Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich mit Toxoplasmose anstecke? Und wie merke ich das?

Die Symptome der Toxoplasmose sind in den meisten Fällen so leicht und unspezifisch, dass man sie für einen leichten Anflug von Grippe hält. Deshalb kann man ohne Bestimmung des Antikörpertiters nicht wissen, ob man schon einmal eine Toxoplasmose durchgemacht hat und immun ist. Bei einer frischen Infektion haben die IgM-Antikörper etwa zwei Wochen später ihren höchsten Stand erreicht.

Etwa 50% der Bevölkerung hat (meist unbemerkt) schon eine Toxoplasmose gehabt und ist immun dagegen. Trotzdem infiziert sich immerhin eine von hundert Schwangeren zum ersten Mal. Die Infektion geschieht meist über rohes oder nicht genügend durchgebratenes Fleisch, seltener andere Lebensmittel und nur noch in wenigen Fällen über Tiere (v.a. Katzen).

Über den Mutterkuchen kann die Toxoplasmose auf das ungeborene Kind übertragen werden. Das ist umso wahrscheinlicher, je später die werdende Mutter erkrankt. In der Frühschwangerschaft ist die Plazenta noch relativ undurchlässig für die Parasiten, ausserdem ist die Inkubationszeit recht lang. Kommt zu einer Infektion, die nicht behandelt wird, sind die Auswirkungen auf das Ungeborene sehr schwer, v.a. auf das Gehirn und die Augen. Dagegen führt eine Infektion nach der 32. SSW praktisch nicht mehr zu kindlichen Schäden, die nicht erfolgreich behandelt werden könnten.

Letzte Aktualisierung : 08.2016, BH