Ich habe abends immer geschwollene Beine, aber Urin und Blutdruck sind in Ordnung. Ist das trotzdem gefährlich?

Zwei Drittel aller Schwangeren bemerken bei warmem Wetter und abends, dass die Füsse schwerer und die Fesseln dicker sind und manchmal auch unangenehm kribbeln. Viele Frauen kaufen sich in der Schwangerschaft deshalb grössere Schuhe. Nicht nur an den Beinen machen sich nämlich die Wasseransammlungen bemerkbar, sondern gelegentlich auch an den Händen. Manche Schwangere können ihren Ehering nicht mehr vom Finger abziehen. Wenn am Handgelenk ein Nerv eingeklemmt wird und die Finger einschlafen und schmerzen, nennt man das „Karpaltunnel-Syndrom“.

Wassereinlagerungen (Ödeme) ohne Blutdruckerhöhung und Eiweiss im Urin sind unangenehm und müssen überwacht werden, schaden Ihrem Kind aber glücklicherweise nicht. Das Blutvolumen ist in der Schwangerschaft vergrössert, das Blut verdünnt und die Wände der Blutgefässe durchlässiger. Gewebswasser kann deshalb leichter aus den Blutgefässen in das umliegende Gewebe übertreten.

Ganz falsch wäre es, wegen der Wassereinlagerung  weniger zu trinken oder etwa jegliches Salz aus der Ernährung zu verbannen. Salzarme Ernährung ist sogar gefährlich und verstärkt die Ödeme. Leicht entwässernde Massnahmen sind aber meist durchaus - zumindest als Versuch - sinnvoll. Das wird Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin mit Ihnen besprechen. Wir geben Ihnen zusätzliche Tipps zur Vorbeugung und zur Behandlung leichter Ödeme.

Achtung: Zeigt sich zusätzlich bei den Vorsorgeuntersuchungen Eiweiss im Urin und ein zu hoher Blutdruck, steckt wahrscheinlich eine beginnende Präeklampsie dahinter, die unbedingt sorgfältig überwacht und behandelt werden muss. Ödeme im Gesicht sind oft ein erstes Symptom.

Letzte Aktualisierung: 08.2016, BH