Eine Schwangere kommt selten allein

Aktuelles Gewicht: 60.5 kg    
Blutdruck: morgens eher tief, erholt sich nach einer kühlen Dusche

Es ist kurz nach 18:00 Uhr am Freitagabend und ich bin auf dem Weg nach Baden zu meiner Freundin. Wir haben vor ein paar Jahren zusammengearbeitet und aus dieser Bürogemeinschaft wurde eine Freundschaft. Wir sehen uns unregelmässig, aber dennoch ist sie ein ganz wichtiger Mensch in meinem Leben. Jedenfalls freue ich mich sehr auf unser gemeinsames „Znacht“. Werde mit meinen SS-News (bin in der 10. SSW) aber noch hinter dem Berg halten, weil ich weiss, dass sie mitten in den Hochzeitsvorbereitungen ist.

Wir kommen fast gleichzeitig im Restaurant an und begrüssen uns herzlich. Sofort lenke ich das Thema auf die Hochzeit, bekomme aber eine unerwartet kurze Zusammenfassung von allem. Sie erklärt, dass es zwar eine Menge zu tun gibt, aber da sie eher unkonventionell und in extrem lockerem Rahmen heiraten werden (auf der Einladung steht: „Zusammensitzen bei Wurst und Bier, das wird ein Spass, das sag ich Dir“…muahahaha), sind die Vorbereitungen gut zu bewältigen. Dann kurz ein paar Worte zum Urlaub und schliesslich: „…waren wir auf dieser hammermässigen Insel, hatten einmal Sex und blablabla, jetzt bin ich schwanger!!!“

Meine Augen fallen mir fast aus dem Kopf und das einzige was ich sagen kann ist: „Ich auch!“ Sie springt auf und ungeachtet der staunenden Gäste um uns herum, reisst sie mich hoch und umarmt mich. „So geil!“ Das Gesprächsthema für den restlichen Abend ist gesetzt. Und jetzt erst merke ich, was einer Schwangeren wirklich hilft: Eine andere Schwangere. Ich kann nur sagen, lest die Foren, Newsletter und Beiträge auf swissmom.ch – hat ja schliesslich nicht jeder eine schwangere Freundin zur Hand.

Wir sind drei Wochen auseinander und können uns über sämtliche echten und eingebildeten Wehwehchen austauschen. Zu den eingebildeten gehören vor allem: Nicht richtig arbeiten können, weil man schwanger ist; keine Lust auf Sex haben, weil der Bauch empfindlich ist; und ganz wichtig, mehr essen müssen, weil das Baby ausreichend versorgt sein muss. Bei Kira haben sich in den ersten Wochen 4 zusätzliche Kilos auf den Rippen breitgemacht und als sie ihren - rumänischstämmigen – FA fragte, ob das denn jetzt schon ein Babybäuchlein sei, meinte dieser geradeheraus: „Das iiis Feed, ahhles Feed.“

Wir sind beide bis jetzt von den „echten“ Wehwehchen so gut wie verschont geblieben, was selbstverständlich die Frage aufwirft, ob nichts haben denn überhaupt ein gutes Zeichen ist. Die Frau an sich mag es ja gar nicht, sich einfach mal über nichts beschweren zu können. Zumindest können wir uns schon überlegen, was sich für Vorteile ergeben, wenn man erst mal sieht, dass wir schwanger sind. Ein paar der angenehmsten: Immer ein Sitzplatz in Bus und Tram (aufgepasst, ihr Rentner!); freie Fahrt für alle möglichen Gelüste; faul sein ohne Ausreden zu suchen; nie mehr Bauch einziehen!

Vollkommen einig sind wir uns, dass eine Schwangerschaft zwar anstrengende Phasen mit sich bringt, aber im Grunde genommen eine unvergleichlich fantastische Zeit im Leben einer Frau ist, die man mit jeder Faser geniessen sollte. Wir sprechen uns in ein paar Wochen nochmal, mal sehen ob der „Friede, Freude, Eierkuchen-Tanz“ genauso weitergeht :-)

Unsere Kolumnistin Stefanie Besmens schreibt jede Woche über die Höhen und Tiefen, Freuden und Leiden ihrer Schwangerschaft. Fortsetzung folgt...

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