Reines Bauchgefühl

Aktuelles Gewicht: unverändert, rechne mit etwa 62kg    
Blutdruck: erstaunlich gut

Wie so oft stehe ich vor dem Spiegel und betrachte meinen Bauch. Ich bin in der 17. SSW und habe beschlossen, mir keine Bilder mehr von Schwangerschaftsbäuchen im Internet anzusehen. Meine typische Handbewegung bisher war in jeder neuen SSW: Internet öffnen, auf google den Begriff: SSW… eingeben und dann auf "Bilder" klicken.

Unter der Rubrik „Schwangerschaft Woche für Woche“ steht bei www.swissmom.ch folgender Satz: „Aber sieht man schon ein bisschen Bauch?...“ Ja, sieht man denn ein bisschen Bauch oder nicht? frage ich mich. Sobald ich etwas trinke und esse, ist der Bauch nicht zu übersehen und einziehen kann ich ihn auch nicht mehr. Aber wenn ich morgens aufwache, sehe ich gar nicht mehr richtig schwanger aus.

Vielleicht übertreibe ich ja auch und denke einfach, ich müsste schon eine Wahnsinns-Kugel vor mich herschieben. Mal wieder überhaupt keine Erfahrungswerte ausser dem Internet und anderen Schwangeren, die mir auf der Strasse begegnen. Im Internet gibt es aber von fast flach bis praktisch kugelrund alle Varianten für meine aktuelle Woche und die anderen Schwangeren sehen immer viel schwangerer aus als ich. Im Yoga Kurs habe ich zum Glück von einigen mitbekommen, wie weit sie sind und musste, zu meiner Beruhigung, feststellen, dass diejenigen Frauen, die ich im gleichen Stadium wie mich selber wähnte, in Wahrheit alle ungefähr 8 – 10 Wochen weiter sind – Gott sei Dank!

Und dennoch bleibt die Frage, ob alles in Ordnung ist und natürlich der sehnliche Wunsch, endlich die ersten Bewegungen zu spüren. Wie fühlt es sich wohl an? Kann ich überhaupt am Anfang unterscheiden zwischen Kindsbewegungen, Blähungen und Darmaktivität? Kann ich von aussen etwas fühlen und wenn ja, ab wann? Fragen über Fragen und zum Glück auch einige Antworten.

Ich versuche mir immer mal wieder vorzustellen, wie es in mir drin aussieht, wie der Fötus liegt, sich bewegt, langsam wächst. Verrückt oder nicht? Man legt die Hand auf den Bauch und nur einige Zentimeter darunter ist tatsächlich ein kleiner Mensch, mein Sohn oder meine Tochter! Ich versuche diese Momente in aller Stille in mich aufzusaugen und für immer im Herzen zu speichern.

Bis wahrscheinlich zum Moment, in dem mein Bauch riesig ist, der Rücken schmerzt, ich mich kaum noch bewegen kann, geschweige denn attraktiv fühle und nur noch eines will: „Dass dieses Kind jetzt endlich rauskommt…“

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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