Der FISH-Test ist doch viel schneller als die normale Amniozentese. Warum wird er nicht anstatt dessen immer gemacht?

Die FISH-Technik (Fluoreszenz in situ Hybridisierung) ist wie die PCR-Technik eine schnellere Art der Chromosomenuntersuchung als die Auszählung nach der sonst üblichen Chromosomenkultur. Die Fruchtwasserzellen werden mit einzelnen spezifischen Sonden für ganz bestimmte Chromosomen abgesucht, aber nicht jedes Chromosom wird dabei einzeln betrachtet. Deshalb kann man auch nur zahlenmässige Veränderungen dieser Chromosomen feststellen, also z.B. ob ein Chromosom zuviel oder zuwenig vorhanden ist. In der Regel werden 5 Sonden eingesetzt, und damit kann man dann die 5 häufigsten Chromosomenstörungen (70% aller Chromosomenstörungen) erfassen.

Alle anderen Chromosomenveränderungen, v.a. Strukturveränderungen, bleiben aber unentdeckt! Deshalb müssen die Labors, die FISH oder PCR anbieten, gleichzeitig auch noch eine konventionelle Chromosomenkultur und Auszählung durchführen. Das Ergebnis des Schnelltests beruhigt in den allermeisten Fällen nach wenigen Tagen. Die Auswertung der Kultur bringt dann nach ca. 2-3 Wochen den endgültigen Befund.

Letzte Aktualisierung : 08.2016, BH