf die Welt zu kommen
  • Du nimmst deinem Baby die allererste eigene Entscheidung einfach weg
  • Du und dein Körper bereiten sich ja 9 Monate lang auf dieses Ereignis vor?! Das muss reichen!
  • Beim Schwangerschaftsyoga und GVK entstanden schon viele langjährige Freundschaften und - nein - einen GVK für Kaiserschnitt gibt es nicht!
  • Das Problem mit dem Würstchen in der Turnhalle kann keine meiner Mami-Freundinnen bestätigen, also keine Panik.
  • Während der natürlichen Geburt schüttet dein Körper Oxytocin aus, welches für die Mutter-Kind-Bindung (Bonding) in der höchst sensiblen Phase der ersten Stunde nach der Geburt von grosser Bedeutung ist
  • Der Kaiserschnitt führt beim Kind zu vorübergehenden Adaptationsproblemen. Das sind direkt nach der Geburt auftretende Anpassungsprobleme des Kindes. Einem auf natürlichem Wege geborenem Kind wird bei der Passage des Geburtskanals die mit Fruchtwasser gefüllte Lunge ausgepresst, was bei einer Entbindung durch die Bauchdecken ausbleibt
  • Du kannst dich nach der Geburt von allen verwöhnen lassen und dein Partner wird in dir die stärkste Frau der Welt sehen
  • Natürlich sollte der Mann beim Kopf bleiben, übertreiben wollen wir es ja auch wieder nicht! ;-)

Wie auch immer wir uns entscheiden werden, oder was die Natur für uns geplant hat, es soll keiner sagen, wir hätten uns nicht genügend Gedanken gemacht :-)

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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