Muss denn jedes Kind „einen Zahn kosten“?

Zahnfleischentzündungen und Karies können sich in der Schwangerschaft zwar leichter entwickeln. Bei guter Zahnpflege wird sich das alte Sprichwort aber nicht bewahrheiten.

Ursachen für Zahnprobleme in der Schwangerschaft gibt es mehrere:

  • Die Speichelzusammensetzung ist hormonell so verändert, dass Bakterien sich besser vermehren können.
  • Durch häufiges Erbrechen verschiebt sich der pH-Wert des Speichels in den sauren Bereich, und der Zahnschmelz wird durch die Magensäure zusätzlich angegriffen.
  • Schwangere haben – zumindest in den ersten Wochen – oft ein seltsames Essverhalten und eine Vorliebe für sehr saure und sehr süsse Lebensmittel.
  • Die meisten Schwangeren nehmen zuwenig Kalzium mit ihrer Nahrung auf. Dann bedient sich Ihr Baby sozusagen in den Kalziumspeichern Ihres Körpers, den Knochen und Zähnen.

Achten Sie deshalb auf besonders kalziumreiche Ernährung. Geeignet sind vor allem Milch und Milchprodukte. Essen sie ausserdem wenig Süsses, denn das fördert die Bildung von Karies in der Schwangerschaft besonders stark. Vollwertige Ernährung ist aus vielen Gründen sinnvoller. Gute Mundhygiene während der Schwangerschaft schützt vor Karies und Zahnfleischentzündung und reduziert die Zahl der Bakterien. Gesundes Zahnfleisch ist ausserdem weniger anfällig für Zahnfleischbluten (Schwangerschaftsgingivitis).

Zahnärzte empfehlen, gleich zu Beginn der Schwangerschaft die Zähne überprüfen und eventuell Zahnstein entfernen, die Zähne evtl. mit einem Schutzlack versiegeln zu lassen und fünf Monate nach der Geburt zur Nachuntersuchung zu gehen. Einige Zahnärzte raten sogar dazu, während der Schwangerschaft zweimal zum Zahnarzt zu gehen.

Teilen Sie Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin auf jeden Fall mit, dass Sie schwanger sind, da bestimmte Behandlungen während der Schwangerschaft gut überlegt werden müssen. Eine einfache Betäubungsspritze oder Röntgenaufnahme des Kiefers ist in der Regel kein Problem. Manche Zahnärzte bieten Schwangeren Hypnose zur Schmerzlinderung an. Größere Behandlungen sollten möglichst bis nach der Geburt verschoben werden.

Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch das Experten-Interview mit Frau Dr. med. Dr. med. dent. Catherine Weber zum Thema "Zahnpflege in der Schwangerschaft".

Letzte Aktualisierung : 08.2016, BH