„Ihr nächster Termin ist in einer Ewigkeit“

Aktuelles Gewicht: ca. 60,5 kg
Blutdruck: 50/90

Ich bin in der 14. SSW und fühle mich immer noch sehr gut. So langsam sieht man auch, dass ich schwanger bin. Aber ich kann es kaum erwarten, einen richtigen Bauch zu haben. Im Restaurant bin ich schon auf Alkohol im Dessert aufmerksam gemacht worden und ein Studienkollege von Thomas meinte neulich liebevoll: „Du hast ja einen Braten in der Röhre…“

Der nächste Ultraschall ist in gefühlten 25 Jahren. Freue mich, wahrscheinlich wissen wir dann, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Jetzt ist es übrigens ein Fötus oder Fetus und man misst ab sofort nicht mehr die Scheitel-Steiss-Länge, sondern den Kopfumfang. Mein momentan grösstes Problem ist, dass ich nicht nach Lust und Laune – also täglich – zu einer Ultraschalluntersuchung gehen kann. Keine vollumfängliche Untersuchung, sie müssten noch nicht mal mit mir sprechen, einfach nur den Monitor anschmeissen, damit ich einen Blick auf das Innere meines Bauches/Brutkastens werfen kann. Wie sonst soll ich bitteschön sicher sein, dass alles ok ist? Ich weiss, ich weiss, keine Beschwerden zu haben ist supitoll und ich will ja auch nicht undankbar sein, aber sechs Wochen bis zum nächsten Termin??

Für alle diejenigen, denen es ähnlich geht wie mir und die sich vielleicht überlegt haben, einfach bei einem anderen FA um einen Termin zu bitten: Geht nicht so einfach. Habe auf der Notfallstation einer Frauenklinik angerufen und wurde mit den Worten: „Junge Frau, keine Beschwerden zu haben, ist kein Notfall und wir brauchen unsere Termine für ernste Anliegen“ freundlich aber bestimmt abgewiesen. Bei einer anderen Praxis (natürlich in einem anderen Kanton) sagte mir eine gütige Stimme am Telefon: „Ich würde das gern für sie tun, Fräulein, aber wissen sie, wenn sie keine Patientin sind…“, weiter habe ich nicht zugehört, weil ich schon fieberhaft an einer neuen Strategie gearbeitet habe.

Bis jetzt habe ich keine zündende Idee gehabt, ausser dass vielleicht jemand aus meinem Umfeld eine Affäre mit einem Gynäkologen anfangen könnte und ich so zu meinen Bildern komme – ausgeschlossen ist nichts.

Das einzige, was hilft, ist, wenn ich mit dem Baby spreche und zwar laut. Sieht zuweilen wohl bescheuert aus, wenn mich jemand auf der Strasse beobachtet, aber es laufen ja schliesslich noch ganz andere Freaks in der Gegend herum. Mein Mann sieht das alles mit einem Schmunzeln und fragt mich zwischendurch, ob ich mir ein weiteres Hausverbot in einem Krankenhaus eingehandelt hätte. Ich weiss, wenn er könnte, würde er so ein Ding kaufen und nicht nur mir zuliebe…

Ich krieg das noch auf die Reihe, schliesslich ist schon wieder ein Tag vergangen :-)

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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