Info an alle

Aktuelles Gewicht: ca. 61 kg 
Blutdruck: normal

13 SSW und endlich der richtige Zeitpunkt, alle einzuweihen. Am liebsten würde man ja jede Gelegenheit nutzen, um jemandem zu sagen, dass man in anderen Umständen ist. Zum Beispiel im Restaurant, wenn ich nachfragen muss, ob in einem Gericht Rohmilchprodukte verarbeitet wurden. Oder wenn ich im Tram sitzen will, weil mir gerade trümlig ist. Aber ich kann ja auch nicht verlangen, dass jetzt überall das Baby-Fieber ausbricht und mich jede Kioskfrau und jeder Kondukteur fragen muss, wie weit ich denn schon bin. Mir scheint es auch immer so, als wären andere Schwangere viel entspannter mit ihrer Situation – und weiter als ich.

Und doch ist der Moment, wenn man jemandem die Neuigkeiten mitteilt, einfach unvergleichlich. Im Geschäft – ich arbeite mit vier Frauen und einem Mann – war die Freude riesig. Ich bin jetzt so eine Art Anschauungsobjekt und wir diskutieren fast täglich mein aktuelles Befinden, begutachten die Grösse des Bauches und tauschen alle möglichen Weisheiten über die Schwangerschaft untereinander aus. Da ich die erste von uns allen bin, die schwanger ist, gibt es natürlich auch viel Raum für wilde Spekulationen, aber genau das macht uns Frauen doch am meisten Spass :-) Jedenfalls fühle ich mich in der Hauptrolle als „die Schwangere“ in der alltäglichen Büro-Soap einfach puddelwohl. Die ersten Bilder von Wiegen und sauteuren Markenkleidli (es müsste offenbar ein Mädchen werden…) finden den Weg in meine Mailbox: „Hab das grad „zufällig“ gesehen und musste es dir einfach schicken…“

Mein Freundeskreis beschränkt sich nebst der Familie auf eine Handvoll wirklich guter Freundinnen, von denen noch nicht alle Bescheid wissen, weil ich die meisten nur ein paar Mal im Jahr sehe und via Whats App verliert die Botschaft einiges an Euphorie und passt auch irgendwie in keine Short Message Konversation. Meine beste Freundin weiss es schon länger und bekommt selbstverständlich alle News aus erster Hand.

Eine andere Kollegin treffe ich heute Mittag. Sie war in Amerika im Urlaub und wir haben uns seit Wochen nicht gesehen. Sie begrüsst mich herzlich mit den Worten: „Meine Güte Steffi, wir haben uns ja ewig nicht gesehen, du bist bestimmt schon schwanger oder so…“ Was soll ich sagen: „Ja.“ Ungläubig schaut sie mich an, die Augen werden gross, der Mund verzieht sich zu einem verzückten Lächeln, sehe ich da sogar ein Tränchen…? „Waaaaas, OH MEIN GOTT!!!, wie geil ist das denn!“

Leider reicht eine Stunde Mittagspause nicht ganz aus für alle Details, aber ich amüsiere mich köstlich dabei, über diese wunderbare Sache zu reden und insgeheim hoffe ich, dass noch viele Fragen kommen und ich sie alle beantworten darf. Es ist eigentlich das erste Mal in meinem Leben, dass eine bestimmte Sache nur positive Seiten hat, es gibt überhaupt keine unangenehmen Fragen oder Bemerkungen zum Thema Schwangerschaft – danke Baby!

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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