Ultraschalltermin: Heute um 15:45 Uhr

Aktuelles Gewicht: 61.8 kg    
Blutdruck: 95/55

Endlich!!! Sitze im Zug auf dem Weg zu meinem nächsten Ultraschalltermin. Bin in der 18. SSW und kann kaum glauben, dass heute der Tag ist, an dem Thomas und ich vielleicht erfahren, ob wir ein Meitli oder ein Büebli bekommen.

Am Bahnhof holt mich ein sehr aufgeregter werdender Papa ab und zusammen fahren wir zur FA Praxis. Wie immer werde ich gewogen, muss Urin und Blut abgeben und den Blutdruck messen lassen. Dann zurück ins Wartezimmer und…genau, warten. Macht mir heute aber gar nichts aus.

Die FÄ kommt kurze Zeit später auch schon und ich lege mich neben das Ultraschallgerät. Diesmal weiss ich, wie’s läuft. Beim letzten Mal hatte ich die Aufforderung „Sie können sich schon mal zur Untersuchung auf der Liege hinlegen“ ein bisschen falsch verstanden. Nur noch im BH wollte ich es mir bequem machen, als die etwas irritierte FÄ meinte: „Es reicht, wenn sie den Bauch freimachen, Frau Besmens.“ Unterstützend raunt mir jetzt auch mein Mann zu: „Nicht alles ausziehen diesmal, Liebling.“ Gesagt, getan.

Ich bekomme den Glibber aufgetragen und schon geht’s los. Ich sehe ein Beinchen, Oberschenkel, Wade, Knie, ein Füsschen, sogar einzelne Zehen! Dann wieder dunkel, irgendwelche hellen Punkte und plötzlich ein kleines Gesicht. Die Umrisse heben sich so deutlich ab, dass man „Hallo“ sagen will, einfach UNGLAUBLICH. Einzelne Abschnitte werden vermessen und immer wieder kommt etwas Neues zum Vorschein. Die Wirbelsäule ist zu erkennen, Arme, Hände und sogar ein Griff um die Nabelschnur.

Ich sehe zu Thomas und bin sicher, dass er genau das gleiche denkt wie ich: Ist irgendwo ein kleiner Pippimann zu erkennen? Und wenn nicht, heisst das, es ist ein Mädchen? Die FA sagt aber auch gar nichts, zieht nur weiter diese gestrichelten Linien von einem Punkt zum anderen. Dann lacht sie kurz auf und meint: „Jetzt ist es aber fotogen.“ Ich versuche mich noch ein bisschen satt zu sehen (geht eh nicht) und vergesse dabei vollkommen all die Fragen, die ich stellen wollte.

Dann gibt die FA mir ein Tuch, um den Bauch von diesem Zeug zu befreien und geht Richtung Besprechungszimmer. Wir folgend ihr und schleppen das grosse Fragezeichen nach dem Geschlecht wohl oder übel hinter uns her. „Sehe nichts Auffälliges, alles in Ordnung. Dann sehen wir uns zum nächsten Termin in 6 Wochen.“

Ok, das reicht nicht ganz. „Ähm, konnten sie sehen, was es wird?“ frage ich vorsichtig. „Ahhh, Sie wollen es wissen? Also 100%ig ist es nicht, aber mit ziemlicher Sicherheit wird es ein Junge“ sagt sie, als ob ich sie gefragt hätte, wie lange der Supermarkt heute geöffnet hat. Egal, uns reicht diese Aussage als Gewissheit: „Juhuuuuuu!!!!!“ Die Freude ist kaum zu beschreiben.

Zur Feier des Tages kaufen wir uns das erste Baby-Kleidungsstück überhaupt. Nun ist es kein Fötus mehr, sondern unser Sohn :-)

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

Newsletter
Schwangerschaft

Hilfreiche Tipps und nützliches Wissen zu Ihrer aktuellen Schwangerschaftswoche. Jetzt anmelden!