Welche Form der Malaria-Prophylaxe ist auch in der Schwangerschaft erlaubt?

Studien haben gezeigt, dass Schwangere besonders häufig von Malariamücken gestochen werden und eine Malariaerkrankung in der Schwangerschaft mit einem sehr hohen Fehlgeburtsrisiko einhergeht. Reisen in Malariagebiete sollten deshalb möglichst vermieden werden.

Geht das nicht, ist neben einem guten Mückenschutzmittel, langärmeliger Kleidung, Bettnetzen etc., auch eine medikamentöse Vorsorge wichtig. Mit Präparaten wie Cloroquin, Proguanil und Pyrimethamin bestehen in der üblichen Dosierung als Malaria-Vorsorge langjährige Erfahrungen auch mit Schwangeren. Zusätzlich sollte die Folsäure-Dosis erhöht werden. Die Medikamente müssen schon eine Woche vor Reiseantritt und bis vier Wochen nach der Rückreise eingenommen werden. Keine dieser Vorsichtsmassnahmen kann aber einen vollständigen Schutz garantieren.

Chinin wird normalerweise nicht mehr verwendet, weil es zu Fehlgeburten bzw. zu Schäden an Auge und Innenohr des ungeborenen Kindes führen kann. Sein Einsatz gilt heute aber auch in der Schwangerschaft als vertretbar, wenn der Erreger gegen die ungefährlicheren Mittel resistent ist.

Auch mit dem neueren Wirkstoff Mefloquin sollte man noch vorsichtig umgehen, weil im Tierversuch hohe Dosierungen zu Fehlbildungen geführt haben. Eine Schwangerschaft sollte deshalb noch drei Monate nach der letzten Einnahme verhindert werden. Andererseits besteht bei Mefloquin-Einnahme in der Frühschwangerschaft kein Grund zu einem Schwangerschaftsabbruch. Gezielte Ultraschalluntersuchungen können eine Schädigung des Kindes weitgehend ausschliessen.

Letzte Aktualisierung: 08.2016, BH