Mit den Augen eines Kindes

Aktuelles Gewicht: habe sicherlich zugenommen  
Blutdruck: fühlt sich gut an

Heute steht eine Aareschluchtwanderung mit meinen Schwestern Nadine und Fabienne sowie deren Männern auf dem Programm. Bin in der 15. SSW und Bewegung ist Pflicht! Die Wanderung ist zum Glück mehr ein Spaziergang und wirklich sehenswert (www.aareschlucht.ch). Sie beginnt in Meiringen BE in einer Art Höhle und zieht sich durch eine tosende Schlucht auf einem künstlich errichteten Pfad.

Mit dabei sind Sarah (6), mein Gottimeitli, und Jan (4), der Göttibueb von Thomas. Seit der Geburt der beiden bin ich hautnah bei fast allen Hochs und Tiefs des alltäglichen Familienwahnsinns dabei. Damit meine ich die Momente, in denen meine Schwester (Nadine) mich voller Glückseligkeit angesehen und gesagt hat: „Alles ist jetzt anders und ich liebe dieses Baby mehr als mein eigenes Leben“ bis zu: „Wenn nicht sofort jemand hierher kommt und diesen „Goof“ beruhigt, nehme ich ein Kissen und ich schwöre…“ Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass bei solchen Szenen die ein oder anderen Zweifel aufkommen, was den eigenen Kinderwunsch angeht.

Sarah und Jan sind aber die meiste Zeit einfach köstlich. Vor allem zu Sarah ist meine Bindung extrem tief und es besteht eine Art stilles Verständnis zwischen uns. Sie ist mir in vielen Dingen ähnlich und oft weiss ich haargenau, was in ihrer kleinen Welt und vor allem in ihrem Herzen vorgeht. Seitdem sie weiss, dass ich schwanger bin, umarmt sie mich oft, legt den Kopf an meinen Bauch und geht dann, ohne etwas zu sagen, wieder von dannen. Nach einiger Zeit kommt dann meist eine Frage. „Wie gross isch jetz s‘Bebe…wie gross genau?“ oder „hüt hani ä Frou gseh, wo scho sehr schwanger isch“ und sehr oft natürlich: „Achtung Jan, nid ufe Buuch, dört isch s’Bebe drin!“ Jan beantwortet solchen Tadel jeweils mit einem Klatsch auf meinen Bauch, begleitet von den Worten: „Doch, i wott dases flach usechunnt!“ Natürlich kann auch er ganz sanft sein, aber für einen Vierjährigen ist die Vorstellung von einem Kind im Bauch wohl doch eher abstrakt.

Für Sarah ist es Faszination pur. Sie war auch beim ersten Ultraschalltermin dabei und zwar so richtig. Im Behandlungszimmer musste ich auf den „Gynistuhl“ sitzen und habe Sähri einen Platz zum Warten angewiesen. Sie hat den Stuhl genommen, ihn neben die FA geschoben und meinte nur: „Gotti Steffi, das interessiert mi dänk.“ Immer mal wieder mit lessigem Blick zu mir hat sie dann tatsächlich die komplette Untersuchung aufmerksam verfolgt. Bei dem Gedanken daran muss ich schmunzeln, während wir gemütlich den Schluchtpfad entlang laufen. Sarah sieht immer mal wieder verstohlen auf die kleine Wölbung unter meinem Shirt und als sie merkt, dass ich sie beobachte, lacht sie halb verlegen und schenkt mir einen Blick, der sagt: „I wirde die beschti Cousine uf dr ganze Wäut.“ Ich muss kurz schlucken und sage dann: „Der Bauch wird jetzt immer grösser, hoffe mein Füdli nicht auch :-)“ Sie lacht verschmitzt und wir kommen am Ende der Schlucht beim Restaurant und der lang ersehnten Glace an.

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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